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Die Studien der Woche: Kreditkarten, Konjunktursorgen, steigender Einkaufskomfort und Marketing-IT

Diese Woche geht es um Kreditnehmer in Westdeutschland, Konjunkturerwartungen und durchgängige Einkaufserlebnisse

Jede Woche werden neue Studien veröffentlicht, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Forschungsergebnisse der vergangenen Woche

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Top 1: Brandenburg ist „Kreditmeister“

er durchschnittliche Kreditnehmer in Ostdeutschland ist vom typischen Kreditnehmer in Westdeutschland kaum noch zu unterscheiden. Dies hat eine Auswertung des Online-Kreditvergleichportals smava ergeben. Sowohl im Westen als auch im Osten sind die Kreditnehmer im Schnitt älter als 45 Jahre, überwiegend männlich und nehmen Kredite zwischen 11.000 und 13.000 Euro auf. Die Daten basieren auf sämtlichen Krediten, die im Jahr 2015 über smava aufgenommen wurden. Die meisten Kredite gingen in der ersten Jahreshälfte 2015 nach Westdeutschland (83,4 Prozent) – im Verhältnis zur Einwohnerzahl sind dies 65,7 Prozent. Nach Ostdeutschland gingen entsprechend nur 16,6 Prozent bzw. im Verhältnis zur Einwohnerzahl 34,3 Prozent.

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Im Bundesländervergleich wurden die meisten Kredite in Nordrhein-Westfalen aufgenommen, wo jeder Fünfte (21,1 Prozent) einen Kredit abschloss. Auf den weiteren Plätzen folgen Bayern (14,7 Prozent) und Baden-Württemberg (12,7 Prozent). Schlusslicht bei der Kreditvergabe ist Bremen (0,7 Prozent). Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist Brandenburg mit 8,1 Prozent „Kreditmeister“, gefolgt von Berlin (7,9) und Thüringen (7,0 Prozent). Die größten „Kreditmuffel“ kommen laut Pro-Kopf-Analyse aus dem Saarland (4,8 Prozent). Die durchschnittlich höchsten Kreditsummen gab es in Baden-Württemberg (13.400 Euro), Schlusslicht ist hier Sachsen mit 10.300 Euro.

Top 2: Konjunktursorgen werden größer

Die Konjunkturerwartungen der Deutschen befinden sich weiter auf Talfahrt. Der Indikator sinkt im September zum vierten Mal in Folge. Dabei ist das Minus mit 10,2 Punkten deutlich ausgeprägter als im August (-1,8 Punkte). Mit einem Wert von 6,4 Punkten liegt der Konjunkturindikator aber noch immer knapp über seinem Vorjahresniveau von 4,4 Zählern. Die Konjunktursorgen der Verbraucher sind damit spürbar gewachsen. Dies liegt sicherlich kaum an den nach wie vor sehr guten inländischen Rahmenbedingungen, wie Beschäftigung, Einkommen und Inflation. Vielmehr ist das internationale Fahrwasser zuletzt deutlich unruhiger geworden. Konjunkturell schwächelnde Schwellenländer wie China, Brasilien oder auch Russland dürften künftig die Exportaussichten deutscher Unternehmen beeinträchtigen.

Zudem zeigen offenbar die internationalen Krisenherde im Nahen Osten, der Ukraine, aber auch die bestehenden Sanktionen für Russland ihre Wirkung. Hinzu kommt der in den letzten Wochen stark gestiegene Zustrom an Flüchtlingen nach Europa – und hier insbesondere nach Deutschland. Die Deutschen schätzen zum zweiten Mal in Folge ihre Einkommensaussichten weniger optimistisch ein als im Vormonat. Gründe dafür sind zum einen die eingetrübten Konjunkturaussichten. Zum anderen erwarten die Verbraucher, dass aufgrund des großen Flüchtlingszustroms die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten steigen wird. Der Indikator Einkommenserwartung verliert im September um 5,8 Punkte und steht aktuell bei 47,7 Zählern. Im August betrug der Rückgang 5,1 Zähler. Dennoch liegt der Indikator nach wie vor auf einem überaus hohen Niveau. Auch im Vergleich zum Vorjahr steht immer noch ein Plus von 4,3 Punkten zu Buche.

Top 3: Deutsche Verbraucher fordern Einkaufskomfort und Nutzen

Beim Einkaufen sind deutsche Konsumenten experimentierfreudiger als der weltweite Durchschnitt, das zeigt eine aktuelle Studie von Oracle. Allerdings dürfen Bequemlichkeit und Komfort dabei nicht auf der Strecke bleiben, sie haben nach wie vor einen hohen Stellenwert. Die Ergebnisse der in diesem Jahr von Oracle durchgeführten Verbraucherstudie „Retail Without Limits – A Modern Commercial Society“ charakterisieren deutsche Konsumenten als unabhängige Einkäufer, die technologischen Hilfsmitteln gegenüber aufgeschlossen sind, wo immer diese den Einkauf komfortabler gestalten; allerdings legen sie zugleich hohen Wert darauf, ihre Interaktionen mit Händlern selbst zu kontrollieren.

Die Befragung ergab, dass Konsumenten ein durchgängiges Einkaufserlebnis erwarten, das sich durch ein breites Sortiment hochwertiger Produkte sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnet. Sie sind offen für neue Lösungen, die ihnen diese Auswahl, Einfachheit und Komfort bieten, legen aber gleichzeitig Wert auf persönliche, kompetente Betreuung in der Filiale. Kunden schätzen ihre Privatsphäre und sind wertbewusst – und diese Haltung hat entscheidenden Anteil daran, für welchen Händler sie sich letztendlich entscheiden. Kunden sind grundsätzlich dazu bereit, sich neuen Marken und alternativen Produkten zuzuwenden, falls die eigenen Erwartungen vom bisherigen Händler nicht erfüllt werden. „Wie überall in der Welt erwarten Konsumenten auch in Deutschland vom Handel ein einheitliches Einkaufserlebnis. Dazu gehört das nahtlose Einkaufserlebnis über alle Kanäle, egal ob online, mobil oder in der Filiale; vor allem die Filiale stellt dabei für Kunden ein zentrales Unterscheidungsmerkmal in Bezug auf Service und Komfort dar“, so Jill Puleri, Senior Vice President und General Manager, Oracle Retail.

 Oracle gab die vom Marktforschungsinstitut Redshift Research durchgeführte Umfrage im Januar 2015 in Auftrag. Die Ergebnisse der Studie Retail Without Limits – A Modern Commercial Society, mit Antworten von 5.000 Teilnehmern aus zehn Ländern, wurden im März 2015 veröffentlicht.

Top 4: Drei von vier Marketingabteilungen setzen auf Kooperation mit der IT

Drei von vier Marketingabteilungen erkennen die Bedeutung von Datenanalyse und Technikverständnis für das Marketing der Zukunft. Sie arbeiten deshalb schon jetzt mit den Kollegen aus IT und Business Intelligence zusammen oder haben es fest vor. Zu diesem Ergebnis kommt der Digital Marketers Census 2015 von Marin Software (NYSE: MRIN), für den 106 Digital-Marketing-Entscheider befragt wurden. Technologie-Kompetenz und Analysefertigkeiten, wie die Kollegen aus IT und Business Intelligence sie besitzen, werden zu einer Schlüsselqualifikation auch für das Marketing. Deshalb arbeiten 18 Prozent bereits mit den Kollegen aus diesen Abteilungen zusammen. Mehr als die Hälfte der befragten Digital-Marketing-Manager (55 Prozent) plant es für die Zukunft. Gerade einmal jeder sechste Befragte (18 Prozent) ist überzeugt, die eigene Abteilung verfüge selbst über das nötige Know-how. Nur 14 Prozent der Online-Marketing-Entscheider glauben, dass ihr Team optimal für die anstehenden Herausforderungen im Marketing aufgestellt ist. Während drei von zehn Marketingabteilungen noch versuchen herauszufinden, wie sich das Team idealerweise zusammensetzen sollte, hat knapp die Hälfte konkrete Vorstellungen, aber die entsprechenden Experten noch nicht rekrutiert. Sechs von zehn Unternehmen planen Spezialisten einzustellen. Ein Viertel will den zusätzlichen Personalbedarf über Spezialagenturen abdecken.

Der Digital Marketers Census wurde im ersten Quartal 2015 parallel in Deutschland, Frankreich, UK und den USA umgesetzt. In Deutschland hat Marin die Umfrage gemeinsam mit der Personalberatung Dwight Cribb durchgeführt und 106 Entscheider für digitales Marketing befragt.

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