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Die Dmexco naht – 5 Fragen an: Martin Dominicus von Carl Zeiss

Zeiss
Zeiss-Manager Dominicus: "Social Media verkümmert häufig zum profanen Werbekanal und Konsumenten lernen, Beiträge von Unternehmen zu ignorieren." © Carl Zeiss

Es ist "kurz vor Dmexco". In unserem "5 Fragen"-Interviewformat erklärt diesmal Martin Dominicus, Head of Global Digital Marketing von Zeiss Vision Care, wie er Optikern mit Wissen, Beratung und Services rund um Digitalmarketing helfen will und nennt zudem seine drei Erfolgsrezepte für Social Media.

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1. Schmerz, lass nach: Welches Digitalthema im Marketing bereitet Ihnen aktuell am meisten Kopfzerbrechen?

MARTIN DOMINICUS: Wie können wir die vielen Tools und Technologien für unsere B-to-B-Kunden besser nutzbar machen? Das treibt uns um. Wir arbeiten weltweit mit Augenoptikern zusammen, um Konsumenten zu erreichen. Größere Unternehmen leisten sich Marketingprofis, die sich ständig weiterbilden, um bei der Digitalisierung am Ball zu bleiben. Viele Optiker müssen sich und ihr Team selbst fit machen für die digitale Welt. Früher genügte oft ein Inserat in der lokalen Zeitung. Heute soll er oder sie für Google Ads auf Keywords bieten, ein vollständiges Listing in allen gängigen Local Directories sicherstellen und mit Sponsored Posts in Social Media neue Follower gewinnen.

Wo soll man da beginnen? Wie macht man es richtig? Wer kann einem helfen? Und wir sprechen hier über hunderttausende von kleinen und mittleren Unternehmen, allein in unserer Branche. Bei Zeiss haben wir es uns gerade in der aktuellen Zeit zur Aufgabe gemacht, den Optikern mit Wissen, Beratung und Services rund um Digitalmarketing partnerschaftlich zu helfen, damit sie auch in ihrem Geschäft die digitalen Möglichkeiten nutzen können.

2. Buzzword Bingo: Das derzeit überschätzteste Digitalthema im Marketing ist … ?

… vermutlich Social Media. Einfach weil es oft nicht richtig genutzt wird. In Social Media glaube ich an drei Erfolgsrezepte – erstens: authentische und bedeutungsvolle Inhalte, die das Potenzial zu viralen Verbreitung haben, zweitens: Marken oder Produkte, die eine Community von Gleichgesinnten um sich versammeln und diese als Botschafter nutzen und drittens: angemessene Budgets, um entsprechend Werbedruck aufzubauen.

Als Unternehmen gehört ein Social-Media-Auftritt in jedem Fall zur Standardausstattung, aber nicht jedes Unternehmen ist in der Lage die Erfolgsrezepte umzusetzen. Und so verkümmert Social Media häufig zum profanen Werbekanal und Konsumenten lernen, Beiträge von Unternehmen zu ignorieren. Oft ist Social Media die erstgenannte Disziplin bei der Frage nach Online-Marketing im Unternehmen. Die Wirkung wird in vielen Fällen überschätzt, der Aufwand für eine professionelle Nutzung oft unterschätzt.

3. Butter bei die Fische: In welchem digitalen Marketing-Thema bräuchten Sie dringend mal einen Auffrischungskurs?

Ich beschäftige mich gerade viel mit dem chinesischen Markt. Zunächst in der etwas naiven Hoffnung, dort globale Strategien nutzbar zu machen – mittlerweile mit der nüchternen, aber reiferen Erkenntnis, wie viel anders – und in mancher Hinsicht auch weiter entwickelt – dieser Markt in Bezug auf digitale Markenerlebnisse und Methoden vor allem im Bereich Omni-Channel ist. Normalerweise probiere ich neue Apps, Kanäle oder Tools gern selbst aus, um mir ein Verständnis davon zu verschaffen und sie strategisch einzuordnen – in China machen mir Sprachbarriere und geografisch begrenzte Funktionen einen Strich durch die Rechnung. Tatsächlich habe ich daher auch schon Zeit in den ein oder anderen Kurs investiert und mich mit meinen Kollegen vor Ort intensiv ausgetauscht.

4. Events post Corona: digital und effizient oder physisch und persönlich?

Ich hoffe eigentlich auf eine Mischung aus Beidem. Corona hat dafür gesorgt, dass digitale Formate für Events sich rasant etablieren und heute deutlich reifer sind als noch vor einem Jahr. Teilweise schaffen sie es sogar Menschen, Wissen und Ideen noch besser zusammenzubringen als rein physische Formate dazu im Stande waren. Aber viele der Gespräche, die mich am meisten inspiriert haben, sind spontan während der Kaffeepause nach einer Präsentation oder in der Hotelbar am Abend zustande gekommen. Wäre es nicht toll, wenn man das Beste aus beiden Welten ergänzen könnte? Physische Treffen mit echten Menschen, aber unterstützt von digitalen Formaten, um Wissen, Ideen und Informationen besser zugänglich zu machen.

5. Empfehlung des Hauses: Was ist Ihre digitale Lieblings-Anwendung im Privatleben?

Die Nutzungs-Statistik meines Smartphones würde Spotify offenbaren, weil ich beim Arbeiten und Denken gern Musik höre. Meine Frau würde unsere Alexa nennen, die ich ihr gegenüber immer verteidige, wenn die Software mal wieder etwas falsch verstanden hat (jeder sollte die Gelegenheit bekommen, sich durch Fehler weiterzuentwickeln). Aber tatsächlich bin ich ein großer Fan von Google Maps. Nicht nur zur Navigation, sondern vor allem wegen der Qualität und Dichte der Informationen, die sich dort über die Welt um uns herum zusammenfinden und wegen der spannenden Anwendungsmöglichkeiten, die sich auf der Basis dieser Informationen noch in Zukunft eröffnen dürften – auch für Marken wie Zeiss.


Vita: Martin Dominicus

Martin Dominicus ist seit Ende 2014 Head of Global Digital Marketing von Zeiss Vision Care, einer 100-prozentigen Tochter von Carl Zeiss im Bereich Augenoptik. Insgesamt arbeitet Dominicus schon seit fast 20 Jahren für Carl Zeiss, angefangen als Trainee (2002 bis 2004) und später unter anderem als Head of Global Marketing (2010 bis 2014).


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