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Corona-Krise als Chance: Jetzt in den Zukunftsmodus wechseln!

Kompass
Neuausrichtung: Welche strategischen Chancen ergeben sich durch die Krise, um heute mögliche Weichen für morgen neu zu stellen? © Unsplash

Die aktuelle Coronavirus-Krise stellt viele Unternehmen tagtäglich, wenn nicht stündlich vor große Herausforderungen. Nur sollte man dabei auch heute bereits auf die Zeit nach der Krise denken, rät Markenstratege Michael Brandtner.

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Beim Krisen-Management sollten Unternehmen aktuell vor allem zwei Fragen im Auge behalten:

  1. Wie werden sich die Marktanteile in der Krise verschieben?
  2. Wie werden sich gleichzeitig auch Kaufgewohnheiten durch die Krise ändern?

Marktanteile gewinnen oder verlieren

Um die Fragen zu beantworten, sollten Sie sich zunächst eine Studie von GfK/Serviceplan aus dem Jahr 2010 ins Gedächtnis rufen. In dieser wurden 959 Herstellermarken über neun Jahre hinweg beobachtet. Das interessante Kernergebnis: “Die größten Marktanteilsgewinne, aber auch die größten Marktanteilsverluste entstehen nicht in Wachstumsphasen, sondern in Phasen des konjunkturellen Abschwungs, die in der Regel nur zehn bis zwölf Monate andauern.”

Aber die Studie zeigte noch mehr. Nämlich, dass die Marktanteilsverluste, die man in Krisen macht, auch in längeren Wachstumsphasen nicht mehr aufgeholt werden können. So gesehen könnte die Corona-Krise auf der einen Seite – in Zeiten von Ausgangssperren – speziell nachteilig für viele analoge Geschäftsmodelle sein, die von der Kundenfrequenz leben. Auf der anderen Seite besteht hier eine große Chance für alle digitalen Geschäftsmodelle.

Corona-Krise: Not macht erfinderisch

Die eingangs erwähnte Studie brachte noch weitere wichtige Punkte zum Vorschein: Die eine wesentliche Einflussgröße, die über Gewinn und Verlust von Marktanteilen entscheidet, ist die Produktinnovation. Ideal seien dabei Innovationen, die zum Markenkern passen, also die die eigene Marke im Kerngeschäft stärken. Und die zweite wesentliche Einflussgröße ist laut der Studie der antizyklische Mediaeinsatz.

In diesem Zusammenhang könnte nun ein Blick nach China lohnen. Hier gibt es im Zuge der Corona-Krise einen klaren Digitalisierungsschub für Online-Geschäftsmodelle. Nicht nur klassische Online-Händler wie Alibaba profitierten, sondern ganz speziell: Online-Konferenzen, Online-Schulungen und vor allem auch medizinische Online-Dienste. Die Downloads der Corporate Social Networking App “Ding Talk” von Alibaba übertrafen etwa die persönlichen Social Networking Apps, die sonst im App Store an erster Stelle standen.

Zudem ergänzten viele Unternehmen ihr analoges Geschäftsmodell um digitale Dienste und Dienstleistungen beziehungsweise setzten verstärkt auf Online-Marketing-Aktivitäten. Der beliebteste Marketing-Ansatz wurde dabei der Verkauf über Live-Videos beziehungsweise über Live-Streaming. Speziell viele konventionelle Branchen, wie etwa auch die Automobilindustrie setzten verstärkt auf dieses Instrument, um Kunden anzusprechen beziehungsweise neue Kundendaten zu gewinnen. Manche Unternehmen gehen sogar noch einen Schritt weiter. So überlegen etwa aktuell einige Restaurants – basierend auf den Erfahrungen der Corona-Krise – sogar ihr Geschäftsmodell gänzlich auf Online-Bestellungen zu verlagern.

Verändertes Kundenverhalten

Das heißt aber auch: Die Business-Maßnahmen werden in China nicht nur dazu führen, dass es in der Krise eine Verlagerung von “analog” in Richtung “digital” gibt. Sie werden wahrscheinlich auch dazu führen, dass auch langfristig die digitalen Geschäftsmodelle ihren Marktanteil ausbauen werden. Beispielsweise kündigte in China bereits ein großes Offline-Weiterbildungsunternehmen für Hochschulstudenten nach dem Ausbruch des Corona-Virus seine endgültige Auflösung an.

Vor diesem Hintergrund sollte man die eigene Marke jetzt und sofort doppelt auf den Prüfstand stellen. Die wiederum zwei zentralen Fragen sind dabei:

  1. Welche strategischen Chancen ergeben sich durch die Krise, um heute mögliche Weichen für morgen neu zu stellen?
  2. Welche operativen Chancen ergeben sich jetzt, um kurzfristig Marktanteile zu gewinnen, beziehungsweise selbst aktiv das Kundenverhalten in Richtung eigene Marke zu beeinflussen?

Fazit

Wenn man nicht davon ausgeht, dass diese Krise ewig dauert, sollte man unter Umständen überlegen, vom “Was kann man alles zurückfahren”-Modus in den “Wie kann man heute strategisch und operativ die Weichen für die Zukunft”-Modus zu wechseln.

absatzwirtschaft+

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Kommentare

  1. Hallo, ist ja gut und richtig seine Absatzkanäle zu überdenken, ich finde aber, das ist lediglich eine reaktive Symtombekämpfung. In erster Linie wäre es mal angebracht, die Umstände zu überdenken, die überhaupt zu so einer Pandemie geführt haben (Umfang mit Tieren/Wildtieren, Hygienestandards, Vermüllung, eben mal nach NY oder sonstwohin zum shoppen…). Ich bin der Ansicht, dass Wissensvermittlung in einem Mix aus Vor-Ort-Präsenz und digitaler Unterstützung besser funktioniert als nur digital. Wir sollten mal nicht vergessen, dass wir alle immer noch nicht im virtuellen Raum aufgegangen und auf echte Gesellschaft angewiesen sind.
    Außerdem sollte meiner Meinung nach mind 50 Prozent der Kernindustrie wieder in die EU geholt werden.

    VG Christiane

  2. Ihr Grundgedanke, dass es in Krisenzeiten darauf ankommt, Weichen für die Zukunft zu stellen, ist natürlich richtig. Die Tonart finde ich persönlich leider komplett überzogen. Denken Sie gerne antizyklisch und ein großes Stück voraus, aber doch bitte nicht in großem Tschakka vorgebrachten Marketer-Binsenweisheiten. So wirkt der Artikel leider wie ein eilfertig auf Corona umgeschriebenes Standardpapier zur Bewältigung von Absatzkrisen.

  3. Der Umweltaspekt greift bei dieser Denkweise zu kurz. Im Mittelpunkt steht die Wirtschaft. Das kann sich der Mensch jedoch auf diesem Planeten einfach nicht mehr leisten, wenn er überleben will.
    Gruß A.U.H.

  4. H.H
    In jeder Kriese steckt auch eine Chance, wir sehen jetzt, dass es möglich ist vieles schnell und Ergebnis orientiert auch ohne Mega Konferenzen von vielen VIPs aus Politik und Wirtschaft zu regeln. Spart Zeit und Co2.
    Brauchen wir dass was wir meinen zu brauchen wirklich? Schoppen zum Spaß, 3 Club Urlaube im Jahr? Verbrauch an allem was die Erde bietet in diesem Maß?
    Ist Quantitatives Wachstum der Weg, oder brauchen wir eher Qualitatives Wachstum?
    Die Corona- Krise sollte uns die Augen öffnen. Auch dafür wie wir den Klimawandel doch noch in den Griff bekommen können.
    Deutschland hat ein gutes Gesundheitssystem, eine Leistungsfähige Wirtschaft und mehrheitlich gebildete Bürger.
    Jedoch keine korrupte Regierung. Wenn wir da gut durchkommen und andere Industriestaaten wie z.B. die USA, UK, Frankreich auf die Schnauze fallen, dann können wir ein Vorbild sein! Zusammen mit Südkorea, und Japan und ja auch China.
    Das wurde unsere Position in der Weltpolitik mit Blick auf die wirklich wichtigen Dinge stärken und unsere Position in der Weltwirtschaftsordnung stärken.
    Setzt allerdings voraus, dass zupackend regiert und nicht zaghaft verwaltet wird.
    Die Kräfte hierzu gibt es in Deutschland sie müssen nur freigelassen werden.

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