Suche

Werbeanzeige

Der natürliche Feind der Forscher: Social-Media-Daten

In sozialen Medien verhalten sich Menschen nicht wie im "realen Leben". Deshalb sind die Daten der Portale für Forscher unbrauchbar © Fotolia 2014

Wissenschaftler der Carnegie Mellon University haben herausgefunden, dass Datenauswertungen aus Social-Media-Portalen wie Facebook, Twitter, Google+ und Co. für die Forschung große Interpretationsrisiken bergen, und weisen darauf hin, dass diese Portale keinen Spiegel der Gesamtgesellschaft darstellen

Werbeanzeige

Wissenschaftler der Carnegie Mellon University stellten fest, dass Datenauswertungen aus Social-Media-Portalen für Forscher immer ein Risiko sind. Es lassen sich zwar in Bezug auf das Geschlecht, die Zahl der Kontakte oder politische Überzeugungen Zusammenhänge erkennen und herstellen, leider werden in diesem Bereich keine wissenschaftlichen Standards eingehalten.

„Im Bereich Social Media herrscht derzeit eine Art Goldgräberstimmung. Es wird unkritisch mit Daten umgegangen und es wird nötig sein, dass Informatiker hier künftig besser mit Sozialwissenschaftlern zusammenarbeiten“, unterstreicht Axel Maireder vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien im Gespräch mit pressetext.

Kein Bild der Gesamtgesellschaft

Weder Facebook noch Twitter oder Instagram stellen einen Spiegel der Gesamtgesellschaft dar – so die Fachleute. Die Zusammensetzung sei einfach nicht repräsentativ, für die Gruppe von Menschen, über die Forscher Aussagen und Informationen verarbeiten wollen. Instagram sei zum Beispiel undurchsichtig. Denn der Durchschnitts-User ist weiblich, zwischen 18 und 29 Jahre alt, afroamerikanischer oder lateinamerikanischer Herkunft und städtisch. Wissenschaftler, die diese Daten tatsächlich gesammelt haben und sich dessen bewusst sind, können methodisch gegensteuern und Verzerrungseffekte, so genannte Bias, reduzieren. Verzerrungseffekte können zum Beispiel durch eine sehr große Fallzahl ausgeschaltet werden. Die Zusammenhänge der Social-Media-Daten  mit dem realen Leben stimmen laut der Wissenschafter nicht überein.

Dies ist nicht das reale Leben

In sozialen Medien verhalten sich Menschen nicht wie im „realen Leben“. Denn menschliches Verhalten im Internet unterscheidet sich sehr vom Lebensverhalten und der Lebenssituation. Dazu kommt, dass nicht alle Menschen gleichsam eine bestimmte Social-Media-Plattform. Hier Erkenntnisse über Verhaltensweisen von Usern zu gewinnen, vor allem außerhalb der Plattformen sollte laut der Forscher mit Bedacht angegangen werden. Auch die Social-Media-Unternehmen fördern nicht gerade die wissenschaftliche Arbeit mit Daten. Sie erlauben es nicht, das Forscher die zur Verfügung gestellten Daten weitergeben oder mit anderen zum wissenschaftlichen Zweck teilen. Jedes Forschungsprojekt bekommt schon allein wegen der immer wieder neuen Algorithmen unterschiedliche Daten. (lig)

Kommunikation

Büro-Buddies und Karriere-Kumpel: Die Hälfte der Deutschen findet im Job Freunde fürs Leben

Viele Deutsche verbringen sehr viel Zeit mit Kolleginnen und Kollegen: Eine 40-Stunden Woche, und nach Feierabend gerne noch ein gemeinsames Getränk im Kollegenkreis. Die Hälfte der Berufstätigen in Deutschland hat im Büro bereits Freundschaften fürs Leben geschlossen. Immerhin jeder Zehnte pflegt sogar eine eheähnliche Vertrauensbeziehung am Arbeitsplatz. mehr…

Werbeanzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Facebook testet Abo-Modell bei Instant Articles – aber Apple blockt das Vorhaben auf dem iPhone

Interessenskonflikt von zwei Tech- und Internet-Titanen: Facebook startet wie angekündigt im Oktober Tests…

Zehn Beispiele für intelligente Software, die unsere Arbeit erleichtern wird

Macht künstliche Intelligenz uns die Arbeit leichter? Laut einer Umfrage von TNS Infratest…

WeChat-Expertin: „Ich warne davor zu behaupten, dass WeChat im Westen gescheitert sei“

Janette Lajara hat mehrere Jahre in China gelebt und dort für OSK das…

Werbeanzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige