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Kooperation statt Konfrontation: Immer mehr Markenhersteller verkaufen bei Ebay

Die Online-Handelsplattform Ebay positioniert sich zunehmend als Marktplatz auch für Premiummarken. Das Image als Online-Discounter aufgrund privater Auktionen und Niedrigpreis-Angebote hatte zahlreiche Markenhersteller dazu bewogen, ihren Handelspartnern den Vertrieb über Ebay zu verbieten. Zum Umdenken zwingen einerseits Kartellbehörde und Gerichtsurteile, zum anderen aber öffnet sich Ebay den Themen Markenschutz und Markenpräsentation.

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Zahlreiche Kooperationen zwischen Ebay und Markenherstellern offenbaren eine neue Einstellung der Hersteller gegenüber der Handelsplattform. Jüngstes Beispiel ist Gerry Weber. Die Modemarke ist seit dem vergangenen Monat mit einem Markenshop bei Ebay vertreten. Mitte Juli haben der französische Luxusgüter-Konzern LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton und Ebay eine Zusammenarbeit angekündigt, die das Ziel hat, gewerbliche Marken- und Urheberrechte zu schützen und Fälschungen im Onlinehandel zu bekämpfen. Ihre Rechtsstreitigkeiten haben beide Unternehmen damit beigelegt.

Ebenfalls im Sommer dieses Jahres entschied der Sportartikelproduzent Adidas, seine Vertriebsregelungen zu ändern und künftig den Verkauf der Produkte des Unternehmens auf offenen Marktplätzen wie Ebay zuzulassen. Adidas sagte, dass ein offener Marktplatz wie Ebay die qualitativen Kriterien von Adidas für die Markenpräsentation erfüllen kann und deshalb nicht länger als Vertriebsweg für die Produkte des Unternehmens ausgeschlossen sei. Auch Microsoft arbeitet im Kampf gegen Fälschungen inzwischen eng mit Ebay zusammen und hat damit begonnen, über ausgewählte Händler an den Deals-Programmen von Ebay teilzunehmen.

Markenshops und „Autorisierte Händler“-Programm

Die zuvor andauernden Rechtsstreitigkeiten zwischen L’Oréal und Ebay gehören seit Jahresbeginn der Vergangenheit an. L’Oréal erkannte das Engagement von Ebay im Kampf gegen die Verletzung geistiger Eigentumsrechte an. Ähnliches gilt für Coty: Im vergangenen Jahr schlossen Ebay und der Markenanbieter für Kosmetik- und Parfumprodukte vor dem OLG Stuttgart einen Vergleich. Darin verständigten sie sich auf ein kooperatives Verfahren zum Vorgehen gegen Markenverletzungen auf den Ebay-Marktplätzen und proaktive Maßnahmen, um diese zu unterbinden.

Ebenfalls im Jahr 2013 startete Ebay Deutschland das Programm „Markenwelten: Seitdem haben 27 Hersteller eigene Markenwelten eröffnet, darunter Nokia, Sony mobile, Medion und Blaupunkt. Am „Autorisierte Händler“-Programm auf Ebay.de – ebenfalls im vergangenen Jahr gestartet – nehmen 18 Markenhersteller teil, unter anderem Nokia, Acer, Bauknecht, Blaupunkt und Medion.

Wiederum eine Vielzahl von Herstellern betreibt eigenen Markenshops bei Ebay, darunter Buffalo, Schiesser, Triumph, Napapijri, Wrangler, Mey und Seidensticker. In Großbritannien sind Markenhersteller wie Peacocks, Mini, AO, Quiksilver und Roxy seit Jahresbeginn Partnerschaften mit Ebay eingegangen.

Luxusgüter finden international ihre Käufer

Ein Fallbeispiel befasst sich mit dem internationalen Online-Vertrieb: Als Fachhändler für hochwertige Schreibgeräte und Lederartikel verkauft die Agentur Breest aus Falkensee in Brandenburg seit 2013 international bei Ebay. Das 2007 in Deutschland gegründete Unternehmen startete zunächst mit zehn Produkten den Verkauf über den Online-Marktplatz, inzwischen werden in Deutschland 800 Artikel, weltweit sogar 2.500 Produkte angeboten.

Die Erfolgserwartungen von Breest für das internationale Geschäft waren zunächst gering, doch bereits in der Einstiegsphase konnten Monatsumsätze im fünfstelligen Bereich erreicht werden. Mittlerweile erzielt die Agentur etwa 50 Prozent ihres gesamten Umsatzes bei Ebay durch den internationalen Verkauf.

Neben Deutschland ist vor allem die USA ein wichtiger Absatzmarkt für den Händler. Der Einsatz des Übersetzungsservices WebInterpret sowie verschiedener Ebay-Tools, etwa der „Turbo Lister“ zum Erstellen und Hochladen von Angeboten, halfen bei dieser Entwicklung. Dies tat und tut auch der Service des Fachhändlers: Beispielsweise bietet Breest Produktbeschreibungen in der jeweiligen Landessprache. Diese sind jedoch vergleichsweise kurz, weil detaillierte und hochwertige Bilder gute Eindrücke der Produkte vermitteln. Über Angebote und Sonderaktionen des Unternehmens berichtet ein regelmäßig erscheinender Kunden-Newsletter. Zum Service gehören auch eine Auswahl verschiedener Zahlungsmöglichkeiten sowie der kostenlosen Versand innerhalb und Versandkosten unter fünf Euro außerhalb Deutschlands.

(asc)

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