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Junge Deutsche wollen Versicherung à la Facebook und Amazon

Im Auftrag des Start-ups Community Life untersuchte TNS Infratest Versicherungen und ihre Nutzung unter jungen Digital Natives © TNS Infratest 2015

Einkaufen mit wenigen Klicks, Daten selbst verwalten und Produkte bewerten: Was Verbraucher seit Jahren von großen Online-Anbietern kennen, erwarten sie zunehmend auch in traditionellen Branchen, zum Beispiel von Versicherern. Von den jungen Deutschen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren möchten 40 Prozent am liebsten eine Versicherung, die so ist wie Facebook, Apple oder Amazon.

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Die Generation über 60 Jahre empfiehlt den Versicherungsunternehmen dagegen vor allem Aldi als Vorbild. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen TNS-Infratest-Befragung im Auftrag des Start-ups Community Life.

Geschäftsverlagerung ins Internet

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Versicherer sind also gefordert, sich an digitalen Anbietern wie Amazon und Facebook zu orientieren. Wenn sie die jungen und internetaffinen Verbraucher noch erreichen wollen, müssen sie ihr komplettes Geschäft ins Internet verlagern. 60 Prozent der Bundesbürger wünschen sich von ihrem Versicherer einen Online-Auftritt, über den sie sämtliche Angelegenheiten schnell und direkt erledigen können.

Die Mehrheit erwartet vollfunktionsfähige Internetfilialen. „Eine Änderung meiner Daten bei einer Versicherung muss so einfach sein, wie eine Änderung meiner Daten bei Amazon“, sagen 63 Prozent der Befragten. Mehr als zwei Drittel fordern, dass Fragen an Versicherer mit wenigen Klicks im Netz beantwortet sind. Mehr als die Hälfte aller Verbraucher möchte zudem mit einem persönlichen Ansprechpartner skypen oder chatten. Und 60 Prozent möchten den Versicherer jederzeit per Computer, Smartphone und Tablet erreichen können. „Vom ersten Werbekontakt über die Risikoprüfung und den Vertragsabschluss bis zum schnellen Austausch mit einem Mitarbeiter und anderen Kunden muss heute alles online möglich sein“, verdeutlicht Dr. Claudia Lang, Mitgründerin des Online-Start-ups Community Life.

Verständlichkeit ist Trumpf

Noch ist der durchgängige Kaufprozess allerdings eine Seltenheit in der Branche. Gleichzeitig hapert es an Transparenz. Für 88 Prozent der Deutschen müssen sich Versicherer deutlich mehr anstrengen, um ihre Kunden einfach und verständlich über Versicherungen zu informieren. Die 14- bis 35-Jährigen sind die kritischste Gruppe: 95 Prozent erwarten Auskünfte, die sie schnell verstehen. Knapp drei Viertel der Jüngeren schließen Versicherungen im Internet nur ab, wenn sie sich ausreichend informiert fühlen.

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Kommentare

  1. Sehr gehrte Damen und Herrn

    Zur Zeit arbeite ich als Underwriter für technische Versicherungen. Ich habe im Bereich Bau feststellen müssen das das Kundenwissen über Versicherungen minimal ist und der Wille zu einer Glärung der Risiken gering.
    Deshalb glaube ich das auch in anderen Fällen (bis auf wenige klassische Versicherungen wie Privathaft) der schnellen Versicherung per Internet die abgeschlossen Veträge stark am Bedarf vorbei versichern.

  2. Sehr geehrte Frau Dr. Lang, Sehr geehrter Herr Keck,

    Ihr online-Ansatz ist interessant. Es gibt da aber klare Rahmenbedingungen, jedenfalls in Österreich. Die Rechtslage ist klar: was „offline“ gilt, gilt auch für „online“. Das ist auch die offizielle Linie der Berufsvertretung in der Kammer.

    Aus der Sicht des Aussendienstes ist ein online-Verkauf verständlich. Es geht aber bereits heute bei den Jungen nicht um „Kauf“, sondern um „Beratung“, vor allem um UNABHÄNGIGE BERATUNG. Die Dichte der Angebotsfeatures, die täglich sich ändernden Versicherungsbedingungen UND vor allem das Wissen um das Verhalten im Schadensfall sind entscheidend. Letztlich die Frage, wer vertritt MEINE INTERESSEN ALS KLIENT im Schadensfall? Junge Menschen haben keine Zeit, sich mit den tausenden Details zu befassen. Das macht der unabhängige Treuhänder für seine KlientenINNEN per SMS, WHATSAPP, GMAIL, SKYPE, EMAIL, XING, etc.

    Versicherungsrecht fußt auf dem Bürgerlichen und dem Strafrecht. Das ist gewiß noch weniger einfach, wie die täglichen Entscheidungen der Höchstgerichte zeigen.

    DAHER:
    online, ja für Adress- oder Standesänderungen, jedoch mit Einbindung des eigenen unabhängigen Beraters. Denn die Veränderung der Risikoortes kann auch zum Verlust von Absicherungen führen, zB. rote Zonen. Oder auch, ohne rote Zone, zu erhöhter Risikogefährdung an einem anderem Ort durch die Umgebung.

    Wie Sie sehen, es wird nie einfache Produkte geben, egal welche Sparte. JA zur online-Beratung durch Berater, die nicht Erfüllungsgehilfen von Versicherern sind. Die optimalste Marktentwicklung wäre das Verbot vom Aussendienst. Die Börsenkurse würden nach oben schnellen, die Menschen bräuchten über die Rechtsstellung der Berater nicht mehr nachdenken müssen, weil es nur mehr Berater im Auftrag der Klienten gäbe.

    Herzliche Grüsse aus Wien,
    Walter Michael Fink, C I T
    Dipl. Treuhänder in Versicherungsrecht und Risikoprävention

  3. Es ist auch für die Generation Y und Z ein Unterschied, ob ich mit 3 Klicks ein Handy für einmalig 500 Euro bei Amazon kaufe, das ich dann auch noch alle 18 Monate gegen ein anders Lifestyle-Produkt austausche oder eine Versicherung, die über 30 Jahre x 500 Euro läuft und von der ich kein haptisches, visuelles, emotionales Erlebnis bekomme, wie bei Amazon & Zalando. Die „Einfachheit“ im Abschluss machts dann auch nicht … viel Glück allen Digital Natives

  4. Die Fachkomptenz eines Versicherungskaufmanns soll hier nicht pauschal überbewertet werden. Ich möchte aber zu bedenken geben das diese Fachleute unzählige Seminare , Fachschulungen und einen Abschluss zum geprüften Versicherungsfachmann ablegen. Dies ist die Grundlage Risiken und Haftungsfragen zu (er)kennen und dem Kunden aufzuzeigen. Risiken die dem Verbraucher meist überhaupt nicht bekann sind. Die Mentalität vieler Menschen“Geiz ist geil“ und „Ich kann das alles Selbst“ kann sehr schnell, sehr teuer werden. Ja sogar zum finanziellen Ruin führen.

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