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Wohin ist das Geld geflossen?

Die Verhandlung gegen den Ex-Aegis Media CEO Aleksander Ruzicka am Mittwoch führten zu neuen Details. Kriminalbeamte informierten das Gericht über den Inhalt der beschlagnamten Computer und Notebooks. Hier fanden sich umfangreiche Aufzeichnungen über Immobilienbesitz und Geldflüsse.

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So sollen Immobilien im Wert von 18,5 Millionen Euro im Eigentum von Firmen stehen, die Aleksander Ruzicka zuzurechnen sind. Eine Beamtin schilderte wie ihren Ermittlungen zufolge Gelder von den Firmen Camaco und Watson zugunsten dieser Immobilien in Südafrika flossen. Diese Firmen sollen wiederum Gelder von der Barterfirma Emerson FF aus den Erlösen von Freispots erhalten haben, die eigentlich Aegis Media zugestanden haben sollen.

Für Aufsehen sorgte eine Datei, die Aleksander Ruzicka am 10.9.2006 verfasst haben soll. Darin soll er Handlungsanweisungen für den Fall einer Verhaftung oder eines Suizides verfasst haben. Zudem wollte er rechtlich gegen seinen Arbeitgeber Aegis Media, die Staatsanwaltschaft und eine Wiesbadener Bank vorgehen. Ruzicka hatte dies zwei Tage vor den Hausdurchsuchungen am 12.9.2006 verfasst. Das nährt den Verdacht, dass er bereits vor dem Zugriff der Staatsanwaltschaft informiert war. Nicht geklärt werden konnte die Frage, warum Ruzicka dennoch mehr als einen Monat nach den Hausdurchsuchungen, am 24.10.2006, in seinem Haus in Wiesbaden verhaftet werden konnte.

Da sich auf den Festplatten auch private Dateien und Fotos befanden, wurde die Zeugenbefragung abgebrochen. Ruzickas Rechtsanwalt Marcus Traut insistierte und wollte offenbar einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit einbringen, falls persönliche oder private Aufzeichnungen seines Mandanten zur Sprache kommen sollten. Das Gericht sollte demnach klären, welche Inhalte prozessrelevant sind und die Zeugenbefragung später fortsetzen. Traut hatte zudem beantragt, den Vorstand der Aegis plc, Robert Lerwill, sowie den Global CEO von Aegis Media, Jerry Buhlmann, als Zeugen zu laden.

Den Antrag begründete Traut damit, dass er die Aussage von Aegis Media CEO Central and Eastern Europe, Andreas Bölte, für „unschlüssig und unglaubhaft“ hält. Es sei „lebensfremd“, dass Bölte als damaliger Neuling bei Aegis Media ab dem Jahr 2004 umfassende Ermittlungen gegen seinen Vorgesetzten Aleksander Ruzicka ohne grünes Licht vom Londoner Aegis Headquarter durchgeführt haben soll.

Der Prozess wird am Montag und Dienstag mit den Zeugenaussagen der ehemaligen Geschäftsführer der Werbeagentur Zoffel, Hoff und Partner fortgesetzt. Reinhard Zoffel und Volker Hoff sollen von Aegis Media Rückzahlungen im Zuge eines Benefit Sharings, dem Aufteilen von außertariflichen Vorteilen von Werbebuchungen, erhalten haben. Diese Gelder sollen ohne ersichtlichen Rechtsgrund an vermeintliche Scheinfirmen von Aleksander Ruzicka weitergeleitet worden sein.

Volker Hoff ist heute Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten der hessischen Landesregierung im Kabinett von CDU Ministerpräsident Roland Koch. Auch eine Einlassung des Angeklagten David Linn ist vorgesehen. Offenbar will er sein Schuldeingeständnis vom Dezember 2006 wiederholen und eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 1,98 Millionen Euro anbieten. Linn hatte dies gegenüber Aegis Media und der Staatsanwaltschaft bereits nach Ende der Untersuchungshaft im Dezember 2006 geäußert. mz

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