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Amazon schlägt Profit aus Hurrikan Irma: Versand und Preise von Nestlé und Fiji-Wasser explodieren

Wenn die Wasserpreise in die Höhe schnellen

Wenn Knappheit auf hohe Nachfrage stößt, freuen sich die Händler. Diese Wirtschaftsweisheit scheint Amazon sehr ernst zu nehmen und sogar dann anzuwenden, wenn das Leben von Menschen – wie jetzt beim Hurrikan Irma – bedroht ist.

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Von Linda Gondorf und Sarah Hölting

Die Menschen in Florida, Georgia und South Carolina bereiten sich derzeit auf den voraussichtlich schlimmsten Wirbelsturm vor, dem sie je ausgesetzt waren. Um die Zeit unter Hurrikan „Irma“ zu überstehen, ist eines besonders wichtig: Wasser. Darauf wies auch Gouverneur Rick Scott gegenüber dem Sender ABC mit Nachdruck hin. So sollen sich alle Einwohner für drei Tage mit Wasser und Nahrungsmitteln eindecken. Allerdings mahnte er auch: „Nehmt, was ihr braucht, aber nehmt nicht mehr“. Aus gutem Grund, denn in den Supermärkten kommt es bereits jetzt zu massiven Engpässen.

Preiswucher bei Amazon

An dieser Knappheit findet Amazon offenbar Gefallen und lässt die Preise für grundlegende Notfall-Lieferungen vor der potenziellen Verwüstung explosionsartig in die Höhe schnellen. Jetzt muss sich der Online-Riese Anschuldigungen von Floridas Bewohnern anhören: Insbesondere die Kosten des Wassers wurde angezogen, berichtet Forbes. Reporter des Business Insider berichteten als erstes darüber, dass Kunden von zum Beispiel Aquafina oder Nestlé nun für einen 24-Pack zwischen 20 bis 25 US-Dollar zahlen müssen. Am 03. September kostete das gleich 24-Pack auf Amazon nur acht US-Dollar. Screenshots dieser Käufe gingen bei Twitter rum.

Egal ob Fiji oder Nestlé: Vor Samstag kommt kein Wasser in Florida an

Einer der extremsten Fälle von beschleunigten Versandkosten wurde von Diana Moskovitz, Chefredakteurin bei Deadspin, geteilt. Sie wollte ihrer Familie Wasser zukommen lassen. Das kostet sagenhafte 179.25 Versand.

Bei einem Dritthändler gibt es 24 0,5-Liter-Flaschen für satte 99,99 Dollar – ein stolzer Preis. Zu den Vorwürfen äußerte sich Amazon bereits gegenüber USA Today und erklärte, dass „ wir aktiv unsere Seite überwachen und Angebote von Wasserfalschen entfernen, die den aktuellen Durchschnittsverkaufspreis übersteigen. In den vergangenen Monaten unterlagen die Preise allerdings keinen großen Schwankungen. Niedrigpreisige Angebote sind schneller ausverkauft, weshalb höherpreisige Angebote von Drittanbietern angezeigt werden.” Wenn Kunden aber glauben, dass ein Angebot zu teuer geworden ist, sollen sie laut Sprecherin den Kontakt zum Amazon-Kundendienst suchen. 

Preisexplosion während Katastrophen? Kein Einzelfall

Wir erinnern uns an die Geiselnahme in Sydney 2014: Fahrdienstunternehmen Uber hatte nach der Geiselnahme seine Preise in der Metropole drastisch erhöht: Kunden berichteten, für Fahrten aus der Innenstadt zum Flughafen, die normalerweise 60 Australische Dollar (40 Euro) kosten, hätten die Uber-Fahrer plötzlich 185 Dollar (122 Euro) verlangt. Twitter-Nutzer bezeichneten es als „Schande“ und „armselig“, dass Uber aus der Geiselnahme Kapital schlagen wollte. Nun droht das gleiche Amazon.

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