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75 Prozent der Deutschen wollen das bedingungslose Grundeinkommen

Besonders hoch ist die Zahl der Befürworter eines BGE bei den 40 bis 49-Jährigen sowie 50 bis 59-Jährigen. Hier sprechen sich jeweils vier von Fünf dafür aus

Die Schweizer haben sich im letzten Jahr noch dagegen entschieden, in Finnland wird es gerade getestet. Und auch in Deutschland diskutieren immer mehr Menschen über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Dabei stößt die Idee der finanziellen Grundsicherung in der Bevölkerung hierzulande durchaus auf große Sympathien. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Shoop.de.

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Wie wäre es, wenn man jeden Monat eine bestimmte Summe auf sein Konto überwiesen bekommt? Einfach so, ohne Gegenleistung. Über so ein bedingungsloses Grundeinkommen diskutieren immer mehr Menschen in Deutschland. So sagen, laut einer repräsentativen Umfrage des Cashbackportals Shoop.de, fast drei von vier Deutschen (73 Prozent), dass sie bereits vom Prinzip des Grundeinkommens gehört haben. 43 Prozent davon haben sich sogar schon intensiv damit beschäftigt. 55 Prozent haben dagegen zwar schon mal davon gehört, sich aber noch nicht weiter damit auseinandergesetzt.

75 Prozent für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens

Insgesamt trifft das Thema aber auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. So sagt eine Mehrheit von 75 Prozent, dass sie für die Einführung einer solchen Grundsicherung wäre. Besonders hoch ist die Zahl der Befürworter eines BGE bei den 40 bis 49-Jährigen sowie 50 bis 59-Jährigen. Hier sprechen sich jeweils vier von Fünf (80 bzw. 79 Prozent) dafür aus. Und auch in den anderen Altersgruppen liegt die Zustimmung bei über 70 Prozent. Wirft man einen Blick auf die einzelnen Bundesländer, fällt auf, dass speziell im Osten Deutschlands viele Menschen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens befürworten. Besonders hoch liegen die Zustimmungswerte dabei in Sachsen-Anhalt (89 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (87 Prozent) und Brandenburg (83 Prozent). Für eine solche Grundsicherung sprechen sich sogar 100 Prozent der Bremer aus. Etwas niedriger ist dagegen die Zustimmung in den südlichen Bundesländern Hessen (67 Prozent), Saarland (67 Prozent) und Bayern (68 Prozent).

Soziale Ungerechtigkeit aufhalten vs. Faulheit der Menschen bezahlen

Als Gründe für die Einführung eines BGE überwiegen bei vielen Deutschen in erster Linie die positiven Effekte, die eine solche Grundversorgung auf die Gesellschaft haben könnte. So geben jeweils 94 Prozent der Befürworter an, dass jeder Mensch Anspruch auf wirtschaftliche Absicherung hat und dass die soziale Ungleichheit in Deutschland ohne die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens zunehmen würde. Neun von Zehn (90 Prozent) sagen zudem, dass durch ein BGE auch bisher schlecht bezahlte Jobs finanziell aufgewertet würden. Und 82 Prozent der Befürworter meinen, dass Deutschland sich als reiches Land ein Grundeinkommen durchaus leisten kann. Lediglich acht Prozent sind für ein BGE, weil sie keine Lust haben zu arbeiten.

Aber auch die Kritiker haben Argumente: So sagen immerhin 91 Prozent der BGE-Gegner, dass nicht für die Faulheit der Menschen bezahlt werden sollte. Neun von zehn von ihnen (90 Prozent) geben zudem an, dass sie es nicht einsehen, genauso viel Geld zu erhalten, wie jemand der weniger oder gar nicht arbeitet. Und 94 Prozent der Kritiker meinen, dass auch die Einführung eines Grundeinkommens nichts an den aktuellen sozialen und politischen Problemen des Landes ändern würde.

Jeder dritte Deutsche für ein Grundeinkommen von 1.000 Euro

Bei der Frage einer angemessenen Höhe eines bedingungslosen Grundeinkommens sagt jeder dritte Deutsche (34 Prozent), dass dieses bei mindestens 1.000 Euro pro Monat liegen sollte. Weitere 19 Prozent würden sogar ein BGE von monatlich 1.500 Euro befürworten. Dagegen reichen jedem fünften Deutschen (20 Prozent) auch 800 Euro pro Monat als Grundsicherung aus. Beim Blick in die einzelnen Bundesländer fällt auf, dass 75 Prozent der Bremer für ein Grundeinkommen in Höhe von 1.000 Euro sind. Diese Summe befürwortet auch die Hälfte der Schleswig-Holsteiner und auch in Brandenburg (45 Prozent) und Sachsen-Anhalt (42 Prozent) liegt der Anteil derjenigen, die für ein Grundeinkommen von 1.000 Euro pro Monat sind, relativ hoch. In Mecklenburg-Vorpommern plädiert dagegen fast jeder Dritte (32 Prozent) sogar für ein Grundeinkommen von 1.500 Euro. Genügsamer sind da schon die Menschen in Sachsen und Thüringen. Hier würde sich rund jeder Vierte (26 bzw. 25 Prozent) für ein BGE von 800 Euro entscheiden.

Über die Studie
Die repräsentative Umfrage wurde im Februar 2017 mit 1.064 Teilnehmern im Auftrag von Shoop.de vom Online-Marktforschungsinstitut promio.net mit Sitz in Bonn durchgeführt. Die repräsentative Umfrage wurde im Februar 2017 mit 1.064 Teilnehmern durchgeführt.

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Kommentare

  1. Es wird höchste Zeit für das Grundeinkommen,damit diese Menschen unwürdige Erniedrigung durch Möchtegern Göttern (Bürokraten) endlich ein Ende hat. Der nächste positive Aspekt wäre das die Mieten für Wohnungen wieder in realistische Formen gehen würde da sich Menschen nur bezahlbare wohnungen nehmen und nicht wie zur Zeit die wohnungskonzerne beliebig die Miete in die Höhe treibt denn der Staat (sozialbeitragszahler) müssen ja jedem Preis bezahlen. Die Konkurrenz würde steigen und das heißt die mieten gehen nach unten. Zudem würde der Arbeitsmarkt revolutioniert denn auch da würde die Konkurrenz die arbeitslöhne wieder auf ein vernünftiges Niveau gehen.wir brauchten keine zeitarbeitsfirmen(Sozialabgaben Betrüger) mehr. Kein Arbeitsamt mehr und vor allem nicht mehr diese Menschen erniedrigen Stunden.

  2. Was man den Menschen nicht sagt:
    1. Sämtliche Sozialleistungen entfallen, denn es gibt keine Sozialleistungsträger mehr, also auch kein Alo-Geld und Wohngeld. Auch keine Rente.
    2. Millionen Menschen verlieren ihren Job.
    3. Arbeitgeber werden geringere Löhne zahlen, denn es gibt ja das Grundeinkommen obendrauf.
    4. Das Grundeinkommen reicht nicht aus. Profitieren tuen Menschen deren Einkommen kleiner dem Grundeinkommen ist. Aber ein Wohngeld und Hartz 4 giebt es nicht mehr.
    Fazit: Das Grundeinkommen ist Augenwischerei und trägt zum Abbau sozialer Leistungen bei. Es wird mehr Armut geben.

    1. Das ist meiner Meinung nach sehr kurz gedacht.
      Millionen Menschen werden sich temporär für keinen Job entscheiden. Arbeitgeber müssen mehr Anreize zum Arbeiten schaffen und dementsprechend auch entlohnen, damit Leute Interesse an dem Job haben. Die „einfachen“ Berufe werden mehr Stellenwert und Achtung bekommen, da nun händeringend in den Bereichen Arbeitskräfte gesucht werden. Akademiker werden sich öfter für einfachere Tätigkeiten entscheiden.
      Das Grundeinkommen sollte dafür da sein, dass es ausreicht. Temporär wird vielleicht die Arbeitslosenquote steigen, auf lange Sicht wird sich bestimmt daran wenig ändern. Den Menschen wird der Druck genommen und sie können aufatmen, entspannter Leben und glücklicher sein. Das wiederum wird in höhere Produktivität enden.
      Wir kennen es alle nicht anders als es im moment ist. Deshalb ist es für die meisten sehr schwer sich anderes vorzustellen. Natürlich ruft das viel Abwehr in Menschen hoch. „Das kann doch nicht funktionieren“.
      Mögen alle Menschen glücklich sein.

    2. Ihre Schlussfolgerungen sind nicht korrekt, ich will im Einzelnen auf jeden Ihrer Argumente eingehen:

      1. Sämtliche Sozialleistungen entfallen, denn es gibt keine Sozialleistungsträger mehr, also auch kein Alo-Geld und Wohngeld. Auch keine Rente.

      Das ist richtig. Das BGE ersetzt diese staatlichen Leistungen komplett und vollumfänglich. Dafür bekommt man das BGE aber auch bedingungslos, dh zusätzlich zu jedem Job, den man ggf hat und in voller Höhe. Somit hat man mit dem BGE auf jeden Fall mehr Geld in der Tasche, als niedrige Rente und Wohngeld zusammen.
      Schon heute ist die gesetzliche Rente nicht mehr finanziert sodass private Vorsorge notwendig ist. Dies wird in den kommenden Jahren noch schlimmer.
      Das BGE zeigt einen Ausweg und sichert das Existenzminimum im Alter.

      Sie haben recht. Ein hohes Arbeitslosengeld eines Großverdieners und eine hohe Rente, kann das BGE nicht ersetzen. Aber zeigen Sie mir denjenigen der eine derart hohe Rente bezieht.

      2. Millionen Menschen verlieren ihren Job.

      Das Gegenteil ist der Fall. Da das BGE unabhängig vom Job gezahlt wird, hat ein Arbeitnehmer nur eine stärkere Verhandlungsbasis gegenüber einem Arbeitgeber.

      3. Arbeitgeber werden geringere Löhne zahlen, denn es gibt ja das Grundeinkommen obendrauf.

      Auch hier irren Sie sich. Die Löhne werden sehr wahrscheinlich ansteigen, da Arbeitnehmer eine stärkere Verhandlungsbasis besitzen, wenn die Grundversorgung gesichert ist.

      4. Das Grundeinkommen reicht nicht aus. Profitieren tuen Menschen deren Einkommen kleiner dem Grundeinkommen ist. Aber ein Wohngeld und Hartz 4 giebt es nicht mehr.

      Diese Behauptung entbehrt jeder Grundlage. Es profitiert absolut jeder vom BGE, denn es ist vollkommen egal, wie viel man dazu verdient. Allerdings werden ab dem ersten Euro auch Steuern gezahlt.
      Ab einem bestimmten Einkommen, entsprechen die Steuern dem BGE, sodass hier plus minus Null herauskommt.
      Verdient man mehr, dann zahlt man unterm Strich mehr Steuern, als man BGE bekommt. Bekommen tut es aber jeder erstmal.

      Fazit: Das Grundeinkommen ist Augenwischerei und trägt zum Abbau sozialer Leistungen bei. Es wird mehr Armut geben.

      Falsch

      Das Grundeinkommen ändert tatsächlich defacto sehr wenig. Es vereinfacht aber die Verwaltung, es nimmt Überlebensängste und sichert die Grundbedürfnisse.
      Es macht Arbeit attraktiver, denn das BGE bleibt, egal wieviel man hinzuverdient.

    3. hier meine Meinung zu deinem Post:

      (Was man den Menschen nicht sagt:
      1. Sämtliche Sozialleistungen entfallen, denn es gibt keine Sozialleistungsträger mehr, also auch kein Alo-Geld und Wohngeld. Auch keine Rente.)

      wäre ja noch schöner wenn es BGE + Hartz4 zusammen geben würde. Natürlich entfällt Arbeitslosengeld 1 + 2, außerdem Wohngeld und andere Sachen. Im Endeffekt hätte man mehr als mit Hartz4 oder auch Arbeitslosengeld.

      (2. Millionen Menschen verlieren ihren Job.)

      Die Arbeitgeber verlieren Mitarbeiter, die zu schlecht bezahlt wurden. Warum sollten Millionen Menschen auf einmal Ihren Job verlieren. Erklären Sie es mir mal.

      (3. Arbeitgeber werden geringere Löhne zahlen, denn es gibt ja das Grundeinkommen obendrauf.)

      Sie denken falsch. Wenn jemand z.B. 8,50 Euro die Stunde verdient hat z.B. Putzfrau oder Pizzabäcker. Warum sollte er dann für diesen Betrag arbeiten. Eher das Gegenteil wird erzeugt, da man nicht mehr dem Zwang unterliegt, sodass man auch sich bessere Jobs suchen kann. Aus einer selbst erlebten Bewerbung in der Logistikbranche wo ich als Schichtführer Erfahrung hatte, musste ich mich damals auf eine Stelle über das Arbeitsamt bewerben. Vom Job her ok. Aber als ich das Gehalt hörte, bin ich gegangen. Die wollten dass ich als Schichtführer mit 25 Mann unter mir ein Bruttoverdienst von 1700 Euro abspeisen.

      (4. Das Grundeinkommen reicht nicht aus. Profitieren tuen Menschen deren Einkommen kleiner dem Grundeinkommen ist. Aber ein Wohngeld und Hartz 4 giebt es nicht mehr.)

      Wenn das Grundeinkommen 400 Euro beträgt gebe ich Ihnen recht. Bei einem Grundeinkommen von 1000 Euro dagegen nicht und da das Bedingungsloses Grundeinkommen höher sein muss wie Hartz4, wird es auch kein Grundeinkommen unter Hartz4 Höhe geben.

      (Fazit: Das Grundeinkommen ist Augenwischerei und trägt zum Abbau sozialer Leistungen bei. Es wird mehr Armut geben.)

      Jemand der Arm ist und mit Hartz4 lebt ist mir einem Grundeinkommen besser gestellt, da er auch ohne wenn und aber was dazuverdienen darf. Ein Hartz4 Bezieher darf nur einen gewissen Betrag dazuverdienen sonst wird es wieder abgezogen. Außerdem denken Sie mal an die ganzen Familien. Die profitieren davon doch auch.

    1. Interessant wäre hier die Frage gewesen: „Und wären Sie bereit, dafür Steuererhöhungen in Kauf zu nehmen?“

      Das bedingungslose Grundeinkommen wird nicht durch eine generelle Steuererhöhung finanziert.

      Es handelt sich eher um eine Art Negativsteuer.

      Nach dem derzeitigen System hat ein Arbeitnehmer einen Steuergrundfreibetrag, bis zu dem er keine Steuern zahlt. Darüberhinaus steigt die Steuer an.

      Das BGE stellt rechnerisch einen Sockelbetrag dar. Für alles was hinzuverdient wird, werden ab dem ersten Euro Steuern gezahlt.

      Man zahlt aber unterm Strich dadurch nicht MEHR Steuern.

      Wie hoch das BGE und die Steuersätze sein werden, ist eine politische Entscheidung. Es hat aber nicht ursächlich etwas miot dem BGE ansich zu tun.

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