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Alexa-Manager Kaiser warnt vor “80er-Jahre-Mailboxmenüs”

"Sprache ist die natürlichste Art der Interaktion zwischen Menschen", sagt Amazon-Manager David Kaiser. © Amazon

Smart Speaker stehen jetzt schon auf den Weihnachtswunschlisten der Konsumenten ganz oben. Höchste Zeit also für Marketer, sich mit dem Thema Voice-Anwendungen zu befassen. David Kaiser, General Manager Growth and Engagement Alexa Europe bei Amazon, warnt dringend davor, einfach die mobile App zu kopieren.

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Herr Kaiser, für welche Unternehmen und Branchen ist die Implementierung von Skills eigentlich sinnvoll?

David Kaiser: Ich denke nicht, dass dies branchenabhängig ist. Sprache ist die natürlichste Art der Interaktion zwischen Menschen und ich bin überzeugt, dass Sprache auch für viele Anwendungsfälle die Interaktion mit Technologie erleichtert. Ich würde deshalb jeder Branche beziehungsweise jedem Unternehmen empfehlen zu schauen, in welchen Anwendungsfällen der Nutzer entweder etwas schneller, leichter oder bequemer mit Alexa erledigen kann.

Was könnte das zum Beispiel sein?

Der Gang zum Lichtschalter war im Smart-Home-Bereich bisher meist schneller und leichter, als das Handy aus der Tasche zu holen, zu entsperren, die richtige App zu finden, ins richtige Menü zu gehen und so weiter. Genauso ist es beim Pflegen einer Einkaufsliste, beim Zugverbindung suchen, Fernsehprogramm abfragen oder nach den letzten Fußballergebnissen zu fragen. Hier ist Sprache einfach deutlich besser geeignet.

Was müssen Marketingentscheider für die Implementierung von Skills wissen und tun? 

Ich würde immer empfehlen, sich nicht nur aus reiner Marketingsicht mit dem Thema Sprache zu befassen, sondern immer in Zusammenarbeit mit dem Produktteam. Die Entwicklung eines Skills ist sehr einfach und für viele Web- und App-Entwickler keine große technische Herausforderung. Tatsächlich ist aber die Konzeption eines Sprach-Interaktionsmodells nicht so einfach wie man auf den ersten Blick meint. Es gibt hier noch nicht sehr viele erfahrene Voice-User-Interface-Designer, wie man es aus dem App-Bereich kennt. Viele Anbieter kopieren einfach eins zu eins ihre mobile App, was meist zu 80er-Jahre-Mailboxmenüs führt: “Wähle 1 für X, Wähle 2 für Z ….” Hier verliert der Nutzer schnell das Interesse. Stellen Sie sich vor, Sie würden so mit einem Menschen sprechen.

Welcher Aufwand entsteht im Vorfeld und welche Pflege erfordert ein Skill nach seiner Implementierung?

Dies ist pauschal schwierig zu quantifizieren. In der Regel gleicht der initiale Entwicklungsaufwand dem einer App-Entwicklung. Planen Sie auf jeden Fall die Pflege des Skills ein. Regelmäßig aktualisierte Inhalte sorgen dafür, dass Nutzer auch häufiger zurückkommen.

Die Fragen wurden schriftlich gestellt und beantwortet.

absatzwirtschaft+

Mehr zum Thema Voice-Anwendungen lesen Sie in der Titelstory unserer Printausgabe 11/2019, in der wir uns aus verschiedenen Blickwinkeln damit befassen, was die zunehmende Verbreitung der Smart Speaker eigentlich fürs Marketing bedeutet. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier bestellen.

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Kommentare

  1. Ich bin mir sicher, dass es nicht mehr lange dauern wird bis diese Möglichkeit der Voice-Anwendungen als ganz “normal” genutzt werden wird. Wir werden die Entwicklung für unsere eigene Nutzung weiter beobachten….

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