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Ausmaß der Online-Piraterie ist nach wie vor beängstigend

Obwohl die Musikindustrie die Konsumenten mittlerweile mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Flatrate-Geschäftsmodelle lockt, bleibt die Online-Piraterie weiterhin ein ernstzunehmendes Problem. Denn das Ausmaß der illegalen Aktivitäten auf Filesharing-Netzwerken im Internet hat sich bei der wichtigen Zielgruppe der 14- bis 24-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr nahezu nicht verändert. Das zeigt ein Bericht von UK Music, einer industrienahen Dachorganisation in Großbritannien.

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Danach geben immer noch rund 61 Prozent der Nutzer aus dieser Altersgruppe an, sich unautorisiert Musik aus dem Web zu besorgen. Das entspricht einem Rückgang von gerade einmal zwei Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr. „Die gesamte Branche wird sich sicher noch weiterentwickeln. Allerdings werden wir nichts erreichen können, wenn wir nicht mit den Musikfans – insbesondere der jüngeren Generation – zusammenarbeiten“, warnt UK-Music-CEO Feargal Sharkey.

Diese Zahlen belegen laut Roland Alton-Scheidl, Medienforscher in Dornbirn und Wien und Mitglied des akademischen Beirats von Creative Commons Austria, dass der Kundenwunsch der Musikkonsumenten ein anderer ist als jener, den sich die Industrie vorstellt: „Die Versuche, die die Industrie unternimmt, um den Nutzern einen umfassenden Zugang zu Musik zu bieten, sind zaghaft aber richtig. Unsere Beobachtungen zeigen aber, dass sich die neuen Geschäftsmodelle der großen Musik-Vertriebsplattformen im Netz noch nicht wirklich rechnen.“ Um das Problem der Online-Piraterie vor allem bei Jugendlichen in den Griff zu bekommen, empfehle er das Modell einer sogenannten „Kultur-Flatrate“. Darunter sei eine pauschale Abgabe zu verstehen, die typischerweise von den Providern eingehoben wird und es ermöglicht, über Verwertungsgesellschaften den Bezug von Musik aus dem Web zu legalisieren.

„Die Botschaft ist laut und klar. Vor allem die jüngere Generation der Musikfans hat heute sehr hohe Ansprüche. Wir müssen uns dieser Herausforderung stellen“, stellt UK-Music-CEO Sharkey fest. Als Hoffnungsschimmer für die Branche würden dabei weiterhin vor allem unlimitierte Download-Dienste und Streaming-Services wie das Musikportal „Spotify“ gelten. Beispielsweise hätten an die 85 Prozent der Online-Piraten im Rahmen einer Befragung angegeben, Geld für ein attraktives Flatrate-Angebot für Musik-Downloads zu bezahlen. Von diesen sollen wiederum 77 Prozent angegeben haben, auch weiterhin legal CDs erwerben zu wollen. „Da das Interesse an ‚All you can eat‘-Musikdiensten im Web massiv zugenommen hat, bleiben wir auch weiterhin optimistisch, dass die Zukunft der Musiklandschaft in einer Reihe von lizenzierten Services liegen wird“, sagt Sharkey. pte

www.ukmusic.org

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