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Luxushotels und die selbsternannten Influencer: „Biete hohe Reichweite, suche kostenloses Zimmer“

© Photo by Louis Kang on Unsplash

Wer heutzutage ein paar Tausende Follower hat, meint, er wäre in einer Position, sich kostenlose Übernachtungen zu ergattern. Hotels mussten in den vergangenen Jahren lernen, mit einer neuen Spezies Kunden umzugehen: Dem Influencer. Die Beeinflusser wollen ihre Online-Follower-Zahl als Währung nutzen. Wie reagieren Hotels darauf? Und wie unterscheidet man wertvolle Kontakte von Möchtegern-Influencern?

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„Wir bieten keine kostenlosen Aufenthalte im Austausch für soziale Medien oder Blogbeiträge“. So oder so ähnlich hören sich einige Standard-Emails von großen Hotelketten an. Sie reagieren damit auf die Flut von Anfragen von Influencern.

Wir erinnern uns zurück an Elle Darby: Die 22-jährige YouTuberin wollte den Valentinstag mit ihrem Freund in Dublin verbringen – in einem Luxushotel. Kurzerhand schrieb sie den Hotel-Manager Paul Stenson an und schlug ihm vor, sein „umwerfendes Hotel in meinen YouTube-Videos, Instagram-Stories und Posts zu erwähnen, um dem Hotel Aufmerksamkeit zu bringen“. Im Gegenzug solle Stenson ihr den fünftägigen Aufenthalt gratis gewähren. Darüber war Hotelchef Stenson alles andere als begeistert und schrieb verärgert zurück: „Danke für deine E-Mail, in der du nach kostenloser Unterkunft im Austausch für Publicity fragst. Es braucht ganz schön viel Mut, so eine E-Mail zu schreiben, dafür nicht besonders viel Selbstachtung und Würde. Wenn ich dich hier für ein Video übernachten lasse, wer bezahlt die Mitarbeiter, die sich um dich kümmern? Wer bezahlt das Housekeeping, das dein Zimmer putzt?“

Die Lehren

Anfragen von Influencern an Hotels haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Jack Bedwani, Leiter von „The Projects“, einer Markenberatungsagentur, sagte der amerikanischen Zeitschrift „The Atlantic“,dass vor allem PR-Manager großer Hotel- und Tagesclubs viele Anfragen erhalten: „Sie bekommen fünf bis 20 direkte Anfragen pro Tag von selbstbetitelten Influencern.“ Man müsse aber die Amateure von den Profis unterscheiden können, um zu wissen, ob es einen Nutzen hat, den Influencer tatsächlich einzuladen, so Bedwani.

Auch Kate Jones, sie führt die Marketingabteilung vom Hotel Dusit Thani auf den Malediven, erklärte, dass sie mindestens sechs Anfragen von selbsternannten Influencern pro Tag erhalte. Und das typischerweise per Direct-Message auf Instagram. „Jeder mit einem Facebook-Account meint, er wäre heutzutage ein Influencer“, so Jones.

Standardabsagen und Datenbanken anlegen

Um all die Anfragen schnellstens abzuarbeiten hat Laurie Hobbs, Head of Marketing bei Ocean House Management, einer Resort-Management-Firma, die mehrere Boutique-Hotels in Rhode Island betreibt, für die Hotels eine Datenbank von vertrauenswürdigen Beeinflussern angelegt. So können die Hotels schnell erfassen, mit wem man gut zusammenarbeiten kann und welcher Influencer wie viele Follower hat. Dazu sollten Hotels standardisierte Formulare für Rabatte oder kostenlose Aufenthalte auf ihren Webseiten bereit stellen. Auch spezielle E-Mail-Adressen für Blogger-Anfragen helfen, das Postfach zu entlasten.

In Deutschland scheint das Phänomen ähnlich zu sein. Der Verkaufs- und Marketing-Direktor Thomas Lindner vom „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg  sagte gegenüber der Bild: „Wir haben ja nicht grundsätzlich etwas gegen Blogger, wir arbeiten mit einigen zusammen, wenn die journalistische Qualität stimmt, es gibt tolle Reise-Seiten“, so Lindner. „Aber wir verschenken keine Zimmer.“

Natürlich erkennen die meisten Hotels das Potenzial der Influencer auf Instagram und Co. Es scheint jedoch eine Herausforderung zu sein, zu entscheiden, ob und wie man mit ihnen zusammenarbeiten möchte.

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