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Väter bei Vereinbarkeit von Kind und Job noch frustrierter als Mütter

Auch Väter müssen sich zwischen Kind und Karriere entscheiden. Muss das denn sein?

Die Ergebnisse der vierten Familienstudie "Die Neu-Erfindung der Familie" ist alarmierend: Eine alternde Gesellschaft wie Deutschland könne es sich nicht leisten, Eltern und Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen allein zu lassen. Die Unzufriedenheit der Väter zeige dringenden Handlungsbedarf.

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„Jetzt sind es die Väter, die uns die Missstände bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufzeigen. Spätestens wenn jeder zweite Vater einen Konflikt zwischen Familie und Karriere sieht, müssen in Unternehmen die Alarmglocken schrillen“, kommentiert Dr. Martin Sonnenschein, Initiator der Befragung und Mitglied des Global Board of Directors von A.T. Kearney. Es gibt eine stark wachsende Unzufriedenheit der heutigen Väter: 92 Prozent der befragten Väter erachten mittlerweile eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie für ihr persönliches Wohlbefinden als sehr wichtig, doch nicht einmal die Hälfte findet, dass in ihren Unternehmen Beschäftigte mit Familienpflichten gute berufliche Möglichkeiten haben. Fast jeder vierte geht sogar davon aus, dass Familienpflichten zu schlechteren Chancen führen.

Unzufriedenheit der Väter

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Heute hadert ungefähr jeder fünfte Vater mit seiner persönlichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf – im Vorjahr nur jeder 20. Dabei ist die Unzufriedenheit der Väter (18 Prozent) im Vergleich zum vergangenen Jahr (5 Prozent) nicht nur deutlich stärker angestiegen als die der Frauen (von 6 auf 8 Prozent in diesem Jahr), sondern hat diese weit überholt.

Mit wachsender Skepsis begegnen Väter der Familienfreundlichkeit in ihren Unternehmen: Sie nehmen eine Netto-Verschlechterung der Familienfreundlichkeit in den vergangenen zwölf Monaten wahr. Das zeigt sich auch bei der Beurteilung der angebotenen Leistungen: Weniger Väter als im Jahr zuvor (41 Prozent im Jahr 2015 versus 28 Prozent 2016) bewerten die familienfreundlichen Leistungen als sehr hilfreich.

38 Prozent der Väter rechnen mit zukünftigen finanziellen Einbußen

Jeder dritte Vater glaubt sogar, dass seine Karriere gefährdet sei, wenn er familienfreundliche Angebote in Anspruch nimmt (im Vorjahr nur 22 Prozent). Väter sind damit im Vergleich zu kinderlosen Männer und Frauen sowie zu Müttern die Ängstlichsten. Ebenfalls jeder dritte Vater glaubt, dass seine beruflichen Leistungen von Vorgesetzten schlechter wahrgenommen werden, falls er Maßnahmen in Anspruch nimmt. 38 Prozent rechnen mit zukünftigen finanziellen Einbußen. In der Folge würden deutlich weniger Väter als noch im Vorjahr (64 Prozent zu 75 Prozent) ihren Arbeitgeber uneingeschränkt weiterempfehlen. Mehr als jeder fünfte Vater lehnt dies sogar explizit ab (21 Prozent, Vorjahr: nur 4Prozent).

„Bei Familienpolitik geht es nicht um Gerechtigkeit zwischen Mann und Frau, sondern um knallharte Wettbewerbsfähigkeit“, meint Sonnenschein: „Deutschen Unternehmen fehlt es nicht an familienfreundlichen Programmen oder Geld. Wir haben ein Kulturproblem. Familienpolitik ist Wachstumspolitik: Unternehmen, die das nicht verstehen verlieren neben ihren besten Mitarbeitern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit“.

Zur Studie: Bereits zum vierten Mal hat A.T. Kearney im Rahmen seiner 361° Initiative „Die Neu-Erfindung der Familie“ eine repräsentative Bestandsaufnahme der Familienfreundlichkeit in deutschen Unternehmen unternommen und mehr als 900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befragt.

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