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IPTV kommt in Fahrt

Der Markt für Internet-basiertes Fernsehen startet durch. Aktuelle Untersuchungen von Goldmedia und Screen Digest gehen davon aus, dass sich die Zahl der Abonnenten bis Ende 2007 europaweit nahezu verdoppeln.

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Die Experten erwarten ein Wachstum von 2,9 Millionen (2006) auf 5,6 Millionen Kunden. Gleichzeitig sollen die IPTV-Umsätze von 470 Millionen auf über eine Milliarde Euro steigen. Allein in Deutschland werde es Ende des Jahres rund 270 000 Abonnenten geben (Ende 2006: 35 000). Die Gründe dafür, dass Deutschland bisher noch weit entfernt vom Massenmarkt ist, sind für Mathias Birkel, Consultant und IPTV-Experte bei Goldmedia vielfältig. „Das bislang erfolgreichste Geschäftsmodell sind günstige Pauschalangebote für DSL, Telefonie und TV wie zum Beispiel beim Anbieter Free in Frankreich. Dort ist ein Gesamtpaket für 29,99 Euro ohne Extra-Kosten erhältlich“, erklärt der Experte. Erfolgreich seien aber auch kostenpflichtige Angebote mit attraktivem Content. Die Schweizer Swisscom etwa biete Sportereignisse über Pay-per-view bereits ab einem Franken.

Insgesamt gibt es in Europa inzwischen 54 verschiedene IPTV-Anbieter. 19 davon operieren in den fünf größten Märkten Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland und Großbritannien. „Deutschland hinkt allerdings aufgrund der noch recht geringen Verbreitung sehr schneller Breitbandanschlüsse, aber auch wegen des sehr großen Free-TV-Angebots immer noch etwas hinterher“, weiss Birkel. Die Zahlungsbereitschaft, die so genannte Pay-Mentalität, werde erst nach und nach gelernt. Auch Großbritannien hat noch Nachholbedarf. „Hier gelten jedoch genau entgegen gesetzte Gründe. Aufgrund des sehr geringen Angebots von nur fünf frei empfangbaren Sendern hat sich Digital-TV und Pay-TV auf anderen Infrastrukturen schon sehr stark etabliert“, erläutert Birkel.

Wichtig für das kräftige Wachstum im Bereich IPTV ist die Bekanntheit der Anbieter. Unternehmen wie Orange, British Telecom oder die Deutsche Telekom haben aufgrund ihrer Prominenz in der Bevölkerung einen klaren Wettbewerbsvorteil. Der Durchbruch des Internet-basierten Fernsehens wird aber auch von der Verbreitung des digitalen terrestrischen TVs gefördert. In Märkten wie Frankreich, Großbritannien und Spanien verwenden zehn IPTV-Dienstleister hybride Set-Top-Boxen, die sowohl für DVB-T als auch IPTV geeignet sind. Bestimmte Zielgruppen, die ganz besonders gut auf Internetfernsehen ansprechen, gebe es nicht. „Es hängt stark vom jeweiligen Angebot ab. So können kostenbewusste Zielgruppen mit attraktiven Pauschalpreisen erreicht werden. Für Angebote wie T-Home mit HDTV, PVR und große VoD-Archive, die als Premiumprodukte zu werten sind, gibt es wiederum entsprechend andere Zielgruppen“, analysiert Birkel.

Gewinnbringend ist IPTV noch nicht. Birkel beobachtet bei vielen Telcos noch eine Defensivstrategie, die mit attraktiven Triple-Play-Paketen die Einnahmen aus dem lukrativen Telefonie- und DSL-Geschäft sichert. Die Kosten auf Kundenseite sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von den genannten 29,99 Euro von Free bis hin zu 80 Euro teuren Produkten wie etwa dem T-Home-Angebot. Entsprechend unterschiedlich seien jedoch auch die Inhalte und Services, gibt der Experte zu bedenken. pte

www.goldmedia.com

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