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Groupon: der unaufhaltsame Niedergang des einstigen Social Commerce-Lieblings

Neuer Groupon-CEO Rich Williams auf verzweifelter Mission: weniger Umsatz, mehr Verluste und kein Turnaround in Sicht

Vier Jahre nach dem Börsengang hat Groupon, obwohl das kaum mehr möglich schien, einen neuen Tiefpunkt erreicht: Der Deal-Anbieter verliert immer noch Million um Million, CEO und Mitbegründer Eric Lefkofsky hat das Handtuch geschmissen, die Aktie ist auf neue Allzeittiefs gecrasht. Nachfolger Rich Williams will nun die Marketingausgaben massiv aufstocken. Das Geld-Verbrennen geht weiter...

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Es war einmal das am schnellsten wachsende Unternehmen der Welt, dessen Zukunft sich schon in Sphären von Google und Facebook zu bewegen schien. Verkaufen wollte Groupon auf keinen Fall, das schnelle Geld sollte an der Börse erzielt werden.

Für einige Minuten ging der Traum auf: Direkt zum Börsenstart im November 2011 schoss die Groupon-Aktie von 20 auf 32 Dollar und touchierte zu diesem Zeitpunkt die 20-Milliarden-Dollarmarke. Besser sollte es nie wieder werden.

Gigantische Wertvernichtung nach jeder Lesart

Im Gegenteil: Heute wechseln die Anteilsscheine des Schnäppchenportals für keine 3 Dollar mehr den Besitzer. Tatsächlich stellte die Groupon-Aktie vergangene Woche ein erneutes Allzeittief auf: Bis auf 2,54 Dollar ging es herunter. Von der Spitzenbewertung sind an der Wall Street keine 2 Milliarden Dollar mehr übrig geblieben, ein Zehntel der damaligen Einschätzung.

Bilanz der jüngsten Schussfahrt: Seit Jahresbeginn liegt der Anbieter von Rabattmarken, an dem auch die Samwers mal mehr als 10 Prozent der Anteile hielten, schon wieder um 67 Prozent hinten. Seit dem Börsengang vor vier Jahren beträgt das Kursminus 86 Prozent, gegenüber den Allzeithochs hat die Groupon-Aktie gar 92 Prozent an Wert vernichtet.

Perfekte Abwärtsspirale: Der Umsatz geht zurück, die Verluste wachsen

Wie konnte es soweit kommen? Auslöser für den jüngsten Aderlass, der allein im November mehr als 30 Prozent Aktionärskapital pulverisierte, war die jüngste Konzernbilanz vor zwei Wochen, die erneut zum Debakel geriet. Obwohl Groupon seit Jahren um die schwarze Null kämpft, rückt sie doch gleich doppelt weiter in die Ferne.

Die Verluste vergrößerten sich im September-Quartal von 21 auf 27 Millionen Dollar, während die Umsätze sogar von 733 auf 713 Millionen Dollar zurückgingen. Negativwachstum bei Ausweitung der Verluste – an der Wall Street sind dies die Indikatoren für die perfekte Abwärtsspirale.

CEO Eric Lefkofsky  schmeißt nach erschreckender Quartalsbilanz das Handtuch

Oben drauf kassierte Groupon auch noch den Ausblick für das alles entscheidende Weihnachtsgeschäft: Im wichtigsten Quartal des Jahres rechnet das sieben Jahre alte US-Internet-Unternehmen nunmehr nur noch mit Erlösen zwischen 815 und 865 Millionen Dollar, die wiederum einem Umsatzrückgang von durchschnittlich bereits 10 Prozent entsprechen. Die Wall Street hatte noch mit Umsätzen in Höhe von 957 Millionen Dollar gerechnet.

Als wollte der gefallene Social Commerce-Liebling seine Kapitulation komplett machen, schmiss auch noch CEO Eric Lefkofsky, der Groupon mitbegründet und langjährigen CEO Andrew Mason 2013 ersetzt hatte, das Handtuch und übergab den Führungsstab bei Groupon an den bisherigen COO Rich Williams.

Fehler der Vergangenheit 

Williams wiederum hielt sich nicht lange damit auf, die Lage bei Groupon schönzureden: „Wir bezahlen immer noch für die Fehler unserer Vergangenheit“, übte sich der neue starke Mann beim Schnäppchen-Portal im eigenen Unternehmensblog unverblümt in Selbstkritik.

Gleichfalls hält der neue CEO Groupon für „ein missverstandes Unternehmen“. Die Folge: Erst einmal kräftig die Marketingausgaben hochfahren, um das Image zu verbessern, die Aufmerksamkeit zu vergrößern und neue Kunden zu gewinnen.

Rückzug in Skandinavien

150 bis 200 Millionen Dollar mehr sollen künftig ins Marketing fließen – trotz rückläufiger Umsätze. Kosten gespart werden sollen durch den totalen Rückzug in Skandinavien, Thailand, Uruguay, Marokko, Panama, den Philippinen, Puerto Rico und Taiwan.

Die Wall Street ist angesichts solcher Aussichten mit ihrem Latein am Ende – und stuft die Groupon-Aktie gnadenlos herab. Die Investmentbank B. Riley & Co etwa reduzierte das Kursziel drastisch von 5,50 Dollar auf 2,50 Dollar. Über Barmittel von knapp einer Milliarde Dollar verfügt Groupon noch aus dem Börsengang; ein paar Jahre Zeit bleiben Rich Williams damit wohl noch für seinen Turnaroundversuch. Doch dass das einst gefeierte Startup dann mitsamt seinem Geschäftsmodell ganz vom Markt verschwindet, ist für viele Beobachter die wahrscheinlichere Variante.

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