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„Alles neu, alles anders“ – die Cebit setzt auf digitale Trendthemen. Gelingt ihr der Turnaround?

Heute öffnet die Cebit ihre Türen - erstmals zu einem Termin im Frühsommer, vom 11. bis 15. Juni. Während vor zehn Jahren noch rund eine halbe Million Computerfans nach Hannover pilgerten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 200.000 Besucher. Jetzt wirbt das Digitalevent mit einem neuen Konzept und setzt auf hippe Themen. Ein radikaler Wandel, den die Messe bitter nötig hat?

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„Alles neu, alles anders“ – diesem Motto hat sich offenbar die Cebit verschrieben. Sie widmet sich in diesem Jahr den neuesten Trendthemen, darunter humanoide Roboter, Drohnen, Blockchain oder Must haves, wie künstliche Intelligenz und Augmented Reality. Messechef Oliver Frese will die Cebit zu einem „Dreiklang aus Messe, Konferenz und Networking-Event“ machen. Dieser Dreiklang ermöglicht laut Veranstalter den 360-Grad-Blick auf die Digitalisierung von Unternehmen, Verwaltung und Gesellschaft. Dafür inszeniert die Cebit die Digitale Transformation auf den vier Plattformen d!conomy, d!tec, d!talk und d!campus neu. Die Konferenzen werden im Talkshow-Format abgehalten und sollen „Querdenkern, Visionären, Bloggern und Experten eine Plattform bieten“, meldet dpa. Oliver Frese sagte zudem der dpa, dass es eine derartige Transformation einer Messe im internationalen Veranstaltungswesen noch nie gegeben habe.

Festivalcharakter und mehr junge Menschen

Mit dieser Neuausrichtung und Ausstellern wie Red Bull will der Cebit-Chef neben IT-Entscheidern vor allem junge, kreative Menschen zwischen 25 und 35 Jahren sowie Privatbesucher locken. Dafür soll auch die angestrebte Festivalatmosphäre sorgen – reine Produktpräsentationen gehören der Vergangenheit an. Dazu passend wirbt die „neue“ Cebit mit dem Claim „Europas Business-Festival für Innovation und Digitalisierung“. Im Klartext heißt das: mehr Vorträge und Diskussionsrunden, Food Trucks und Musik, darunter Konzerte von Jan Delay oder der  schwedischen Rockband Mando Diao. Für Highlights sollen auch die Aussteller selbst sorgen. SAP zum Beispiel setzt als „Showelement“ auf ein 60 Meter hohes Riesenrad, in dessen 40 Kabinen Gespräche über Internet of Things oder künstliche Intelligenz geführt werden sollen. Intel plant für Dienstag- und Donnerstagabend eine Drohnenshow mit 300 Drohnen auf dem Außengelände.

Seit 1986 fand die Cebit jährlich im Frühjahr vier Wochen vor der größeren Hannover Messe statt, aus der sie einst hervorgegangen war. Der Zeitpunkt der Messe wurde jetzt vom Frühjahr in den Sommer verlegt. Warum? Weil die Cebit zuvor zeitgleich zur South-by-Southwest (SXSW) stattfand, eine der hippsten Digitalkonferenzen weltweit. Das führte dazu, dass die SXWX Digitalvordenker abspenstig machte und der Cebit Besucher stahl.

Weniger Aussteller, dafür Neuzugänge wie Facebook

Insgesamt rechnen die Veranstalter in diesem Jahr mit 2500 bis 2800 Ausstellern aus 70 Ländern. Im Vorjahr waren es noch 3000 Aussteller. Große Unternehmen wie Microsoft werden allerdings weiterhin von einer Teilnahme absehen: „Wir können nicht überall dabei sein”, sagte Microsoft-Manager Martin Große gegenüber der dpa. Dafür aber – und das ist Premiere – ist Facebook erstmals als Aussteller in Hannover dabei. Facebook werde in der Halle „Disruptive Technologies” und auf verschiedenen Bühnen mit Sprechern vertreten sein, erklärte das Unternehmen gegenüber dem „Handelsblatt”. Vielleicht hat das neue Konzept bei der Überzeugungsarbeit Früchte getragen? Neu dabei sind auch die Bertelsmann-Tochter Arvato oder der ADAC sowie Konsumgütermarken wie Red Bull und Jägermeister.

Die Kanzlerin hat keine Zeit

Nicht anwesend in diesem Jahr ist übrigens  Bundeskanzlerin. Angela Merkel kann die Eröffnungsrede „aus terminlichen Gründen“ nicht halten. Den traditionellen Eröffnungsrundgang übernimmt stattdessen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

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