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Business-News: Kaufland, Real, VW, Gehälter von Dax-Vorständen

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Der russische Real-Eigentümer SCP hat die angeschlagene SB-Warenhauskette Real von der Metro erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. © Imago

Täglich prasseln unzählige Nachrichten auf die Marketingbranche ein, die je nach Aufgabengebiet mehr oder weniger Interesse wecken. Wir fassen die wichtigsten Business-News kompakt zusammen. Diesmal im Angebot: Kartellrechtliche Bedenken bei Real-Übernahme, neue Aufgabe für Ex-VW-Digitalvorstand Senger und Gehälter von Dax-Vorständen.

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Die neuesten ausgewählten Business-News drehen sich heute um die folgenden Themen:

  1. Kartellamt hat Bedenken bei Real-Übernahme durch Kaufland
  2. Ex-VW-Digitalvorstand leitet Entwicklung des autonomen Fahrens
  3. Frauen im Vorstand von Dax-Firmen verdienen mehr als Männer

Real: Kartellamt hat Bedenken gegen Übernahmepläne durch Kaufland

Die Pläne des Großflächen-Discounters Kaufland zur Übernahme von bis zu 101 Filialen des Wettbewerbers Real stoßen beim Bundeskartellamt auf Bedenken. Nach eingehender Analyse sei bei neun Real-Märkten durch die Übernahme eine erhebliche Behinderung des regionalen Wettbewerbs zu erwarten, teilte die Aufsichtsbehörde am Montag mit. Außerdem äußerten die Wettbewerbshüter Sorge wegen der wachsenden Einkaufsmacht des Handelsriesen gegenüber Lebensmittelherstellern und Lieferanten.

Das Bundeskartellamt sei mit Kaufland und dem Real-Eigentümer SCP in Verhandlungen über mögliche Lösungen, hieß es in Bonn. Kaufland und SCP hätten der Wettbewerbsbehörde bereits erste Vorschläge gemacht, um die Bedenken des Kartellamts auszuräumen. Die Frist für eine abschließende Entscheidung sei deshalb bis zum 30. Dezember verlängert worden. Eine besondere Bedeutung kommt nach Einschätzung der Wettbewerbsbehörde dabei der Beteiligung von mittelständischen Händlern an der Veräußerung der Real-Standorte zu.

Kaufland ist Teil der Schwarz-Gruppe, zu der auch der Discounter Lidl gehört. Die Schwarz-Gruppe ist mit einem Umsatz von mehr als 113 Milliarden Euro schon heute europaweit der mit Abstand größte Lebensmitteleinzelhändler.

Der russische Real-Eigentümer SCP hatte die angeschlagene SB-Warenhauskette von der Metro erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. SCP zeigte sich trotz der Bedenken des Kartellamts optimistisch, das Verfahren wie geplant bis zum Jahresende abschließen zu können.

Neben Kaufland interessiert sich unter anderem auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka für bis zu 72 Real-Standorte. Hier hat das Bundeskartellamt noch Zeit bis zum 21. Dezember, um die Übernahmepläne zu prüfen.

Ex-VW-Digitalvorstand Senger leitet Entwicklung des autonomen Fahrens

Der frühere Volkswagen-Digitalvorstand Christian Senger leitet nun die Entwicklung von Technologien zum autonomen Fahren und von Mobilitätsdienstleistungen bei den leichten Nutzfahrzeugen im Konzern. Wie die Tochter VWN am Montag mitteilte, übernimmt zudem Kai Grünitz die technische Gesamtentwicklung bei der Marke mit Hauptsitz in Hannover.

Senger hatte zunächst die neue Software-Sparte in der VW-Gruppe aufgebaut, bei der in den kommenden Jahren Milliarden investiert und ein internes Expertennetz geschaffen werden sollen. Nachdem er Ende Juni den Start der “Software-Org” und die Entwicklung eines eigenen Auto-Betriebssystems angekündigt hatte, übertrug Konzernchef Herbert Diess kurz darauf die Zuständigkeit an Audi-Chef Markus Duesmann – dieser verantwortet die übergreifenden Technik- und IT-Themen.

Nach der überraschenden Abberufung hieß es, für Senger werde eine neue Position im Konzern gesucht. Das autonome Fahren im engeren Sinne ist bei VWN angesiedelt, wo der gelernte Maschinenbauer jetzt seine Arbeit zu diesem Teilbereich fortsetzen soll. Volkswagen kooperiert auch mit dem US-Autobauer Ford – bei dessen Tochter Argo AI, spezialisiert auf Künstliche Intelligenz, wollen sich beide Unternehmen die Entwicklungskosten teilen. Außerdem sind gemeinsame Fahrzeugprojekte mit Ford geplant, für die Grünitz zuständig ist.

Studie: Frauen im Vorstand von Dax-Firmen verdienen mehr als Männer

Frauen in der Topetage börsennotierter deutscher Firmen haben trotz Gehaltseinbußen 2019 im Schnitt mehr als Männer verdient. Nach einer Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY wurden weibliche Vorstandsmitglieder erstmals in allen Börsenindizes der Dax-Familie besser bezahlt als ihre Kollegen. Als einen wichtigen Grund nannte EY-Experte Jens Massmann das wachsende Bestreben der Unternehmen, Frauen für ihr oberstes Führungsgremium zu gewinnen. Da Kandidatinnen knapp seien, erhöhe sich ihr Marktwert und damit auch ihr Salär.

In der obersten Börsenliga der 30 Dax-Konzerne, verdienten Vorstandsfrauen im vergangenen Jahr demnach im Schnitt etwa 2,93 Millionen Euro und damit im Mittel rund 30.000 Euro mehr als die männlichen Top-Manager. Frauen werden den Angaben zufolge dort seit vier Jahren durchschnittlich besser bezahlt.

Bei den 60 Firmen im MDax war das Gehalt der Top-Managerinnen mit 1,44 Millionen Euro im Schnitt um etwa 115.000 Euro höher. Im SDax lagen den Angaben zufolge erstmals seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2013 Frauen beträchtlich vorn. Ihre durchschnittliche Gesamtdirektvergütung fiel mit rund 1,07 Millionen Euro etwa sieben Prozent höher aus als die der männlichen Vorstandsmitglieder.

Im Dax waren EY zufolge 2019 gut zwölf Prozent aller Vorstandsmitglieder weiblich, im MDax sieben Prozent und im SDax fünf Prozent. Vorstandschefs wurden bei dem Vergleich nicht berücksichtigt.

mit Material von der dpa

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