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Nachhause-Bestellung vs. Einkaufsbummel: Modehäuser setzen auf Multichannel-Strategie

Beim Einkaufsbummel im Netz muss man vorsichtig sein © Fotolia 2015

Unzählige Modehäuser bekommen den Wettbewerb mit Online-Händlern stark zu spüren. Günstige Preise, mehr Produktauswahl und bequeme Nachhause-Bestellung verführen Verbraucher zum Shoppen im Internet anstatt zum Einkaufsbummel in der Innenstadt. Ein eigener Online-Shop ist jedoch nicht für jedes Unternehmen der Königsweg. Es gibt noch andere Wege, die einzigartigen Stärken des Ladengeschäfts auszuspielen

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Per Smartphones wird das Einkaufen jederzeit und überall zur Selbstverständlichkeit. Mit welchen Herausforderungen sich lokale Modehäuser konfrontiert sehen und welche Potenziale bisweilen oft unausgeschöpft bleiben, stellt unsere Infografik anschaulich dar

Verändertes Kaufverhalten macht Modehäusern zu schaffen

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Sowohl Konsumenten als auch Experten sehen einen deutlichen Rückgang der stationären Ladenverkäufe zugunsten des Online- und Mobile-Shoppings voraus. Im Sortiment Kleidung und Accessoires macht sich diese Entwicklung schon jetzt besonders stark bemerkbar: Fast ein Fünftel des Einzelhandels-Umsatzes wird im Internet gemacht. Hinzu kommt die Sorge, dass der Laden immer mehr zum Showroom für Online-Shops mutiert. Laut einer Befragung von YouGov geben 75 % der Deutschen zu, Ware schon einmal im Geschäft ausprobiert und anschließend online gekauft zu haben.

Internet – Freund oder Feind des Stationärhandels?

Showrooming ist nur eine Seite der Realität. Umgekehrt kurbelt das Webrooming, bei dem sich Kunden zuerst im Web über ein Produkt informieren und es dann im Laden kaufen, laut einer Studie von kaufDA mehr als ein Drittel der stationären Verkäufe an. Womöglich ist das ein ausschlaggebender Grund, warum für einen Großteil der Multichannel-Händler noch immer das stationäre Geschäft das wichtigste Standbein ist.

Die häufigsten Gründe für den Verzicht auf Online-Shopping unterstreichen zugleich die Stärken des Stationärhandels: Dass ein Produkt vor dem Kauf nicht ausprobiert werden kann (71 %), keine persönliche Beratung erfolgt (61 %), wömoglich die eigenen Daten missbraucht werden (59 %) und die Bestellung zu kompliziert ist (43 %), sind aus Sicht der Konsumenten entscheidende Nachteile (Quelle: BITKOM). Hinzu kommen Störfaktoren wie Versandkosten, Mindestbestellwerte, lange Lieferzeiten und Probleme bei der Retourenabwicklung. Dass ein großes Produktangebot im Internet Segen und Fluch zugleich sein kann, beweist laut ebay Konsumentenbefragung die Aussage von mehr als jedem Zweiten: Er habe sich schon mindestens einmal überfordert gefühlt.

Abgesehen von diesen Faktoren punktet der stationäre Handel mit der sofortigen Produktverfügbarkeit, praktischen Vor-Ort-Services und einer höheren Zufriedenheit mit dem Einkauf.

Wie lässt sich ein positives Kauferlebnis kreieren?

Positive Kauferlebnisse – ob online oder offline – verstärken die Kundenbindung, sorgen für mehr Weiterempfehlungen und wirken sich somit positiv auf den Umsatz aus. Entscheidend ist der Mehrwert, den ein Händler bietet, denn der günstigste Preis bestimmt bei anspruchsvollen Konsumenten längst nicht allein über die Zufriedenheit mit dem Einkauf. Mindestens genauso wichtig sind die folgenden Faktoren:

  • Kundenorientierte Services und individuelle Beratung
  • Qualität der Produkte
  • Emotionaler Einfluss
  • Inspiration
  • Personalisierte Angebote
  • Möglichkeit des kanalübergreifenden Shoppings

Trend mit Zukunftskraft: Curated Shopping

Curated Shopping bietet einen vielversprechenden Ansatz für lokale Modehäuser, die ihre Stärken gezielt einsetzen möchten, um ihren Kunden einen neuartigen Mehrwert zu bieten. Curated Shopping bezeichnet das „betreute Einkaufen“, bei dem ein Mode-Berater entsprechend der Präferenzen und Kleidergrößen des Kunden passende Outfits vorauswählt. Bisher ist das Konzept von Online-Anbieten wie Modomoto, Outfittery und Zalando bekannt, die ihren Kunden auf Basis eines Online-Fragebogens und Videochats die persönlich zusammengestellte Outfit-Box per Post zuschicken.

Fazit

Online-Shopping hat einen festen Platz im Modehandel und gewinnt, vor allem durch Mobile Commerce, zunehmend an Bedeutung. Dennoch bleibt das stationäre Geschäft auch zukünftig für Konsumenten relevant, da sie die Vorteile des Vor-Ort-Kaufens nicht missen möchten. Um den Wünschen und Gewohnheiten der Modekäufer gerecht zu werden, sollten stationäre Modehändler in eine Omnichannel-Stragie mit Fokus auf Personalisierung und Beratung investieren.

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