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Verunsicherte Verbraucher mehrheitlich optimistisch

„Was glauben Sie, wie wird sich die allgemeine wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?“, fragte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) einmal pro Monat genau 18.300 Verbraucher in der Europäischen Union (EU). Weitere Fragen im Rahmen der Konsumklimastudie Europa für das zweite Quartal 2011 betrafen die Preiserwartung, die Einkommensentwicklung und die Anschaffungsneigung. Obwohl die Diskussionen um die Rettung Griechenlands viel Raum für Verunsicherung lassen, verbessert sich in vielen EU-Ländern erstmals nach der Finanz- und Wirtschaftskrise die Stimmung der Verbraucher wieder.

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Befragt wurden Konsumenten in Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Rumänien, Spanien und der Tschechischen Republik. Die Talsohle der Rezession in Europa scheint der Studie zufolge überwunden; die Wirtschaft in den meisten europäischen Ländern beginnt, sich von der schwersten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg zu erholen. Viele Verbraucher seien jedoch noch nicht überzeugt, dass der Aufschwung in ihrem Land nachhaltig und dauerhaft ist. Mit der Finanzkrise und ihren Auswirkungen immer noch schwer zu kämpfen hätten Griechenland, Irland und Portugal. Das zweite große Thema der Europäer sei die Inflation. Bulgarien beispielsweise erwarte zum Jahresende zwischen fünf und sechs Prozent allgemeine Preissteigerung. Vor allem die Teuerung bei den Grundnahrungsmitteln und Benzin machten den europäischen Verbrauchern zu schaffen.

In fast allen betrachteten Ländern scheint der aktuellen Konsumklimastudie der GfK zufolge der Tiefpunkt der Rezession durchschritten zu sein. Die Konjunkturerwartung sei im zweiten Quartal generell gestiegen oder habe sich zumindest auf dem Niveau von März konsolidiert. Ausnahmen seien lediglich Österreich sowie die Tschechische Republik. Während der Konjunkturindikator in Deutschland, der europäischen „Wachstumslokomotive“, aktuell 50,3 Punkte erreiche, liege der Wert in Rumänien bei minus 27 Punkten (Juni 2010: minus 71 Punkte) und in Österreich bei 21 Punkten. Auf dem tiefsten Stand seit dem Beginn der Erhebung Anfang 2006 befinde sich der Konjunkturindex der Tschechischen Republik mit minus 48 Punkten – trotz eines guten Wachstums von voraussichtlich 1,9 Prozent in diesem Jahr. Die tschechische Regierung stecke in einer Krise und die Bürger befürchteten, dass die angekündigten Reformen nicht rechtzeitig umgesetzt würden. Zu einer pessimistischen Einschätzung trügen auch die ständig steigenden Lebensmittel- und Energiepreise bei. In Griechenland verharre die Konjunkturerwartung auf extrem niedrigem Niveau – aktuell minus 54,7 Punkte. Das Sparpaket der griechischen Regierung fordere noch weiter gehende Einschnitte mit den entsprechenden Folgen für die eigene Wirtschaft. Für die griechische Regierung wäre es jetzt extrem wichtig, auch die Gutverdiener und Eliten des Landes in die Sparmaßnahmen mit einzubeziehen und vor allem endlich die Schattenwirtschaft zu unterbinden.

Die Preiserwartungen der Verbraucher hätten in vielen der betrachteten Ländern ihren Höhepunkt überschritten und seien im zweiten Quartal gesunken. Den niedrigsten Wert erreiche mit minus 18,4 Punkten derzeit Italien. Auch wenn der Indikator mit 32 Punkten in Frankreich noch sehr hoch sei, habe sich die Situation dort doch deutlich entspannt. Noch im April habe der Indikator bei über 49 Punkten gelegen. Auch in Österreich verzeichne die Preiserwartung mit 30,6 Punkten ein hohes Niveau. In Großbritannien seien die Preiserwartungen der Verbraucher von März (17,3 Punkte) bis Mai um über 19 Punkte auf minus 1,9 Punkte gefallen. Die Inflation liege jedoch nach wie vor bei rund 4,5 Prozent wegen steigender Lebensmittel- und Benzinpreise. In Griechenland sei die Entwicklung uneinheitlich. Von April auf Mai sei der Indikator um 15,2 Punkte auf minus 17,6 Punkte gefallen. Im Juni habe die Preiserwartung jedoch wieder sehr stark auf aktuell 8,7 Punkte angezogen. Hier zeige offenbar die Diskussion um Steuererhöhungen im Rahmen des neuen Sparpakets ihre Wirkung. So sei die Mehrwertsteuer für verschiedene Produkte und Dienstleistungen wie Getränke und Essen in Restaurants von elf auf 23 Prozent erhöht worden. Hinzu komme, dass auch die Tabaksteuer bei den billigeren Marken steigen solle.

Auch die Einkommenserwartung erholt sich laut GfK im zweiten Quartal europaweit: In Deutschland, Spanien, Österreich, Rumänien und Polen steigt der Indikator zum Teil deutlich an. Den mit großem Abstand höchsten Wert verzeichne nach wie vor Deutschland mit 44,6 Punkten. In Bulgarien und der Tschechischen Republik konsolidiere er sich auf niedrigem Niveau. Lediglich Frankreich erreiche im Juni mit minus 41,9 Punkten einen neuen Tiefststand. Noch schlechter beurteilten nur noch die Griechen ihre Einkommensaussichten (minus 58,6 Punkte im Juni). In Spanien glaubten die Bürger an eine langsame konjunkturelle Erholung und damit auch an eine Besserung ihrer finanziellen Lage. Saisonal bedingt würden in der Tourismusbranche derzeit wieder mehr Arbeitskräfte nachgefragt. Zudem profitiere Spanien vom Rückgang der Reisen nach Nordafrika. Allerdings sehe es derzeit noch nicht danach aus, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt insgesamt deutlich verbessert. In Polen habe der Indikator mit minus 47,5 Punkten im April seinen Tiefststand erreicht. Seither sei er auf aktuell minus 27,4 Punkte angestiegen. Die polnische Wirtschaft habe sich sehr gut von der Wirtschaftskrise erholt und sei im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent gewachsen. Die Beschäftigung habe im ersten Quartal dieses Jahres um 4,1 Prozent zugenommen, sodass sich auch hier eine Trendwende abzuzeichnen scheine.

Die verhalten anziehende Konjunktur sowie die Hoffnung auf wieder steigende Einkommen wirkten sich auch auf die Anschaffungsneigung aus, der Indikator klettere leicht nach oben oder konsolidiere sich. Den höchsten Wert erreiche mit 35,1 Punkten Deutschland, und am anderen Ende der Skala stünden derzeit Griechenland (minus 41,8 Punkte) und Großbritannien (minus 41,5 Punkte). In Bulgarien gehe der Indikator im zweiten Quartal weiter zurück und stehe aktuell bei minus 3,1 Punkten, dem niedrigsten Wert seit Februar 2005. Die Inflation könnte hier mittelfristig zu einem echten Problem werden. Eine Rate von knapp unter sechs Prozent gefährde die politische Stabilität in dem Land sowie die Aussicht auf einen nachhaltigen Aufschwung.

www.gfk.de

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