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Führungskräfte: So gewinnen Sie die Generation Y für sich

Kann eine ganzheitliche Customer Journey helfen? © Fotolia 2015

„Können Sie dort nicht selber anrufen?“ Dem Vorgesetzten offen widersprechen, Bestehendes infrage stellen - das ist typisch für die Generation Y, den 20- bis 35- jährigen Mitarbeitern. Wie kann man also voneinander lernen, sich bereichern und unterstützen?

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Von Gastautorin Katja Loose

Vom partnerschaftlichen Erziehungsstil ihrer Eltern geprägt und stets gewohnt mitzubestimmen prallen sie oft mit gestandenen Führungskräften aneinander, die es gewohnt sind, dass ihren Anweisungen selbstverständlich gefolgt wird. Was tun, wenn die verschiedenen Wertesysteme von zwei Generationen zu Auseinandersetzungen führen? „Regelmäßige Feedback-Gespräche sind eine wirksame Möglichkeit, solche Konflikte zu entschärfen und sich gegenseitig besser zu verstehen“, sagt Katja Loose, Hamburger Management- und Karriereberaterin, langjährige Personalerin und Spezialistin für die Generation Y.

Orientierung geben und sich durchsetzen

Gerade für Inhaber von kleinen und mittelständischen Unternehmen sind Feedback-Gespräche überdies ein leicht einzuführendes und hocheffizientes Mittel, um die Mitarbeiterführung zu verbessern: Die junge Generation erhält durch den ständigen Austausch mit dem erfahrenen Vorgesetzten Orientierung. Und Führungskräfte haben die Möglichkeit, sich in regelmäßigen professionell geführten Feedback-Gesprächen gezielter durchzusetzen und junge Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Damit das alles gelingt, entwickelt Loose gemeinsam mit Unternehmen ein individuelles Feedback-System und coacht die Führungskräfte in der Umsetzung: „Eine Feedback-Kultur sollte sowieso Standard in jedem Unternehmen sein, aber für dieGeneration Y ist sie ein absolutes Muss“, so Loose.

 Diese 10 Dinge sollte der Feedback-Geber im Gespräch mit einem Ypsiloner beachten:

1. Bereiten Sie sich inhaltlich und persönlich optimal vor: Was ist Ihre Zielsetzung? Was möchten Sie positiv oder kritisch zurückmelden? Aber auch: Was sind Ihre eigenen Beurteilungs- und Gesprächsmuster?

2. Verpacken Sie das Feedback als Geschenk: Nehmen Sie eine wertschätzende Haltung ein, dann kommt Ihre Botschaft an.

3. Seien Sie fair: Kritisieren Sie nie den Menschen als Ganzes, sondern nur den Aspekt, der Sie stört.

4. Keine Angst vor Tränen: Der Ypsiloner kann oft mit Kritik schlecht umgehen. Mit Gelassenheit und Verständnis für die neue Generation meistern Sie auch schwierige Themen.

5. Schließen Sie nicht von sich auf andere: Erklären Sie dem jungen Mitarbeiter ungeschriebene Gesetze und Verhaltensregeln im Unternehmen – wenn nötig immer wieder neu.

6. Bringen Sie Ihren Youngster in Eigenverantwortung, indem Sie ihn durch Fragen lenken und ihn selbst passende Lösungen finden lassen.

7. Geben Sie Ziele und Leitplanken vor, aber lassen Sie Ihren Mitarbeiter den Weg dorthin möglichst frei gestalten.

8. Konzentrieren Sie sich auf die Talente, denn da liegt das Potential: Fragen Sie nach Hobbys und Interessen des Ypsiloners, um mehr über seine Begabungen  zu erfahren.

9. Definieren Sie Ihre Rolle als Vorgesetzter: Wollen Sie zum Beispiel Leuchtturm, Herbergsvater oder Mutter Courage für den jungen Menschen sein?

10. Bleiben Sie auf Augenhöhe und halten Sie die bekannten Feedback-Regeln ein: zeitnahe Rückmeldung, ICH-Botschaften, konkret und konstruktiv formulieren!

Zur Autorin: Seit 2009 arbeitet Katja Loose selbständig im Bereich der Personalauswahl und -entwicklung und des Karrierecoachings. Sie ist zertifizierter Business Coach, Systemische Beraterin und PI (Predictive Index)-Analystin. Vorher war sie viele Jahre als Personalmanagerin in der Dresdner Bank Lateinamerika AG und im Jungheinrich Konzern tätig. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Generation Y. Hier greift sie auf ihre Erfahrungen beim Karrierecoaching für Schüler und Studenten zurück. Katja Loose ist langjährige Referentin für Führungsthemen bei der Deutschen Gesellschaft für Personalführung. Außerdem begleitet sie als Mentorin im Expertinnen-Beratungsnetz der Universität Hamburg junge Menschen beim Eintritt ins Berufsleben.

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Kommentare

  1. Und natürlich besonders wichtig: das Feedback, welches das Unternehmen vom Mitarbeiter bekommt, muss eine Wirkung haben, z.B. wenn Perspektiven oder Karriereziele angesprochen werden.

    In Vorstellungsgesprächen höre ich das mit am meisten: eine „offene Kommunikationskultur“ und das Gefühl „etwas bewirken“ zu können sind Bewerbern besonders wichtig.

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