Suche

Anzeige

Corona verstärkt Trend zu nachhaltigem Konsum

Konsum
78 Prozent der deutschen Verbraucher achten beim Einkauf ganz bewusst auf nachhaltige Faktoren. © Unsplash/Joshua Rawson-Harris

Plastikfreie Verpackungen, möglichst niedriger CO2-Fußabdruck, gute Arbeitsbedingungen oder Tierwohl: Faire und nachhaltige Produkte sind für die deutschen Verbraucher während der Corona-Pandemie noch wichtiger geworden, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Anzeige

Eine repräsentative Befragung der Unternehmensberatung McKinsey & Company unter mehr als 5000 Konsumenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Dezember 2020 hat unter anderem folgende Ergebnisse zutage gebracht:

  • 78 Prozent der deutschen Verbraucher achten beim Einkauf ganz bewusst auf nachhaltige Faktoren.
  • Über die Hälfte (51 Prozent) gibt an, grundsätzlich mehr für nachhaltige Produkte auszugeben als vor der Pandemie. In Österreich und der Schweiz sagen dies jeweils 48 Prozent der Befragten.
  • Jeder zweite Befragte in Deutschland gibt an, neue Produkte bewusst auszuwählen, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten.
  • 27 Prozent sparen sogar bewusst in anderen Bereichen, um sich nachhaltige Produkte leisten zu können.

Verbraucher achten auf Umweltfreundlichkeit und soziale Standards

Die Umfrageergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild darüber, welche Facetten von Nachhaltigkeit den Verbrauchern in welchen Produktkategorien am wichtigsten sind. So spielt der Umweltschutz eine wichtige Rolle, ebenso wie soziale Fairness und die eigene Gesundheit:

  • 76 Prozent der Befragten geben an, mehr für ein Produkt zu bezahlen, wenn die Menschen, die es herstellen, dafür fair bezahlt würden.
  • 70 Prozent ist es wichtig, dass Produkte frei von umweltschädlichen Inhaltsstoffen wie Mikroplastik sind.
  • 67 Prozent legen Wert darauf, dass bei der Produktion und beim Transport möglichst wenig CO2 ausgestoßen wird. 60 Prozent geben an, für Produkte auf Basis biologischer Inhaltsstoffe mehr bezahlen zu wollen.

Unterschiede bei Produkttypen und Generationen

Bei frischen Lebensmitteln, allen voran Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch, spielt Nachhaltigkeit die größte Rolle: Knapp zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) halten sie in diesen Kategorien für wichtig oder sehr wichtig. 22 Prozent sagen, dass Nachhaltigkeit seit der Corona-Pandemie für sie noch wichtiger geworden sei. Bei Snacks und Fertiggerichten findet nur ein Viertel der Befragten Nachhaltigkeit wichtig.

Auch hinsichtlich demografischer Merkmale gibt es Unterschiede in der Bedeutung nachhaltige Produkte:

  • Je jünger die Konsumenten, desto mehr Wert legen sie auf Nachhaltigkeit. In der Generation Z, also bei den 15- bis 23-Jährigen, sind 60 Prozent bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, fast jeder Fünfte von ihnen (18 Prozent) gibt an, sogar einen Preisaufschlag von mehr als 20 Prozent in Kauf zu nehmen.
  • Bei den Frauen sind es 52 Prozent, bei den Männern 49 Prozent.
  • Die Bereitschaft, mehr Geld für nachhaltig vermarktete Produkte auszugeben, steigt mit zunehmendem Einkommen. Aber auch unter den Geringverdienern mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 2000 Euro geben 45 Prozent an, mehr für Nachhaltigkeit ausgeben zu wollen, bei den Befragten mit Einkommen über 4000 Euro sind es 60 Prozent.
  • Allerdings geben auch 60 Prozent der Befragten an, mehr nachhaltige Produkte kaufen zu wollen, wenn sie günstiger wären. 47 Prozent wünschen sich eine größere Auswahl an nachhaltigen Produkten und 42 Prozent mehr Informationen zum Thema Nachhaltigkeit auf den Waren.

Hersteller und Handel müssen “nachjustieren”

“Wir sehen noch viel Potenzial beim Thema Nachhaltigkeit in den Unternehmen. Sortiment, Preise, Herstellung, Vermarktung und Logistik – in all diesen Bereichen muss jetzt deutlich nachjustiert werden, um den Wünschen der Verbraucher und der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden”, sagt Frank Sänger, Seniorpartner und Leiter der deutschen Konsumgüter Practice bei McKinsey.

“Für Konsumgüterhersteller und den Handel ergeben sich aus dem Thema Nachhaltigkeit viele Chancen. Unsere Befragung zeigt: Der Trend wird bleiben und Entscheider sollten jetzt ihre Strategie mutig auf Nachhaltigkeit ausrichten. Es geht nicht mehr darum, Risiken zu minimieren, sondern um Differenzierung und Wachstum”, sagt Sebastian Gatzer, McKinsey-Partner und Experte für Nachhaltigkeit im Konsumgütersektor.

absatzwirtschaft+

Sie wollen weitere relevante Informationen und spannende Hintergründe für Ihre tägliche Arbeit im Marketing? Dann abonnieren Sie jetzt hier unseren kostenfreien Newsletter.

Anzeige

Studien

E-Autos: Wissenschaftler schreiben Brandbrief an die EU

Wenn 2030 Millionen Autos elektrisch fahren, hält dann der Ausbau beim Ökostrom noch mit – oder wird der Strommix in Summe wieder schmutziger? Wissenschaftler schreiben einen Brandbrief an die EU – und auch die Autobauer legen den Finger in die Wunde. mehr…


 

Newsticker

E-Autos: Wissenschaftler schreiben Brandbrief an die EU

Wenn 2030 Millionen Autos elektrisch fahren, hält dann der Ausbau beim Ökostrom noch…

Kaufmann übernimmt deutsche Snacking-Sparte von Mondelēz

Martin Kaufmann übernimmt zum 1. Juli die Verantwortung für das Snacking-Geschäft von Mondelēz…

Baby One entwickelt neue Eigenmarke über Innovations-Hub

Die Fachmarktkette Baby One gründet ein Innovations-Hub in der Franchisezentrale in Münster. Ein…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige