Studie: 1,7 Millionen haben 2009 ihre Kfz-Versicherung gewechselt

Trotz aufwendiger Werbeaktionen gelang es den Anbietern aber nicht, das vorhandene Potenzial von rund 2,2 Mio. konkret wechselbereiter Kunden voll auszuschöpfen. Die Zahl der Wechsler lag zudem deutlich unter dem Niveau von 2008 (2,4 Millionen). Für 89 Prozent der Kfz-Versicherten in Deutschland kommt ein Anbieterwechsel derzeit überhaupt nicht in Frage. Dagegen waren es 2008 nur 85 Prozent.

Dies zeigt die Monitoring-Studie „Wechseltätigkeit in der Kfz-Versicherung“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGovPsychonomics AG. Über 1000 wechselbereite Versicherungskunden ab 18 Jahren wurden im November und erneut im Dezember 2009 repräsentativ zu ihren Wechselabsichten, zu den Einflussfaktoren beim Entscheidungsprozess und zu ihrem konkreten Wechselverhalten befragt.
Für das laufende Jahr planen 21 Prozent aller prinzipiell wechselbereiten Kfz-Versicherten den Wechsel ihrer Kfz-Versicherung, 34 Prozent sind noch unentschlossen und 45 Prozent gehen davon aus, in diesem Jahr (noch) nicht zu wechseln.

Als letztlich doch wechselresistent zeigten sich 2009 erneut diejenigen der grundsätzlich wechselbereiten Kunden, die ihre Versicherung bei einem Geschäftsstellenversicherer abgeschlossen haben (79 Prozent Nichtwechsler). Bei den Außendienstversicherern sowie den Direktversicherern lag die Nichtwechsler-Quote unter den grundsätzlich für einen Versicherungswechsel aufgeschlossen Kunden nur bei rund 70 Prozent.

„Ungeachtet der aktuell rückläufigen Wechseltätigkeit wird die Kfz-Sparte auch zukünftig ein heiß umkämpftes Geschäftsfeld in der Assekuranz bleiben“, sagt Christoph Müller, Studienleiter bei der YouGovPsychonomics AG. „Für die Produktgeber ist es daher wichtig, hemmende und förderliche Faktoren des Versicherungswechsels genau zu kennen und in gezielte Vertriebsstrategien umzusetzen“.

Trotz der elementaren Bedeutung des Internets für die Wechseltätigkeit in der Kfz-Sparte bleibt der Online-Abschluss von Kfz-Versicherungen für viele Kunden eine in vielfacher Hinsicht zwiespältige Angelegenheit.
So führt beispielsweise die eigenständige Informationsrecherche im Internet auf Kundenseite längst nicht immer zu einer besseren Markt- und Produktorientierung, sondern im Gegenteil häufig dazu, dass neue Fragen aufgeworfen werden und die Entscheidungsunsicherheit zunimmt. Zudem wird der Online-Vertriebskanal mit seinen attraktiven Preisen nicht selten mit einem gleichzeitigen Verlust an Produktqualität assoziiert und nährt Zweifel an der Kompetenz der Anbieter im Schadensfall. Häufig gehen die Kfz-Versicherten auch davon aus, über den persönlichen Kontakt zum Vertreter oder Makler einen höheren Rabatt als beim Online-Abschluss herausschlagen zu können.
Solche und weitere Hindernisse führen regelmäßig dazu, dass über das Internet abschlussbereite wechselbereite Kfz-Versicherte am Ende doch Abstand von einem Versicherungswechsel nehmen oder auf alternative Vertriebskanäle zurückgreifen.

Überwinden lassen sich praktische wie psychologische Barrieren beim Online-Abschluss von Versicherungen unter anderem durch eine konsequent nutzerorientierte Usability der anbieterspezifischen und anbieterübergreifenden Websites, kostenlose Hotlines und nicht zuletzt durch die gezielte Stärkung des Verbrauchervertrauens beim Abschluss von Kfz-Versicherungen im Internet.

Zur Studie: psychonomics.de/trade/productview/223/6/