Suche

Werbeanzeige

„Umstritten“: Mit diesem Warnsymbol markiert Facebook Fake News – leider Tage zu spät

Facebook hat in den USA damit begonnen, unglaubwürdige Artikel im Netzwerk zu markieren. Dadurch sollen die Nutzer vor Fake News geschützt werden. Unabhängige Fakten-Checker, wie der Konzern sie derzeit auch in Deutschland sucht, überprüfen gemeldete Inhalte auf Facebook und markieren sie, wenn sie Zweifel an einer Geschichte haben. Dies kann jedoch mehrere Tage dauern, wie ein Beispiel zeigt.

Werbeanzeige

Von

Ein großer Infokasten mit einem roten Ausrufezeichen und der Aufschrift „Disputed by …“ („Angezweifelt von…“) soll Facebook-Nutzer künftig vor falschen Inhalten warnen. In den USA markiert das Soziale Netzwerk auf diese Weise etwa einen Artikel über Donald Trumps Android-Telefon, das angeblich Quelle diverser Leaks aus dem Weißen Haus sein soll. Der Beitrag des „Seattle Tribune“ wurde von den unabhängigen Fakten-Checkern „Snopes.com“ und „PolitiFacts“ als unglaubwürdig eingestuft.

Fakten-Checker im Dienst

Facebook hat mehrere dieser unabhängigen Fakten-Checker engagiert, die Geschichten auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Erst wenn mindestens zwei davon einen Bericht als „umstritten“ einstufen, wird der „Disputed“-Hinweis gesetzt. Überprüft werden alle Beiträge, die von Nutzern als falsch markiert werden. Zusätzlich setzt Facebook Algorithmen ein, um vermeintlich falsche Inhalte aufzuspüren.

Die Überprüfung kann jedoch mehrere Tage in Anspruch nehmen, wie die Falschmeldung von Trumps Leak-Telefon zeigt. Der Beitrag der „Seattle Tribune“ ging am 26. Februar online, blieb aber mehrere Tage ohne den Warnhinweis auf Facebook. Erst vier Tage später hat das Portal Snopes die Meldung als falsch markiert. Ein weiterer Tag vergeht, bis auch Politifact den Beitrag als „Fake“ einstuft. Erst dann hat Facebook die Geschichte mit dem Warnhinweis versehen – und dass obwohl „The Seattle Tribune“ offensichtlich eine Satire-Seite ist.

„Umstritten“ klingt nach Bardiskussion

Kritik muss Facebook auch wegen der Art der Kennzeichnung einstecken. „Disputed“ („Umstritten“) klinge eher nach einer Bardiskussion, merkt etwa das US-Portal Recode an. Sinnvoller wäre es, die Story als „falsch“ zu markieren oder etwa komplett von der Timeline zu verbannen. Facebook hatte im Januar angekündigt, die Sichtbarkeit unglaubwürdiger Artikel reduzieren zu wollen. Wann der Warnhinweis in Deutschland startet, ist derweil noch nicht klar. Hierzulande hat Facebook unter anderem das Recherchezentrum Correctiv beauftragt, unglaubwürdige Inhalte zu prüfen.

Können Wahlen von Fake News beeinflusst werden?

Wie groß die Angst vor Fake News in Deutschland ist, zeigt indes eine aktuelle Umfrage von Statista in Zusammenarbeit mit YouGov. Die Mehrheit der Deutschen (83 Prozent) ist demnach der Meinung, dass Wahlen von Fake News beeinflusst werden können. 85 Prozent finden es durch die zunehmende Verbreitung der Fake News zudem schwierig, Nachrichten überhaupt noch zu trauen. Dabei sieht die Bevölkerung vor allem die sozialen Medien als Verbreitungskanal (87 Prozent), weniger die klassischen Medien.

Infografik: Die Wirkung von Fake News | Statista

Werbeanzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Werber Gerald Hensel: „Marken müssen ein politisches Selbstverständnis entwickeln“

Wie politisch müssen Marken sein? Mit #KeinGeldfürRechts führte der Werber und Politologe Gerald…

Recht auf Eigenreparatur: Technologieriesen wehren sich gegen Einführung des „Fair Repair Act“

Nutzer wollen selbst entscheiden bei wem sie ihre Smartphones reparieren lassen. Nicht nur…

Ford in der Krise: „Möbelexperte“ James Hackett wird neuer Chef?

Ford-Chef Mark Fields verlässt den zweitgrößten amerikanischen Autobauer. Nachfolger wird James Hackett, Leiter…

Werbeanzeige

Werbeanzeige