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Recruiting: Warum die klassische Stellenanzeige nicht ausreicht

Deutsche gehören zu Europas zufriedensten Arbeitnehmern. Laut einer Studie des sozialen Berufsnetzwerks LinkedIn, sind die Bundesbürger sogar so zufrieden, dass mehr als zwei Drittel nicht aktiv nach neuen Jobmöglichkeiten sucht. Wenn es um den Nachwuchs geht, müssen Personaler daher kreativ werden.

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Für die Studie „Talent Trends 2015“ hat LinkedIn 739 deutsche Fach- und Führungskräfte befragt. Das Ergebnis: 72 Prozent der Teilnehmer sind mit ihrer aktuellen Stelle zufrieden oder sehr zufrieden, nur knapp ein Viertel sieht sich aktiv nach einer neuen Stelle um. Der Rest (65 Prozent) der Befragten gab an, derzeit bei der Jobsuche „passiv“ zu sein – sie lesen also keine Stellenanzeigen oder suchen gar regelmäßig danach.

„Für Personaler heißt das, sie müssen potenzielle Jobkandidaten selbst identifizieren und ansprechen„, sagt Alexandra Kolleth, Mitglied des Führungsteams bei LinkedIn Deutschland, Österreich und Schweiz. „Eine Stellenanzeige zu veröffentlichen und dann nur darauf zu warten, dass sich Top-Talente von selbst melden, ist ein riskantes Glücksspiel.“

Ohne Online-Präsenz geht nichts

Der direkte Kontakt wiederum kann sich sehr positiv auf die Kandidatensuche auswirken. 47 Prozent der Befragten sind sehr daran interessiert, von einem Recruiter aus der Personalabteilung angesprochen zu werden – bei Headhuntern fällt dieser Wert auf 38 Prozent.

Aber auch Stellenanzeigen bleiben wichtig, zumindest für die 24 Prozent der aktiv Suchenden. Dabei geht ohne Online-Präsenz allerdings nichts: Die wichtigsten Informationsquellen für Jobsuchende sind Jobportale (62 Prozent), Business-Netzwerke (60 Prozent) und Unternehmenswebseiten (52 Prozent). Weit abgeschlagen folgen Printpublikationen (26 Prozent) und Fachmagazine (15 Prozent).

Überzeugende Argumente: Geld, Freizeit, Weiterbildung, Transparenz

Kommt es zu einer Verhandlung, ist für knapp die Hälfte der Befragten das überzeugendste Argument für einen Wechsel die bessere Vergütung. Jeweils ein gutes Drittel würde für eine bessere Work-Life-Balance oder mehr Weiterbildungsmaßnahmen eine neue Stelle in Erwägung ziehen (jeweils 34 Prozent). Bessere Aufstiegschancen und höhere Jobsicherheit sind dagegen kaum entscheidend (15 und 13 Prozent).

Neben dem Verlauf des Bewerbungsgesprächs selbst ist Transparenz für viele Kandidaten wichtig für den Eindruck, den ein möglicher neuer Arbeitgeber hinterlässt. Wer alle Fragen zum Unternehmen und Produkten beantwortet (60 Prozent), ein Gespräch mit dem Management ermöglicht und die Unternehmenskultur vor Ort zeigt (beide 54 Prozent), punktet. Es lohnt sich zudem, früh potenzielle Vorgesetzte und Kollegen einzubinden: Vier Fünftel sehen es sehr positiv, direkt vom möglichen Vorgesetzten angesprochen zu werden. Mit Geschenken sollten sich Personaler dagegen nicht aufhalten. 80 Prozent sind solche Zuwendungen schlicht egal.

imgo-21

(linkedIn/jaw)

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