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Shell rüstet auf Internet-Cafés um

Die Shell AG will ihre Tankstellen jetzt zu Internet-Cafés umrüsten. Kabellose Internetverbindungen (WLAN) für den Laptop oder mobile Endgeräte sowie Sitzecken sollen Kunden dazu einladen, im Shell-Shop zu surfen und dabei einen Hot Dog zu essen. Das geht aus einem Bericht von "Welt online" hervor. Der Grund: Das Tankstellengeschäft in Deutschland sei "mühsam und wenig einträglich". Zudem verlängere die Zapfstationen-Kette ihre Kooperation mit McDonald's - dazu soll es in diesem Jahr wieder Rabattaktionen geben.

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Shell wolle den Hot Dog als Snack an der Tankstelle so beliebt machen, „wie er es heute bei einem Ikea-Einkauf ist“, schreibt die Welt-Onlineredaktion. Allerdings müssten erst Parkplätze an die Station gebaut werden, damit in der Zeit im Shop das Auto nicht störe. „Wir werden in unser Shopgeschäft spürbar investieren“, sagte dem Portal der für die Stationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortliche Joerg Wienke.
Rund 15.000 Tankstellen gebe es in Deutschland, nur ein geringer Teil verfüge über einen modernen und großzügigen Laden. Jahr für Jahr schrumpfe der Benzinabsatz um bis zu fünf Prozent, was vor allem an den sparsameren Motoren liegt. Außerdem würden die Deutschen mit Benzinern immer weniger Kilometer fahren. Dafür steige der Dieselabsatz seit Jahren an. In erster Linie sorge der Güterverkehr mit den 40-Tonner-Sattelzügen für steigende Diesel-Verkäufe.

Vor Jahren schon habe Esso als deutsche Marke des US-Riesen Exxon versucht, aus den Tankstellenshops mehr zu machen als eine Benzinkasse samt teurem Lebensmittelregal. Doch das Konzept „on the run“, was in der Esso-Sprache so viel wie „auf die Schnelle“ heißen soll, sei bis heute nur an 55 von knapp 1.100 Stationen ausprobiert worden. Richtig viel habe der größte Ölkonzern der Welt wohl doch nicht in den deutschen Markt investieren wollen, mutmaßt „Welt online“. Einige Esso-Shops seien zwar moderner, von einem gesuchten Treffpunkt oder einer beliebten Fast-Food-Station blieben sie „aber meilenweit entfernt“.

Zahlen nennt auch Esso-Manager Joerg Wienke nicht, es seien aber „signifikante Investitionen“. Dieses Jahr wolle Shell bis zu 100 Stationen umbauen, in zwei bis drei Jahren solle der Umbau des Tankstellennetzes fertig sein. Allerdings sei nicht jede der 2.100 Stationen dafür geeignet. Am Ende solle es „mehrere Hundert“ modernisierte Tankstellenshops geben, so Wienke.

Statt des Rot-Gelb-Tons der Marke Shell sollen innen braun und grün als Farben dominieren. Wie in einem Café solle sich der Autofahrer künftig fühlen. Das Sortiment werde übersichtlich sein und ähnlich wie McDonalds will Shell mit einheitlichen Läden und Angeboten locken. Über das ganze Land hinweg sollen die Shops gleich aussehen, alles an der gleichen Stelle zu finden sein. Auch sonst bleibe die Nummer 2 im Tankstellenmarkt mit dem Branchenführer beim Fast Food verbunden: „Wir haben mit McDonalds vereinbart, die Kooperation im Jahr 2012 fortzusetzen, wir wollen im März sowie später im Jahr gemeinsame Aktionen realisieren“, wird Shell-Manager Wienke zitiert.

Shell liefert sich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Aral um die Marktführerschaft und liegt rund einen Prozentpunkt hinter der blauen Marke. Im Rennen um neue Erlösquellen war die bekannte blau-weiße Marke zwar nicht die erste am Start, aber Aral hat laut Vorstandschef Stefan Brok hat sein Unternehmen die Kurve genommen und verkauft in seinen Bistro-Shops erfolgreich Snacks und Kaffee.

Mehr zum Kampf der Tankstellen-Marken lesen Sie im absatzwirtschaft-Exklusivinterview mit dem Aral-Chef
hier.

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