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Nachhaltigkeit: CEOs fordern Mut zur Kurskorrektur

Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit: Globale CEOs sind mit den aktuellen Fortschritten nicht zufrieden. © Riccardo Annandale / Unsplash

Weltweit hinken die Unternehmen in puncto Nachhaltigkeit ihren eigenen Ambitionen hinterher. Die CEOs scheinen das zunehmend zu erkennen – doch wie kann Nachhaltigkeit auch in der Praxis zum Treiber werden?

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In der von Accenture Strategy und United Nations Global Compact durchgeführten Studie „Decade to Deliver“ erachten fast alle Befragten (99 Prozent) Nachhaltigkeit als relevant für ihren Geschäftserfolg. Die Ergebnisse stützen sich auf die Befragung von mehr als 1000 CEOs aus über 100 Ländern.

Die Untersuchung zeigt, dass nur 21 Prozent der CEOs glauben, Unternehmen spielten eine maßgebliche Rolle bei der Erreichung der 2015 von fast allen Staaten der Welt verabschiedeten globalen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs). Und das, obwohl 71 Prozent der CEOs der Meinung sind, die Privatwirtschaft könnte eine Schlüsselrolle in der Umsetzung der Ziele einnehmen, brächten sich Unternehmen aktiver ein.

Eine Chance, die priorisiert werden sollte 

Darüber hinaus sind sich 40 Prozent der befragten CEOs sicher, dass Nachhaltigkeit zu mehr Umsätzen führt und 35 Prozent berichten von Kosteneinsparungen durch Nachhaltigkeit. Hinzu kommt, dass nach Ansicht der Befragten eine nie dagewesene Veränderung in der öffentlichen Erwartung die Unternehmen dazu zwingt, Nachhaltigkeit voranzutreiben, um Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit in ihren Märkten aufzubauen. 76 Prozent der Befragten glauben, dass Vertrauen für ihre Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden fünf Jahren ein entscheidender Faktor wird.

Doch die globalen Unternehmensführer sind mit den aktuellen Fortschritten nicht zufrieden und fordern, dass Kollegen branchenunabhängig ihr Engagement verstärken und Planungen in die Tat umsetzen. Bis zum Zieldatum 2030 verbleiben weniger als 4000 Tage.

88 Prozent der CEOs sind der Ansicht, unsere globalen Wirtschaftssysteme sollten sich künftig wieder auf ein faires Wachstum, das alle einbezieht, konzentrieren. Ungefähr zwei Drittel denken, Wirtschaftswachstum und die Nutzung natürlicher Ressourcen seien zu entkoppeln. Beides sind wesentliche Ziele innerhalb der SDGs und sie bergen riesiges Potenzial für die Kreislaufwirtschaft.

75 Prozent investieren in digitale Technologien für mehr Nachhaltigkeit

Auch wenn die CEOs nicht genug Fortschritt sehen, geben in der aktuellen Studie vier von fünf Befragten (81 Prozent) an, dass ihr Unternehmen durchaus Maßnahmen ergreife, um die SDGs voranzutreiben. Mehr als 200 der befragten Unternehmen haben auf wissenschaftlichen Untersuchungen basierende Ziele für den Klimaschutz verabschiedet, um ihren fairen Beitrag zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens zu leisten. Eine ähnliche Zahl hat sich dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf netto Null zu senken. 35 Prozent der CEOs planen, ein „science-based target“ im nächsten Jahr zu verabschieden. Darüber hinaus investieren 75 Prozent der CEOs in digitale Technologien für mehr Nachhaltigkeit.

All die bisherigen Aktivitäten werden jedoch nicht als ausreichend erachtet. Der Haken liegt laut der CEOs häufig in der Koplexität der strategischen Prioriätensetzung: die unsicheren geopolitischen Rahmenbedingungen, mit denen strategisch ugegangen werden muss, und die kurzfristig finanzielle Fokussierung sind wichtige Ursachen, warum Unternehmen sich im Zweifelsfall nicht für die oft längerfristige nachhaltige Maßnahme entscheiden. 55 Prozent sehen im Kostendruck eins der größten Hindernisse.

Drei kritische Anforderungen: verbindlichere Ambitionen, systemische Veränderungen, verantwortungsvolle Führung

Um den Fortschritt zu beschleunigen, identifizieren die CEOs drei kritische Anforderungen.

  • Erstens die eigenen Ambitionen zu erhöhen und verbindlicher zu gestalten, um Maßnahmen zu priorisieren.
  • Zweitens müssten Unternehmen, Regierungen, Regulierungsbehörden und Nichtregierungsorganisationen zusammenkommen, um realistische und wissenschaftsbasierte Lösungen für die globalen Herausforderungen zu entwickeln.
  • Und drittens, die Neudefinition verantwortungsvoller Führung. An sich und ihre Berufskollegen stellen die Studienteilnehmer hohe Anforderungen, vor allem an die erforderlichen Führungsqualitäten. So ist man sich einig, dass führende CEOs über den kurzfristigen Gewinn hinausschauen müssen. Sie sollten Nachhaltigkeit konsequent in ihre Kerngeschäftsstrategie, in ihre Geschäftstätigkeit und in ihre Investitionen rund um Innovation und Technologie integrieren.

Klare Verbindung von Nachhaltigkeit zum Unternehmenswert

Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Wettbewerbsfähigkeit jedes Unternehmens und für Wachstum, Rentabilität und Vertrauen immer wichtiger. Waren es 2013 noch 38 Prozent der befragten CEOs, die keine „klare Verbindung von Nachhaltigkeit zum Unternehmenswert“ gesehen haben, sieht inzwischen nur noch jeder Fünfte (21 Prozent) keinen Zusammenhang.

Verantwortungsbewusste Führungskräfte, da sind sich die Befragten einig, nehmen Nachhaltigkeit persönlich und fördern aktiv die Kreislaufwirtschaft, halten Menschen für Nachhaltigkeitsziele verantwortlich, forcieren die Diskussion mit Investoren und führen positive Veränderungen mit Authentizität und Integrität.

Autoren:

  • Alexander Holst, Partner, Accenture Strategy – Sustainability, Leiter der Region Deutschland, Österreich und Schweiz
  • Katharina B.M. Beck, Senior Managerin, Accenture Strategy – Sustainability

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Kommentare

  1. Wenn das so stimmt, wie es im Bericht steht, dann frage ich mich, warum die Resonanz auf bestehende Mittel so gering ist. Es gibt bereits ein Zertifikat zur nachhaltigeren Unternehmensführung. Es ist ein Zertifikat und dabei ist es erforderlich die entsprechenden Kriterien – die sich übrigens an den deutschen CSR Richtlinien und den SDG´s orientieren und absolut messbar und belegbar sind. Es geht und funktioniert.

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