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Auswirkungen der Handelskrise auf BMW und Daimler: „China erhebt schon 25 Prozent Einfuhrzoll. Ich denke nicht, dass man den nochmals steigert“

Die amerikanische US-Exportwirtschaft im Automobilsegment wird von den beiden deutschen Premiumherstellern BMW und Daimler dominiert. Viele reden nun davon, dass die Handelskrise zwischen China und den USA zum Risiko für die deutsche Automobilindustrie werden könnte. „Ich halte das Argument für 'overstated'“, erklärt Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer. Was er damit meint, lesen Sie hier.

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„China erhebt ja schon 25 Prozent Einfuhrzoll auf Fahrzeuge. Ich denke nicht, dass man den nochmals steigert“, antwortet Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen, auf die Frage, wie hoch die Einfuhrzölle noch steigen könnten. BMW und Daimler zählen mit ihren Fabriken in den Vereinigten Staaten zu den größten Exporteuren von Autos aus den USA nach China. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, werden von den 280.000 Automobilen, die jährlich aus den USA nach China importiert werden, rund zwei Drittel von den beiden deutschen Autobauern in den USA hergestellt. Der Münchner BMW-Konzern hat in Spartanburg in South Carolina seine größte Fertigungsstätte, dort bauen rund 8.000 Mitarbeiter die Sportgeländewagenmodelle X3 bis X7 zusammen. Könnte die von China angedrohte Verdopplung der Importzölle auf 50 Prozent die Konzerne in eine Krise stürzen? Dudenhöffer ist sich sicher: „Sollten sich die Zölle noch steigern, wird BMW sicher von Indien aus – dort werden bei BMW unter anderem die X-Modelle als CKD gebaut – mehr Autos nach China exportieren. Zusätzlich wird man bei BMW über die CKD-Fertigungen von X-Modellen in China nachdenken. Damit würde BMW auch die Entscheidung treffen, den Produktionsstandort Spartanburg nicht weiter auszubauen und ein zweites Hub – vermutlich in China – für X-Modelle aufbauen. Ähnliches gilt für Daimler – in deutlich geringerem Maße.“ CKD – Completely Knocked Down–  bedeutet, dass die Fahrzeuge nicht fertig montiert exportiert werdem, sondern als vorgefertigter Bausatz.

USA als Standort überdenken

Von den eingesessenen US-Herstellern wären Ford und der Elektrowagenbauer Tesla von steigenden Zöllen betroffen, denn sie exportieren ebenfalls nach China. „Also kurzfristig könnte – was ich für wenig wahrscheinlich halte – ein noch höherer Zoll auf BMW und Daimler für US-Exporte nach China kommen und Wettbewerbsnachteile bringen. Aber das wäre keine Dauersituation. Sondern, sagen wir ‚Windfall losses‘ , die verkraftbar sind, und keine Dauerverschlechterung bringen würden. Allerdings würde langfristig der Produktionsstandort USA leiden. Wegen Trump wird man vorsichtiger sein, zusätzliche Investitionen in den USA zu tätigen, die über den US-Inlandsverbrauch hinausgehen.“

GM könnte auch unter Beschuss geraten

General Motors hingegen produziert in China Modelle für den eigenen Heimatmarkt. Dudenhöffer: „Nicht ausschließen würde ich Änderungen bei Besteuerungen von US-Unternehmen – wie GM –, die in China mit Joint Ventures produzieren. Für die Chinesen könnte dies eine willkommene Chance sein, die US-Unternehmen aus dem China-Markt zu drängen“, so Dudenhöffer. GM hat im vergangenen Jahr vier Millionen Fahrzeuge überwiegend in China gebaut und in China verkauft. Das waren 42 Prozent aller von GM weltweit verkauften Modelle, erklärt Dudenhöffer. „Für die chinesischen Autobauer, aber auch für die VW-Gruppe, wäre das ein großes Geschenk und für die US-Konzerne ein herber Verlust, der bei GM und Ford deutlich Probleme hervorrufen könnte. Trump spielt mit dem Feuer und könnte sich an den Chinesen seine Hände sehr schmerzhaft verbrennen.“

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