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Virale Weihnacht: Eine gute Geschichte lebt von der Musik und anders herum

Maximilian Olowinsky

Spätestens seit dem großen Erfolg von Edekas #heimkommen im letzten Jahr erleben Weihnachtskampagnen einen regelrechten Hype. Online-Werbespot heißt das Zauberwort, gut durchdachte Story plus emotional aufladende Musik die magische Zauberformel, die die weihnachtlichen Kurzfilme zum Leben erwecken soll. Lidl, Bahlsen, Kaufland und Co setzen dieses Jahr auf Virals, die Emotionen wecken und zur Interaktion anregen

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Von Gastautor Maximilian Olowinsky, Geschäftsführer der Supreme Music GmbH

Bis zum heutigen Tag wurde #heimkommen fast 53 Millionen Mal auf Youtube angesehen. Nicht nur den sympathischen Großvater, sondern auch „Dad”, den Song zum Film, hat das Publikum ins Herz geschlossen. Was zeigt, dass der Erfolg einer Kampagne eng mit der emotionalen Umsetzung der ihr zugrunde liegenden Idee und der begleitenden Musik verknüpft ist. Dabei ist die Voraussetzung für einen guten Song ein ebenso guter Film. Er bietet der Musik die Bühne, auf der sie sich zu etwas Besonderem entfalten kann. Im Kontext eines Werbefilms sollte die Musik also etwas mit dem Film machen, ihm eine weitere Ebene geben, die Story unterstützen oder vielleicht auch in den kompletten Kontrast dazu gehen. “Dad” schaffte es, das Publikum sowohl musikalisch als auch textlich in die Geschichte eintauchen zu lassen und schuf so eine Verbundenheit mit den Charakteren im Film und letztlich der Marke Edeka. In der Adventszeit sind Menschen emotional besser erreichbar, sie eignet sich also besonders gut für das Erzählen berührender Geschichten. Lidl, Bahlsen und Kaufland zeigen gut die unterschiedlichen Herangehensweisen an das Thema.

“Santa Clara” von Lidl ist mal was anderes

Auf das übliche Emotionsmeer wird verzichtet, unsere Tränendrüsen geschont. Man setzt auf einen poppigen Ansatz, der dem Mainstream folgt. Der Song dürfte ruhig mehr Ecken und Kanten haben, die ihm mehr Charakter verleihen würden. Doch zum Film und dessen Aussage passt er gut.

Bahlsen ohne Überraschung

Bahlsen wiederum setzt auf eine sehr klassische, filmscorige Herangehensweise ohne Überraschungen. Die Musik unterstützt die Geschichte, jedoch wird die Chance vergeben, noch einen zusätzlichen Akzent zu setzen.

Kaufland arbeitet mit einem alten Hit von Louis Armstrong

Damit wird ein gut gelerntes weihnachtliches Retro-Gefühl bedient, das funktioniert. Diese Mechanik wurde allerdings schon sehr oft genutzt und ist frei von Überraschungen. Bietet sich die Gelegenheit, etwas völlig Neues und Einzigartiges zu erschaffen, sollte sie genutzt werden.

Zwar erleben wir dieses Jahr ein deutliches Überangebot an Weihnachtskampagnen. Trotzdem ist es nicht das Wichtigste, mit allen Mitteln aufzufallen. Ausschlaggebend für den Erfolg einer Kampagne ist die perfekte Verbindung der Musik mit dem Film und seiner Geschichte, so dass das hoch emotionale Thema verstärkt wird. Ohne einen guten Film wird auch die beste Musik nicht funktionieren.

Zum Autor: Maximilian Olowinsky, ist Komponist und seit 2008 Inhaber und Geschäftsführer der Supreme Music GmbH in Hamburg. Bevor er sich mit Supreme Music selbstständig machte, arbeitete unter anderem für SoundVision, Loy Production, Ear Vision Music, Studio Funk und nhb Ton GmbH. „Dad“, der Song zu Edekas #heimkommen, ist eine Komposition von Supreme Music und wurde dieses Jahr in Cannes mit dem Grand Prix in der Kategorie „Entertainment for Music” ausgezeichnet.

 

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