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Studien der Woche: Unsichere Mails von Versandhäusern, emotionale Video-Werbung und Wohlfühlfaktoren weltweit

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Top 1: Rechtssicherheit Versandhändler-Mails unzureichend

Obwohl im Onlinehandel jeder vierte Euro aus einem E-Mail-Anstoß kommt, ist das Thema nicht ausgereizt. Eine aktuelle Absolit-Studie über das E-Mail-Marketing von 41 führenden Versandhändlern deckt erhebliche Mängel auf. Neunzig Prozent haben rechtliche Beanstandungen, vier verzichten gar auf das Double-Opt-in.

Für den Handel ist E-Mail-Marketing nach Suchmaschinen der wichtigste Umsatzbringer. Trotzdem werden von den Unternehmen nicht genügend Ressourcen dafür freigegeben. „Gutes E-Mail-Marketing ist eine Frage der personellen Ausstattung“ stellt Studienleiter Dr. Torsten Schwarz fest. Änderung scheint jedoch in Sicht, da 46 Prozent der deutschen Unternehmen Ihre Budgets für E-Mail-Marketing erhöhen. Andere Branchen stehen noch schlechter da. Während Versandhändler im Schnitt 64 Prozent der 40 von Absolit analysierten Kriterien erfüllten, sind es bei den Versicherungen nur 52 Prozent.

Versandhändler schneiden noch etwas besser ab als Multichannel-Händler, die 2015 von Absolit untersucht wurden. Während Multichannel-Händler das Thema Mobile besser beherrschen, haben Versandhändler professionellere Begrüßungsprogramme für neue Interessenten. Erschreckend ist jedoch, dass bei 37 der 41 untersuchten Unternehmen rechtliche Mängel im E-Mail-Marketing nachgewiesen werden konnten.

Positiv fällt auf, dass man bei allen mit maximal zwei Klicks zum Newsletter kommt. Leider bieten nur 22 Prozent an, persönliche Interessen anzugeben, um die Inhalte zu individualisieren. Dafür gibt es bei 83 Prozent der Unternehmen eine nette Begrüßungs-E-Mail. Nur 18 Prozent nutzen die Chance, eine richtige Begrüßungskampagne anzubieten. „Dabei sind gerade in den ersten E-Mails, die ein Unternehmen verschickt, die Öffnungsraten erheblich höher, als später.“ betont Schwarz. Nicht immer werden Bilder angezeigt. Nur jede fünfte E-Mail war auch ohne Bilder noch gut lesbar. Auch mit dem Smartphone stehen viele Händler noch auf Kriegsfuß: Jede zweite Mail hatte eine zu kleine Schrift. Und bei 82 Prozent fehlte die für mobile Geräte wichtige Kurzzusammenfassung. Noch schlimmer jedoch sieht es auf der Smartwatch aus: 44 Prozent waren überhaupt nicht lesbar. Die komplette Studie mit weiteren Ergebnissen gibt es hier.

Top 2: Emotional werben, sinnvoll targeten

Erfolgreiche Online-Videos setzen auf die Emotionen der Zuschauer. Gerade Nutzer von kostenlosen Online-Videoportalen, die besonders emotional auf Online-Videos reagieren, sind für Werbetreibende eine relevante Zielgruppe, schreiben die Forscher von Yougov in der Studie „Überspringen in noch 7 Sekunden“. Das internationale Marktforschungsunternehmen hat dafür 2000 Internetnutzer im Februar 2016 repräsentativ befragt. Die Studie analysiert unter anderem, wie verschiedene Werbearten auf Online-Videoportalen wahrgenommen oder beurteilt und welche Inhalte besonders aufmerksam verfolgt werden und wie Werbung auf jenen Plattformen tatsächlich wirkt. Insgesamt wurden neun mögliche Werbearten und die Nutzung folgender kostenloser Online-Videoplattformen abgefragt: YouTube, MyVideo, Clipfish, Dailymotion, Veoh, Vimeo, Vevo, MySpass und Twitch.

Knapp drei Fünftel (58 Prozent) von ihnen gab dabei an, zumindest manchmal ein Produkt gekauft zu haben, nachdem sie es in einer Werbung im Rahmen von Online-Videos gesehen haben. Bei Personen mit einem mittleren Emotionalitätsgrad ist es immerhin noch jeder Zweite (47 Prozent). In diesen beiden Personengruppen findet sich ein Großteil der Nutzer von Online-Videoportalen wieder. Bei Personen, die kaum emotional auf Videos reagieren, zeigt sich nach einer Werbung in Online-Videos ein deutlich anderes Kaufverhalten. Hier ist es gerade einmal jeder Sechste (17 Prozent), der zumindest manchmal ein beworbenes Produkt gekauft hat. Über alle Nutzer hinweg sind es 41 Prozent.

Doch so einfach emotional sensible Menschen zum Produktkauf gebracht werden, so schnell kann man sie auch verärgern. Die breite Mehrheit (81 Prozent) von Personen mit großer Emotionalität hat sich schon einmal über einen bei Online-Videos gesehenen Werbespot geärgert. Bei den Gesamtbefragten sind es mit 68 Prozent etwas weniger. „Wie für alle Werbekanäle gilt auch für Online-Videowerbung, dass die Spots überlegt eingesetzt werden und sich am Nutzungsverhalten und den Präferenzen der eigenen Zielgruppe orientieren“ sagt Markus Braun, Head of Marketing & Sales bei YouGov. „Sinnvolles Targeting ist hier zielführender als ausschließlich auf hohe Klickzahlen und populäre Kanäle zu setzen.“

Mit welchen Spots die Werbetreibenden die meiste Aufmerksamkeit generieren, ermittelte die Studie ebenfalls. Zu finden sind die weiteren Informationen hier.

Top 3: Wie zufrieden sind wir?

Die Fragen nach dem besseren Leben bewegt den Einzelnen, die Politik und gesellschaftliche Institutionen: Wie gestalten wir ein gutes Leben, welche Faktoren bestimmen Wohlbefinden? Immerhin gibt jeder zweite Deutsche an, dass er mit seinem Leben so wie es ist, zufrieden ist. Das ist deutlich über dem Durchschnitt der über 17 000 Personen, die im Rahmen einer Ipsos Global@advisor Studie in 24 Ländern weltweit befragt wurden.

Am zufriedensten zeigten sich demnach die Menschen in Schweden (61), gefolgt von Indien (55 Prozent), Frankreich (54 Prozent) und Kanada (51 Prozent), wo jeweils über die Hälfte der Befragten angeben, wunschlos zufrieden zu sein mit ihrem Leben. Weitaus weniger Freude scheinen die Bewohner Russlands zu empfinden: Hier gaben gerade mal 20 Prozent der Befragten an, zufrieden mit ihrem Leben zu sein. Zu den Schlusslichtern gehören außerdem Ungarn (21 Prozent) und Süd-Korea (23 Prozent).

Im weltweiten Durchschnitt zeigen sich Frauen (36 Prozent) dabei etwas unzufriedener als Männer (41 Prozent). In Deutschland ist das Verhältnis umgekehrt: 55 Prozent der Frauen und 46 Prozent der Männer bezeichnen sich als so zufrieden, dass sie keinen Bedarf für Verbesserungen sehen. Einen einzelnen Schlüssel des Wohlbefindens gibt es dabei nicht. In Deutschland steht vor allem die Gesundheit im Vordergrund, 34 Prozent betrachten diesen Punkt als „sehr wichtig.“ Gleich dahinter folgen „starke familiäre Beziehungen (30 Prozent), „mehr Schlaf“ und „mehr Sport machen“ (27 Prozent).

Im weltweiten Durchschnitt dagegen hält man eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation im eigenen Land (52 Prozent) für den wichtigsten Einflussfaktor auf das persönliche Wohlbefinden. Vor allem in den Ländern Lateinamerikas (64 Prozent) und im Mittleren Osten und Afrika (64 Prozent) ist man dieser Auffassung. Interessanterweise sind in diesen Regionen außerdem nicht nur Gesundheit, sondern auch stabile familiäre Bindungen für das Wohlbefinden deutlich wichtiger als etwa in Europa, Nordamerika oder den asiatischen Ländern.

An diesen Ergebnissen wird deutlich, dass Wohlbefinden heute weit mehr ist als Gesundheit. So versteht die große Mehrheit der Bevölkerung (77 Prozent) Wohlbefinden eher ganzheitlich. Die deutschen Befragten liegen dabei mit 78 Prozent fast exakt auf dem Durchschnittswert aller Länder, wobei vor allem Frauen (82 Prozent) und Befragte mit höherer Schulbildung (84 Prozent) zu dieser eher holistischen Auffassung von „Wohlbefinden“ tendieren.

In fernöstlichen, zumeist spirituellen Ländern ist diese noch verbreiteter. In China etwa ist fast jeder (94 Prozent) überzeugt, dass nicht nur Gesundheit Wohlbefinden erzeugt, jeder zweite ist sogar „sehr überzeugt“ davon. Indien (82 Prozent) und Japan (83 Prozent) erzielen ähnlich hohe Werte. Dagegen gibt es vor allem in Großbritannien (61 Prozent) und Schweden (62 Prozent) eine deutlich geringere Zustimmung zu dieser ganzheitlichen Einstellung.

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