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Top-Studie: Von Arbeit 4.0 über Datenschutz bis E-Health – Parteien setzen 2017 verstärkt auf Digitalthemen

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Top 1: Wahlprogramme unter der Lupe

Im Bundestagswahlkampf 2017 spielen Digitalthemen eine so wichtige Rolle wie niemals zuvor. In ihren Wahlprogammen behandeln die Parteien deutlich mehr digitalpolitische Fragen als bei früheren Wahlkämpfen. Das ergab eine Auswertung der Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, Bündnis ’90/Die Grünen, Die Linke und FDP durch den Digitalverband Bitkom, der zur Bundestagswahl die Plattform www.digitalwahl.de gestartet hat. Untersucht wurden die Programme jener Parteien, die in Bund und Ländern in Regierungsverantwortung sind. „Alle Parteien haben die immense Bedeutung der Digitalisierung erkannt – in den Programmen überwiegen klar die Chancen, die uns die Digitalisierung bietet. Bei vielen Vorhaben fehlt es jedoch noch an konkreten Ansätzen, zum Beispiel welche Projekte genau in welcher Zeit, wie und mit welchen finanziellen Mitteln umgesetzt werden sollen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Auch einige wichtige Zukunftsthemen finden bislang kaum Erwähnung, darunter sind Künstliche Intelligenz, Blockchain und Smart City.“ Rein quantiativ nimmt die Digitalisierung bei der FDP den größten Stellenwert ein. Die Liberalen erwähnen das Wort oder den Wortbestandteil „Digital“ in ihrem Wahlprogramm 103-mal, dahinter folgen Bündnis ’90/Die Grünen (92), SPD (89), CDU/CSU (60) und Die Linke (43). Im Bundestagswahlkampf 2013 lagen CDU/CSU mit 58 Nennungen vorne, gefolgt von SPD (30), Bündnis ’90/Die Grünen (28), FDP (12) und Die Linke (10). Berg: „Die reine Anzahl der Nennungen des Wortes Digital sagt natürlich noch nichts über die Qualität der politischen Vorschläge aus. Entscheidend ist, welche Ziele die Parteien formulieren und wie sie diese erreichen wollen.“

Alle untersuchten Wahlprogramme beschäftigen sich mit den Themen Arbeit 4.0, Bildung 4.0, Datenschutz, Digitale Infrastruktur, Digitale Verwaltung, E-Health, Hate Speech und Fake News, IT-Sicherheit, Medienpolitik, Mobility, Plattformen und Verbraucherschutz. Darüber hinaus setzen die Parteien jeweils eigene Schwerpunkte. CDU/CSU verteilen den Fokus auf alle Themenbereiche ähnlich stark. Das trifft auch auf SPD, Bündnis ’90/Die Grünen und FDP zu, wobei die Sozialdemokraten zusätzlich den Datenschutz hervorheben, die Grünen Umweltschutz und Datenschutz und die Liberalen Bildung. Die geringste Breite an Digitalthemen weist das Wahlprogramm der Linken auf, die sich vor allem auf Arbeit 4.0 konzentriert. Nach Veröffentlichung ihrer Wahlprogramme haben SPD mit dem „Zukunftsplan“ und Die Linke mit „#digitallinks“ ergänzende digitalpolitische Vorhaben nachgeschoben.

Unterschiedliche Auffassungen haben die Parteien in der Frage, ob und inwiefern die Kompetenzen im Bereich Digitalisierung politisch gebündelt werden sollen. Die FDP fordert die Einrichtung eines Digitalministeriums, die Union einen Staatsminister für Digitalisierung im Bundeskanzleramt sowie einen Kabinettsausschuss Digitalpolitik und die Einberufung eines Nationalen Digitalrats. Die Grünen setzen sich dafür ein, dass das Thema Digitalisierung besser koordiniert wird und im Kabinett eigenständig vertreten ist. Berg: „Die Politik hat erkannt, dass die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft besser gesteuert und beschleunigt werden muss. Aus Bitkom-Sicht sollten alle Digitalfragen an zentraler Stelle koordiniert werden, etwa durch einen Staatsminister im Kanzleramt. Die Einrichtung einer solchen Digital-Institution macht aber nur Sinn, wenn sie über die notwendigen Rechte und Ressourcen verfügt.“

Hinweis zur Methodik: Die Angaben basieren auf einer quantiativen und qualitativen Analyse der Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, Bündnis ’90/Die Grünen, Die Linke und FDP.

Auf der Plattform Digitalwahl.de präsentiert der Bitkom alle Positionen der Parteien zu digitalpolitischen Fragen sowie konkrete Vorschläge der Digitalwirtschaft, wie die Digitalisierung in 25 Politikfeldern konkret gestaltet werden kann.

Top 2: Smart Home – Milliardenpotenzial bleibt ungenutzt

Egal ob eine durch den Kühlschrank automatisch erstellte Einkaufsliste oder die Überwachung der Wohnung per Smartphone von unterwegs: Die Vorteile eines Smart Home-Systems scheinen ebenso vielfältig wie verlockend. Eine aktuelle Studie deckt nun auf, welche Anwendungen die Deutschen nutzen, woran sie Interesse zeigen und welche Vorbehalte ein Abschöpfen des Potenzials verhindern.

Das Marktforschungsinstitut Splendid Research hat im Rahmen einer repräsentativen Umfrage im Juni 2017 1.021 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren online zu ihrer Meinung zum Thema Smart Home befragt. Untersucht wurden neben der aktuellen Marktgröße, die Nutzung und Nutzungsabsicht verschiedener Smart Home-Anwendungen, die Treiber und Hemmnisse unterschiedlicher Anwendergruppen sowie die Bekanntheit und Nutzung verschiedener Hersteller.

Den Ergebnissen der Studie zufolge nutzen bereits 36 Prozent der Deutschen Smart Home-Anwendungen, 40 Prozent zeigen sich interessiert und lediglich jeder Vierte lehnt eine Nutzung aktuell ab. Die bisherigen Zugpferde der Branche, Anwendungen der Kategorien Energiemanagement sowie Entertainment und Kommunikation, behalten auch 2017 ihre Spitzenplätze – fast 60 Prozent der aktuellen Nutzer besitzen Anwendungen aus diesen Bereichen. Zukünftig dürfte auch der Bereich der Wohn- und Gebäudesicherheit in diese Regionen vorstoßen, denn gerade die Gruppe der Nicht-Nutzer zeigt sich hieran interessiert.

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Die Studie macht jedoch ebenfalls deutlich: Obwohl die Nutzerquote innerhalb der letzten beiden Jahre weiter stieg, hat sich ihr Wachstum zuletzt verlangsamt. Wie die Kalkulation des Instituts zeigt, birgt der Smart Home-Markt weiterhin ein enormes Potenzial. Momentan wird dieses allerdings durch eine unübersichtliche Marktsituation sowie ernste Vorbehalte der Verbraucher gehemmt. Zusätzlich zeigen sich seitens der Hersteller Kommunikationsdefizite sowie eine mangelhafte Berücksichtigung der unterschiedlichen Verbraucherprofile.

So kennt beispielsweise ein Drittel der Deutschen keinen Smart Home-Anbieter und die Mehrheit aktueller Nutzer konnte nicht zwischen den Herstellern selbst und deren spezifischen Smart Home-Produkten unterscheiden. Eine weitere Auffälligkeit: 55 Prozent der Nutzer war der Besitz einer Smart Home-Anwendung zunächst gar nicht bewusst. „Angesichts dessen dürften in vielen Fällen die technischen Möglichkeiten der Anwendungen allenfalls im Ansatz ausgereizt werden“, schlussfolgert Studienleiter Thilo Kampffmeyer. Weiterhin sorgt sich mehr als die Hälfte der Nutzer um die eigene Privatsphäre und ein Drittel fürchtet Hacker-Attacken. Und auch die Sorgen der Interessenten vor Problemen bei Einbau und alltäglichem Einsatz der Smart Home-Anwendungen werden durch die Äußerungen aktueller Nutzer bestätigt. Obwohl diese Verbrauchergruppe überdurchschnittlich technikaffin ist, gab ein Drittel an, der Einbau der Anwendungen hätte sie überfordert.

Angesichts dieser Ergebnisse wird die Branche zukünftig größere Anstrengungen unternehmen müssen, um Sorgen und Befürchtungen abzubauen sowie die Installation und Bedienung zu vereinfachen. Erst dann ist an ein Abschöpfen des Investitionspotenzials zu denken.

Die vollständige Studie finden Sie hier

Top 3: Expertenbefragung sieht WLAN-Marketing im Aufwind

WLAN-Marketing ist ein junges Instrument im Marketing, das seine Bedeutung der starken Verbreitung lokaler Funknetze verdankt. Der WLAN-Hotspot selbst wird zum Kommunikationskanal. Um den künftigen Stellenwert des Instruments in der deutschen Werbebranche zu eruieren, hat MeinHotspot 130 Entscheider aus Kommunikationsagenturen befragt: Während im laufenden Jahr 2017 jeder Dritte von WLAN-Marketing eine wichtige Rolle im deutschen Marketing erwartet (35 Prozent), sind es im Jahr 2020 schon nahezu doppelt so viele (67 Prozent).

58 Prozent Agenturprofis sind der Ansicht, dass sich Unternehmen durch den Einsatz von WLAN-Marketing einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen verschaffen. Das sei dadurch möglich, dass das Instrument kleinen und mittleren Unternehmen zu einem neuen Kanal verhilft (Mobile Advertising), der neue Touchpoints hervorbringt. So können etwa Einzelhändler eine aktuelle Rabattaktion für Schuhe, der Restaurantinhaber das tagesaktuelle Mittagsangebot oder eine Arztpraxis eine besondere Leistung direkt auf dem Display der WLAN-Nutzer lancieren: Sieben von zehn Experten sind der Überzeugung, dass WLAN-Marketing den Unternehmen Aufmerksamkeit sichert, indem es Marketingbotschaften direkt auf das Display der Kunden bringt (72 Prozent). Diese zusätzlichen mobilen Interaktionen verstärken den Experten zufolge bestehende Marketingmaßnahmen: Ebenfalls sieben von zehn Experten sind der Ansicht, dass sich durch WLAN-Marketing Synergien nutzen lassen, da das Zusammenspiel einzelner Marketinginstrumente wie Banner, Flyer und Homepage die Wirkung einzelner Werbebotschaften verstärkt (72 Prozent).

Zwei von drei Agenturprofis versprechen sich einen Mehrwert für ihre Kunden (68 Prozent) und mehr als die Hälfte aller Experten ist der Ansicht, dass WLAN-Marketing ihre Kampagnen erfolgreicher macht, weil sie dadurch näher am Kunden sind (55 Prozent). Kundennähe sei zum einen durch das mobile Format möglich, da es vielen Unternehmen erstmals Zugang zu Mobile Advertising verschafft. Zum anderen sei die Kundennähe das Resultat der räumlichen Nähe des Unternehmens zum Werbeempfänger, da WLAN-Marketing grundsätzlich all jene adressiert, die sich in das WLAN-Hotspot-System einwählen und somit in nächster Nähe zum Werbetreibenden und zum beworbenen Produkt stehen.

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Selbst Agenturen sollen von WLAN-Marketing profitieren: Zwei von drei Agentur-Profis gehen davon aus, dass WLAN-Marketing im Agenturportfolio einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Agenturen verschafft (65 Prozent). 68 Prozent der Experten wissen zum Zeitpunkt der Befragung, wie sie das Tool bei ihren Kunden einsetzen werden. Die befragten Kommunikationsexperten arbeiten in Kommunikationsagenturen mit unterschiedlichem Schwerpunkt: Werbung (sieben Prozent), PR (neun Prozent), Digital (20 Prozent), Full-Service (19 Prozent) und Marketing (39 Prozent).

Kommunikation

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