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Elternzeit in Großunternehmen: Netflix als Vorreiter

Netflix ist in Sachen Elterngeld in den USA ein Vorzeigebeispiel

Mit gutem Beispiel geht Netflix voran: Der Streaming-Dienst führt eine voll bezahlte Elternzeit für seine Mitarbeiter ein – ein Jahr lang. Auch andere US-Firmen setzen verstärkt auf die Vereinbarkeit von Karriere und Familie. Ein Modell, das auch in Deutschland funktioniert?

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Die Erfahrung zeige, dass Menschen bessere Leistungen erbringen, wenn sie sich keine Sorgen um zu Hause machten, begründet das Unternehmen seine neue Elternzeitpolitik im Firmenblog. „Wir wollen, dass unsere Angestellten die Flexibilität und das Vertrauen haben, die Bedürfnisse ihrer wachsenden Familien auszutarieren, ohne sich Sorgen über Arbeit oder Geld machen zu müssen. Eltern können in Teilzeit oder Vollzeit zurückkehren, oder kehren dann wieder, wenn es für sie passt.“ Frisch gebackene Eltern können also auch während des ersten Jahres wiederholt zwischen den verschiedenen Arbeitszeitmodellen wechseln.

Andere Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran

Bei Facebook können Mitarbeiter für vier Monate eine bezahlte Auszeit nehmen. Apple bietet 14 Wochen für Mütter und weitere sechs Wochen für Väter an. Auch der US-Softwarekonzern Microsoft hat eine bessere Bezahlung frischgebackener Eltern angekündigt. Ab November soll die bezahlte Elternzeit von derzeit vier auf zwölf Wochen für Mütter und Väter ausgeweitet werden. Für Mütter bietet Microsoft unabhängig davon bereits eine bezahlte Auszeit von acht Wochen nach der Geburt.

Die USA hat kein Gesetz zur Vergabe des Elterngeldes

Auch wenn die großen Tech-Giganten mit gutem Beispiel vorangehen: Geht es um das Thema Elternzeit, sind die USA noch Entwicklungsland. So beklagte US-Prädident Barack Obama im Januar in seiner Rede an die Nation, dass die Vereinigten Staaten die einzige Industrienation der Welt sei, in der es keine garantierte, bezahlte Elternzeit gebe. Dazu kommt die Tatsache, dass sich der Anteil berufstätiger Frauen in den vergangenen Jahren kaum gesteigert hat. Dagegen ist Europa fortschrittlich. Auch das könnte an dem Elterngeld liegen. Zwei Forscher der renommierten Cornell University, Francine Blau und Lawrence Kahn, zeigen in einem Arbeitspapier, wie unterschiedlich weibliche Arbeitskräfte während der Babyjahre von ihren Regierungen unterstützt werden. Ihre Thesen veröffentlichten sie in einem Blogbeitrag der Washington Post.

Elternzeit in Deutschland

Die letzte Auswertung des statistischen Bundesamtes zeigt: Vor Einführung des Elterngelds nahmen keine vier Prozent aller Väter eine Auszeit vom Job, inzwischen sind es rund dreißig Prozent. Das heißt, ihr Anteil hat sich mehr als versiebenfacht. Immerhin ein Viertel der Väter pausiert nach den letzten Zahlen länger als zwei Monate.

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