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Eurowings: Wo ist sie hin, die gute alte Zeit?

Eurowings nimmt andere Flugwerbungen aufs Korn

In losen Abständen kommentieren Redakteure der Absatzwirtschaft aktuelle Momente aus der Markenwelt. Diesmal: Was uns der neue Spot der Fluggesellschaft Eurowings über den Zustand des Fliegens verrät

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Ein Kommentar

Werbung für Fluggesellschaften hat oft ordentlich Pathos: Heroische Musik, spektakuläre Aufnahmen und unglaublich gut aussehendes Personal, das immer nur lächelt. Dass das in der Realität oft nicht stimmt, geschenkt. Dennoch hat der Autor dieses Kommentars eine Vorliebe für diese Art von Spots, auch wenn es manchmal so scheint, als würde das Flugpersonal gleich kein Flugzeug betreten, sondern eine Rakete, um damit die Welt zu retten. Im Zweifelsfall müssen sie die Passagiere retten, und dann hat der Pathos auf einmal wieder etwas Beruhigendes.

Werbung auf die Schippe nehmen

Die Fluggesellschaft Eurowings macht es indes anders: Sie nimmt genau diese Art von Werbung auf die Schippe. Riesen-Orchester, Personal in Zeitlupe und Kamerafahrten an Flugzeugen vorbei – und am Ende noch Tom Selleck, der aus einer Magnum-Flasche Champagner serviert bekommt (Achtung, Kalauer).

Das ist witzig und bietet sich vor allem für unsere Zeit an, in der Fliegen selbst zur Satire geworden ist. Für 99 Euro soll man mit der Eurowings auch zu weit entfernten Zielen kommen. Dafür sitzt man allerdings nicht so sonderlich bequem (der Spot zeigt vorsichtshalber auch nur den Best-Bereich) und der Champagner kommt im Plastikbecher.

Es soll Zeiten gegeben haben, da hatte Fliegen noch etwas Besonderes. Für die Strecke Berlin–Düsseldorf nahm man die Bahn, nicht den Flieger (was auch unter ökologischen Gesichtspunkten vernünftiger war). Eine Flugreise war etwas Besonderes und hatte nicht das Ambiente einer S-Bahn-Fahrt. Was waren das für Zeiten: Die Flugreise als Opernbesuch!

Zudem macht es Eurowings dann doch nicht so anders als die anderen. Schließlich zeigen sie genau das, worüber sie sich eigentlich lustig machen. Das ist genauso wie die Hipster in Berlin: Die alles so machen wie die Eltern, aber sich mit Ironie rausreden.

Der Leser sollte sich indes nicht täuschen, der Autor des Textes kann sich seinen Snobismus und die Nostalgie selber nicht leisten und fliegt demnächst auch wieder mit dem Ellbogen des Nachbarn an der Rippe nach Berlin.

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Kommentare

  1. Vielleicht sollte ein Fachblatt für Marketing und Marken auch mal ein Wort drüber verlieren, dass es nicht gerade der Höhepunkt von Markenführung ist, lange darüber zu sprechen, was man nicht macht, und dann statt dessen ein ziemlich unoriginelles „Wir fliegen billig“ als Höhepunkt anzubieten. Das hinterlässt einen mindestens genau so schalen Nachgeschmack wie der Champagner aus den erwähnten Plastikbechern.

    Marketingprofis sollten sich lieber darüber Gedanken machen, was eine Marke zu sagen hat. Wenn „wir fliegen billig“ keine Nachricht ist, dann hätte man sich eben auf die Suche nach einer Geisteshaltung machen müssen, die erklärt, WARUM „Wir fliegen billig“ wichtig sein kann.

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