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B-to-C-Geschäfte in China wachsen rasant

Der E-Commerce in der Volksrepublik (VR) China entwickelt sich rasant. Allein im Jahr 2010 dürfte sich der Umsatz auf 410 Milliarden Renminbi belaufen. Dem Sektor werden Zuwachsraten vorhergesagt, die weit über denjenigen des traditionellen Einzelhandels liegen, wie Bernd Schaaf von Germany Trade & Invest im Asien Kurier berichtet. Waren bislang eher Consumer-to-Consumer-Transaktionen gefragt, dürften künftig Business-to-Consumer-Verkäufe an Fahrt gewinnen. Auch traditionelle Retailer, die ihre Produkte bislang über physische Läden abgesetzt haben, drängen mit Macht ins Internet. Selbst hochpreisige Erzeugnisse wie Pkw werden mittlerweile online verkauft.

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Online-Shopping hat sich in jüngster Zeit zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung in der VR China entwickelt. Das Potenzial ist enorm, da einerseits Millionen neue User online gehen und andererseits das Internet als Einkaufsmedium immer mehr an Bedeutung gewinnt. Zur Jahresmitte 2010 waren nach Angaben des China Internet Network Information Center (CNNIC) 420 Millionen Chinesen im Internet unterwegs. Das sind 24,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das Jahr 2009 wird die Gesamtzahl mit 384 Millionen angegeben. Die Deutsche Bank Research rechnet in ihrem jüngsten Report damit, dass diese Zahl bis 2014 auf 812 Millionen User ansteigen wird.

Parallel zur steigenden Attraktivität haben sich auch die Online-Umsätze entwickelt. Nach Angaben des chinesischen Internet-Consulting Unternehmens Iresearch beliefen sich die E-Commerce-Erlöse im Jahr 2007 auf 56 Milliarden Renminbi Yuan (6,29 Milliarden Euro). Für das Jahr 2010 werden die Verkäufe auf mindestens 410 Milliarden Renminbi geschätzt, und im Jahr 2013 soll dann die Marke von 1 000 Milliarden Renminbi übersprungen werden. Treffen die Prognosen zu, dann hätten sich die E-Commerce-Erlöse in China in diesem Zeitraum knapp verzwanzigfacht. Die Deutsche Bank ist hinsichtlich der Wachstumsraten noch optimistischer. Nach deren Einschätzung dürften die C-to-C- und B-to-C-Umsätze etwa 1 270 Milliarden Renminbi erreichen und im Jahr 2014 werde die 1 500-Milliarden-Renminbi-Grenze überschritten.

Unabhängig davon, welches Szenario sich als richtig erweisen wird: Der chinesische E-Commerce entwickelt sich sehr viel schneller als der Einzelhandel insgesamt, der ohnehin mit eindrucksvollen Wachstumsraten aufwartet. Im Jahr 2009 belief sich der Anteil des Online-Shopping in China auf etwa zwei Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes; bis zum Jahr 2014 dürfte dieser Wert auf mehr als sieben Prozent steigen und damit ungefähr das US-Niveau erreichen, prognostiziert die Deutsche Bank. Dabei ist abzusehen, dass sich der chinesische C-to-C- und B-to-C-Markt in den nächsten Jahren grundsätzlich wandeln wird. Aktuell entfallen etwa 90 Prozent der Online-Erlöse auf den C-to-C-Sektor, während B-to-C-Aktivitäten nur zehn Prozent stellen. Das wird sich rasant ändern, da sich – neben neuen Online-B2C-Retailern – zunehmend auch klassische B-to-C-Einzelhändler das Netz erschließen wollen.

So wurde jüngst bekannt, dass Adidas eine weitreichende Zusammenarbeit mit Taobao eingehen wird. Adidas hat seinen einzigen chinesischen Online-Shop als Flagship-Store beim B-to-C-Plattform-Anbieter Taobao Mall eingerichtet und folgt damit Retailern wie Uniqlo, Procter & Gamble, Lenovo, Dell, Kohler oder Samsung. Dass der B-to-C-Markt immer weitere Produkte umfasst, zeigt der Online-Pkw-Handel. Die National Business Daily berichtet, Taobao Mall habe innerhalb von drei Stunden mehr als 200 Wagen des Daimler-Benz-Modells Smart verkauft. Und der größte chinesische private Pkw-Hersteller Geely, der erst jüngst die schwedische Nobelmarke Volvo übernommen hat, will spezielle Internet-Modelle an den Käufer bringen. Die Online-Edition des Geely Panda soll ab Anfang kommenden Jahres über die B-to-C-Plattform von Alibaba angeboten werden.

Der chinesische Kunde scheint ein überaus Erfolg versprechender Abnehmer von über das Internet vermarktbaren Produkten zu sein. Aktuell entfallen etwa 28 Prozent der online gekauften Erzeugnisse auf den Bekleidungssektor, gefolgt von Büchern und CDs (17 Prozent), Kosmetika (elf Prozent) sowie elektronischen Erzeugnissen (sieben Prozent). Vor allem Elektronik dürfte seinen Anteil künftig kräftig erhöhen. Nach der „2010 Annual Chinese Consumer Study“ von McKinsey berichteten 45 Prozent der befragten Chinesen, Shopping sei ihr bevorzugtes Hobby. Im Vergleich dazu waren es nur 25 Prozent in den USA und 17 Prozent in Frankreich. Dabei ist der chinesische Markt durch mehrere Spezifika gekennzeichnet. So ist der Verbraucher auch heute noch wenig geneigt, auf Kreditbasis einzukaufen. Ferner wächst das Segment der individualistischen Käufer, die „das Richtige für sich“ suchen, das Markenbewusstsein sei weiterhin hoch und man sei modeorientiert. Als Ratgeber wird die Meinung der Familie sowie Mund-zu-Mund-Propaganda geschätzt.

45 Prozent der Befragten äußerten, bekannte Marken hätten eine besser Qualität, im Vergleich zu nur acht Prozent bei befragten Japanern. Und der Aussage „Teurer ist besser“ stimmten 30 Prozent der Chinesen, aber nur sieben Prozent der Japaner zu. Welche überragende Rolle das Internet zwischenzeitlich bei der Nutzung durch den Verbraucher spielt, zeigt der „Digital Influence Index“ des internationalen Kommunikations-Consulters Fleishman-Hillard. Danach verbringen chinesische Kunden wöchentlich mehr Stunden im Internet als Verbraucher in den USA oder Japan. Andere Quellen sprechen sogar davon, dass Bewohner von First-Tier-Cities bis zu 70 Prozent ihrer Freizeit im Internet verbringen.

Welche Rolle das Internet bei der Entscheidungsfindung der Verbraucher in verschiedenen Ländern spielen wird, wird ebenfalls in der Studie analysiert. 85 Prozent der Interviewten in China messen dem Netz künftig mehr Beeinflussung zu als heute im Vergleich zu 22 Prozent in den USA und 39 Prozent in Japan. Das gewaltige Potenzial des Internets in China zeigt sich nicht nur an den nackten Zahlen. Zwar sind schon 420 Millionen Chinesen online (mehr als die gesamte Bevölkerung der USA), aber die Durchdringungsrate beträgt derzeit gerade mal ein Drittel im Vergleich zu mehr als 60 Prozent in entwickelten Volkswirtschaften. Darüber hinaus sind die Nutzer im internationalen Vergleich sehr jung, während ältere Chinesen nur gering vertreten sind.

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