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… ich mein’ jein? Geständnis eines Agentur-Chefs.

Die Welt stand still. Nichts rührte sich mehr, nur Lionel Richie sang leise im Hintergrund. "Hello, is it me you're looking for?"... Auf ein Telefonat folgte ein erstes geheimes Treffen. Alles schien perfekt. Was dann passierte, erfährst du hier...

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Als ich das erste Mal von dir gelesen habe, war ich Feuer und Flamme. Und auch die paar Kollegen, die ich nach ihrer Meinung fragte, waren sich einig, dass da etwas ganz Besonderes auf mich wartet. Trotzdem: Engel links, Teufel rechts … Ihr wisst schon. Na komm, ein Anruf schadet ja nicht. Nur mal ein Gefühl entwickeln. Wie du so drauf bist. Wir lachten und waren auf einer Wellenlänge. Da war ich mir sicher. 

Soll ich‘s wirklich machen, oder lass ich’s lieber sein?

Dann ein erstes Date – kurz und geheim. Und es war toll! Wir fühlten uns zueinander hingezogen. Yin und Yang. Der Topf und der Deckel. Alles passte so gut. Du hast mich spüren lassen, dass ich dir gefalle. Schon nach den ersten Sätzen malten wir uns unsere gemeinsame Zukunft aus. Was kostet die Welt?!

Fürs nächste Treffen haben wir uns dann beide richtig schick gemacht. Großes Besteck. Schicke Klamotten. Ein frischer Haarschnitt. Ich hatte sogar ein Video zum Gucken dabei. Vorher: nächtelang Gedanken machen. Kaum Schlaf, der Schädel raucht. Enorme Aufregung, enormer Druck. Wie das so ist, wenn man es wirklich wissen will. Das zweite Date. Treffen im obersten Stockwerk.

Ich hab alles gegeben. Meine Ideen für uns beide hast du richtig gefeiert. Die Trennung an diesem Tag fiel uns schwer. Es war so schön. Wir müssen uns echt ganz bald wiedersehen! Am besten schon morgen …Und eins noch: Danke für das alles!

Hab ich was verpasst?

Und dann? Stille. Als wärst du aus der Welt gefallen. Auf meine zahlreichen Anrufe und Nachrichten erhielt ich keine Rückmeldung. Irgendwann erreiche ich dich – du vertröstest mich. Bist immer unterwegs, auf Geschäftsreise. Klar.

Und mit einem Mal war da nichts mehr. Gar nichts. Dann kommt bei mir die Erkenntnis und von dir ein kurzes „Aber hey – sorry – versteh doch, zu wenig Zeit, keine Kohle usw.“. Deine Gefühle waren nur vorgetäuscht! Du wolltest nur mal schauen, was so geht – mit uns. Und überhaupt. Der Aufwand ganz umsonst. Aber mein Glauben an uns zwei war echt. Mein Einsatz ehrlich! Nun sitz ich da. In meinem Agentur-Loft. Schlechte Zahlen. Stress zuhause.

Quit playing games with my heart.

… und trotzdem war’s aufregend!

Und ich würde es wieder tun. Wenn ich das Gefühl habe, dass wir zusammenpassen. Voll motiviert, zum weiß Gott wievielten Mal. Einfach, weil es auch Spaß macht. Einfach, weil es uns weiterbringt. Einfach, weil ich diese Branche und meine Arbeit liebe.

Also melde dich wieder! Aber nur, wenn du es wirklich ernst meinst! Nimm dir Zeit, damit wir uns besser kennenlernen können. Zolle mir und meinen Bemühungen Respekt. Und ja: Gute Arbeit verdient gutes Geld. Und noch etwas: Du kannst dich ruhig auch mit anderen treffen, das ist okay für mich – aber mache mir keine falschen Versprechen! Übrigens gilt das für uns beide!

Und wie sagt man so schön: „The pitch must go on.“

P.S.: Voller Hoffnung klammere ich mich an eine letzte Frage: Sehen wir uns vielleicht bei der GWA Konferenz „Agenturauswahl – Der Weg zur richtigen Agentur“ am 23. Mai 2019 in Düsseldorf wieder?

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