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Supermacht Internet: Google, Facebook und Amazon sind so wertvoll wie nie

Amazon, Facebook und Google sind zu mächtig

Es sind historische Zeiten, die selbst die größten Internet-Apologeten sprachlos machen müssen: Die weltgrößten Internetkonzerne werden immer wertvoller und beherrschen mehr denn je die Wirtschaft. Am Freitag stürmten Amazon, Facebook und Google im Gleichschritt auf neue Allzeithochs. Zusammen ist das Trio nun bereits mehr als eine Billion Dollar wert

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Als Tech-Journalist ist es immer so eine Sache mit der richtigen Perspektive. Man ist oft früh dran mit neuen Trends und glaubt schnell, das nächste große Ding gefunden zu haben – nicht zuletzt der Schlagzeile wegen. 2008 etwa, als wir MEEDIA gelauncht haben, schien sich die Goldene Ära des Internets anzukündigen – für viele Traditionsmedien waren die  Emporkömmlinge, über die wir tagein, tagaus berichtet haben, indes nichts als der nächste Hype, der mal wieder hochgejazzt wurde, übermorgen aber vielleicht schon wieder vergessen sein würde.

Meine ersten Artikel waren seinerzeit eine siebenteilige Serie über ein damals vier Jahre altes Start-up, das gerade den hundertmillionsten Nutzer gewonnen hatte – der Name: Facebook. Mark Zuckerbergs Social Network war seinerzeit für viele Beobachter ein Kuriosum, an dem das Silicon Valley, dieses scheinbar absurde Versuchslabor für Nerd und Geeks, so reich ist.

Microsofts Facebook-Beteiligung bestes Investment der Ära Ballmer

Was um alles in der Welt trieb den damaligen Microsoft-Chef Steve Ballmer eigentlich dazu, für einen 1,6 Prozent-Anteil 240 Millionen Dollar hinzulegen – und zwar auf Basis einer Bewertung von 15 Milliarden Dollar? Heute wissen wir: Es war das beste Investment der Ära Ballmer. Hätte Microsoft an seinem Investment in vollem Umfang bis heute festgehalten – die seinerzeit verspottete Beteiligung  wäre unfassbare 4,6 Milliarden Dollar wert.

Das liegt daran, dass das längst weltgrößte Social Network heute so wertvoll ist wie nie. Am vergangenen Freitag schoss das erst elfeinhalb Jahre alte Internet-Unternehmen auf ein neues Allzeithoch und durchbrach nach monatelangem Anlauf endlich die magische Marke von 100 Dollar. Noch beeindruckender ist aber eine klein gedruckte Kennziffer im Statistikteil der Finanzportale: Unglaubliche 288 Milliarden Dollar ist Facebook heute wert.

Weltmarken wie Walmart, Coca Cola und Procter & Gamble längst distanziert

Wer nichts mit diesen Summen anfangen kann, sollte den Vergleich mit den größten Global Playern suchen, die sich seit vielen Jahrzehnten, manchmal gar mehr als einem Jahrhundert bewährt haben. McDonald’s? Schoss vergangene Woche ebenfalls auf den höchsten Stand aller Zeiten, notiert aber nur knapp über 100 Milliarden Dollar. Coca Cola? Wird aktuell mit 186 Milliarden Dollar bewertet. Walmart bringt es exakt auf dieselbe Marktkapitalisierung. Selbst das heimliche Vorbild Procter & Gamble liegt mit 209 Milliarden Dollar inzwischen ebenfalls deutlich hinter dem Social Network.

Tatsächlich gibt es nur eine Handvoll anderer Unternehmen, die wertvoller sind als die blaue Webseite mit der 1,5  Milliarden Nutzer starken Community. Warren Buffetts Finanzkonglomerat Berkshire Hathaway, das vor allem in Old Economy-Konzernen wie Walmart, Coca-Cola, American Express und Wells Fargo investiert, bringt es auf 340 Milliarden, Ölmulti Exxon Mobil auf 346 Milliarden Dollar.

Microsoft, Google und Apple machen Top drei unter sich aus

Was folgt, ist ein Bild, das in den Nullerjahren noch als pure Fantasterei von Tech-Enthusiasten durchgegangen wäre – bereits Bewertungen jenseits der 100 Milliarden Dollar von Google und Apple wurden eifrig diskutiert. Anno Oktober 2015 kommen die drei Spitzenreiter allesamt aus der Internet- bzw. Techbranche.

Softwareriese Microsoft, Ende der 90er-Jahre selbst lange Zeit der wertvollste Konzern der Welt, wurde nach starken Quartalszahlen Ende der Woche mit einer satten 10-Prozent-Rally belohnt, die im höchsten Kursniveau seit der Jahrtausendwende gipfelte. 422 Milliarden Dollar ist der Windows-Konzern nunmehr wert und damit aktuell die Nummer drei der Börsenwelt.

Die Nummer zwei ist indes wieder nicht in Sichtweite, weil Erzrivale Google, der jetzt als Alphabet firmiert, zeitgleich ein höchst beachtliches Zahlenwerk vorlegte, dass die Alphabet-Aktie zeitweise ebenfalls zweistellig emporkatapultierte und damit für einige Stunden am Freitag gar den Börsenwert von 500 Milliarden Dollar knacken ließ; am Ende blieb das Börsenbarometer bei 495 Milliarden Dollar stehen.

Können Apple und Microsoft mittelfristig den Siegeszug des Internet-Trios aufhalten?

Und dann ist da noch die unangefochtene Nummer eins Apple, die diese Woche ihre Geschäftsbilanz für das abgelaufene September-Quartal präsentieren wird und Freitag im Sog der Internet-Euphorie auch einmal wieder um drei Prozent zulegen konnte. Mit 680 Milliarden Dollar bleibt der iPhone-Hersteller weiter der wertvollste Konzern der Welt.

Doch die Marktdynamik scheint nicht für die älteren Tech-Pioniere, sondern die dynamischeren Internet-Überflieger zu arbeiten: Apple hat trotz der Rekordgewinne ein problematisches Börsenjahr mit lediglich einstelligen Kursgewinnen hinter sich, weil die Wall Street Tim Cook weiter misstraut, langfristig mit dem iPhone noch wachsen zu können.

Microsoft wiederum steckt in einem jahrelangen Turnaround-Prozess mit offenem Ausgang: Das Kerngeschäft mit Windows steht vor einer Transformation, Kurstreiber ist aktuell vor allem die boomende Cloud-Sparte. Sowohl Apple als auch Microsoft notieren aktuell weiter zweistellig unter den Höchstkursen.

Kursexplosionen bei Amazon, Google und Facebook

Die wahren Kursraketen kommen indes aus dem Internet-Sektor, der im dritten Jahrzehnt wirtschaftlich seine Honig-und Nektar-Periode erlebt: Google (Aktie +36 Prozent seit Jahresbeginn) und Facebook (+31 Prozent) verdienen Milliarden.

Und auch Amazon (+93 Prozent), die Nummer drei, das wieder bis auf wenige Prozent ans Social Network herangerückt ist, arbeitet endlich profitabel und kann angesichts von Jahresumsätzen von über 100 Milliarden Dollar auch jederzeit die Gelddruckmaschine anwerfen, wenn es etwa seinen Premiumdienst Prime nur um wenige Dollar anheben würde.

Amazon, Facebook und Google zusammen erstmals über eine Billion Dollar wert

Wie vernarrt die Wall Street in das kongeniale Internet-Trio ist, wurde am Freitag deutlich, als Amazon, Google und Facebook zusammen fast 50 Milliarden Dollar Börsenwert zulegten. Die Ausmaße der Börsendominanz haben seit Freitag neue historische Rekordmarken pulverisiert: Die drei wertvollsten Internetkonzerne sind nunmehr bereits mehr als eine Billion Dollar wert!

Wie sehr die Wall Street bereits von der Tech- und Internet-Wirtschaft dominiert wird, unterstreicht ein Blick auf die zehn wertvollsten Konzerne der Welt, von denen drei aus dem Internet- und zwei aus dem Techsektor kommen. In anderen Worten: Für die Wall Street sind Bits und Bytes inzwischen das Maß aller Dinge.

Das Silicon Valley, in dem seit Jahrzehnten in einzigartiger Symbiose zwischen verbissen und verspielt an der Zukunft getüftelt wird, erlebt damit in diesen Tagen auch den totalen Triumph in der Welt der Hochfinanz. Gleichzeitig steht der Siegeszug von Apple, Amazon, Facebook, Google und Microsoft auch symbolisch für das Comeback der Supermacht Corporate America, das in den Schwellenländer-süchtigen Nullerjahren (Gazprom! Petrobras! Industrial and Commercial Bank of China!) so auch kaum einer erwartet hätte.

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