Werbeanzeige

Instagram vs. Snapchat: die neue Lust am digitalen Vergessen als Social Media-Megatrend

Mark Zuckerberg versuchte vergeblich, Evan Spiegel (re.) Snapchat abzukaufen: Nun macht er ihm mit Instagram Konkurrenz

Instagram führte die Story-Funktion ein, die praktisch 1:1 von Snapchat übernommen wurde. Mit dem Fokus auf Foto- und Videoschnipsel, die binnen 24 Stunden wieder gelöscht werden, geht die Facebook-Tochter eine aggressive Wette ein: unperfekte Momentaufnahmen sollen zum Trend werden. Kann Instagram damit neue Nutzer von Snapchat hinzugewinnen, ohne alte zu verlieren?

Werbeanzeige

Von

Es war ein Frontalangriff aus dem Nichts: „In den folgenden Wochen stellen wir Instagram Stories vor, eine neue Funktion, mit der du alle Momente deines Tages teilen kannst, nicht nur diejenigen, die du in deinem Profil behalten möchtest“, kündigte die Facebook-Tochter vergangene Woche überraschend an.

Die Radikalität verblüfft: Instagram es hat es wirklich getan – und sich Snapchats Erfolgsrezept schamlos bedient. Es macht Instagram-Gründer Kevin Systrom durchaus sympathisch, dass er den Ideenklau ohne Umwege eingesteht: „Snapchat verdient alle Anerkennung für das Story-Format“, erklärte Systrom vergangene Woche gegenüber TechCrunch. Bei Snapchat wird man auf das Lob indes wenig geben, ist der Story-Klon doch eine existenzielle Gefahr, da der neue Rivale ein Mehrfaches an Nutzern hat.

Instagram ist heute das 70-Fache des Kaufpreises von 2012 wert

Das Phänomen des Kopierens gehört zum Silcon Valley wie der Dot im .com: Jeder tut es, die Frage ist nur, ob sich das jeweilige Unternehmen damit einen Gefallen tut und die Rechnung aufgeht. Es gibt schließlich unzählige gescheiterte Klon-Experimente: Google+ ist so eins, als der Internetriese plötzlich 2011 versuchte, wie Facebook zu sein, während sich Facebook selbst über die Jahre ohne jegliche Scham neue beliebte Features zu eigen machte.

Mal war es die Checkin-Funktion, als Foursquare populär war, mal war es der eigene Messenger, als WhatsApp ein zu mächtiger Kommunikationsrivale zu werden schien, mal wurde ein boomendes Foto-Netzwerk übernommen, als Zuckerberg realisierte, dass Nutzer lieber ein einziges Bild auf ihrem Smartphone posten als ganze Alben wie bei Facebook.

Tatsächlich gibt es in der Internetwirtschaft  wohl keine erfolgreichere Übernahme als Instagram, das nach Facebooks Börsenabsturz 2012 tatsächlich für nur 715 Millionen Dollar gekauft wurde – und heute schätzungsweise das 70-Fache wert sein soll.

Instagram: Evolution im Facebook-Universum mit Glacéhandschuhen

Die Instagram-Übernahme war Zuckerbergs Königstransfer, wie es im Fußballsprech heißen würde. Das Meisterstück kam später – nämlich in der Art und Weise, wie Zuckerberg Instagram unaufgeregt und scheinbar autonom weiterentwickelte. Es gehört zu Zuckerbergs größten Managementleistungen, Gründer Kevin Systrom bis heute beim Social Network gehalten zu haben.

Instagrams Evolution im Facebook-Universum erfolgte mit Glacéhandschuhen – nur beim Nutzerwachstum auf nunmehr 500 Millionen Mitglieder wurde durch die tiefe Integration der Fotos in das Facebook-Profil ebenso kräftig gebolzt wie seit rund einem Jahr bei der Monetarisierung.

Dann kam Snapchat und elektrisierte, wie Instagram von 2010 bis 2012 als neue Hype-App elektrisiert hatte – mit dem großen Unterschied, sich nicht kaufen zu lassen. Bis vergangene Woche sah Evan Spiegel damit wie der Goldjunge des Silicon Valley aus – Spiegel war die Inkarnation des jungen Mark Zuckerberg, nur in eloquent und mit Victoria’s Secret-Model.

1 2 3

Kommunikation

Sichtbarkeit mit Weitsicht: Viewability und ihre Folgen

Der Ruf nach Standards hinsichtlich Viewability ist nach wie vor laut zu vernehmen. Denn selbst mit den Richtlinien, die der BVDW vergangenes Jahr herausgab, ist vertrauenswürdige Messung nicht notwendigerweise gegeben. Wem soll man also glauben, wenn Messwerte für die gleiche Anzeige je nach Messmethode bis zu 80 Prozentpunkte schwanken können? mehr…

Werbeanzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Sichtbarkeit mit Weitsicht: Viewability und ihre Folgen

Der Ruf nach Standards hinsichtlich Viewability ist nach wie vor laut zu vernehmen.…

Ein Spot, ein Ohrwurm: Versandhändler Otto setzt auf Schlagerstar und Katzenlady und landet Viral-Hit

Ottos neue Social-Media-Kampagne löste einen Hype um "Schlagersänger" Ricardo aus. Auch die anderen…

Consumer Index: Kleine Freuden zu Weihnachten hoch im Kurs

Am häufigsten werden zu Weinachten nach wie vor Bücher verschenkt; fast jeder zweite…

Werbeanzeige

Werbeanzeige