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Werbung im Web soll zielgenauer werden

In Deutschland geben Unternehmen laut Informationen des Handelsblatts trotz Krise mehr für Werbung im Internet aus. Zum Beispiel habe das Marktforschungsinstitut Thomson Media Control im ersten Quartal 2009 ermittelt, dass die Werbeetats im Vergleich zum Vorjahr um 11,2 Prozent auf 340 Millionen Euro stiegen.

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In den USA hingegen seien die Etats in den ersten drei Monaten des Jahres um 3,4 Prozent gesunken. Weil die Nutzer zudem seit Jahren immer weniger auf Werbung reagieren, würden viele Internetunternehmen mit sinkenden Einnahmen rechnen. So erwarte das Social Network „Myspace“, dass im laufenden Geschäftsjahr vier Prozent weniger Anzeigen gebucht werden. Als Gegenmittel zur Krise gelte dort sogenanntes „Targeting“, bei dem Kunden angeboten würde, Werbeeinblendungen auf die jeweils gewünschte Zielgruppe loszulassen. Das bedeute, wenn ein Produkt nur für verheiratete weibliche Hobbytaucher im Alter zwischen 35 und 45 bestimmt ist, werde die entsprechende Anzeige auch nur „Myspace“-Nutzern gezeigt, die dem Profil entsprechen. Laut dem ehemaligen Vorstand Chris DeWolfe könne selbst nach Regionen gefiltert werden.

Die Idee ist, dass Internetuser nur solche Werbung sehen sollen, die sie auch interessiert. „Targeting ist Gold wert“, sagt Marcus Tandler, Online-Marketer von „CIA.de“. Je genauer Werbeeinblendungen auf Zielgruppen begrenzt würden, desto besser. Durch Targeting müsse man insgesamt weniger Werbung schalten, um eine spezielle Zielgruppe zu erreichen, und man erziele pro Einblendung mehr Reaktionen als mit ungezielter Werbung. Dieses Konzept sei zwar nicht neu, dafür aber inzwischen auf fast allen Internetseiten implementiert. Gerade soziale Netzwerke würden versuchen, aus Nutzerdaten Kapital zu schlagen. Schließlich säßen sie dank Millionen ausgefüllter Nutzer-Profile auf Bergen von Daten, die für Targeting-Zwecke verwendet werden könnten. „Datenschutzprobleme sehe ich aber nicht“, sagt Axel Hoffschroer, der für den Medienvermarkter „IQ Media“ arbeitet und den Bereich Targeting verantwortet. Zumindest auf den eigens betreuten Seiten würden die Daten über Besucher nicht zwischengespeichert, sondern sofort anonymisiert und weiterverarbeitet.

www.handelsblatt.com

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