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SAP signalisiert Strategiewechsel in Zeiten der Krise

Léo Apotheker, Vorstandschef beim Software-Giganten SAP, strebt nach Informationen von „Welt Online“ einen Strategiewechsel an. Allerdings habe er seine Mannschaft mit den neuen Visionen bislang nicht überzeugen können. Auf der Hausmesse „Sapphire“ in Orlando sei zuvor nie so sehr auf den Vertrieb und so wenig auf smarte Softwareneuheiten abgezielt worden.

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Danach stehen nicht Softwareentwicklung, sondern Vertrieb und Marketing für Apotheker im Mittelpunkt, der im Laufe seiner Karriere mehreren SAP-Vertriebsorganisationen vorstand. Statt weiter vor allem aus eigener Kraft zu wachsen, solle das Unternehmen andere Firmen übernehmen. Damit fordere er das Selbstverständnis des Konzerns mit seinen 50000 Beschäftigten heraus. Doch würden sich viele Beschäftigte bei SAP sorgen. „Wir befürchten, dass wir unsere Technologieführerschaft verlieren“, heißt es. Laut Apotheker ist das Klima bei SAP nicht schlecht. Zudem werde der Teamgedanke im Unternehmen großgeschrieben. „Die Zeiten, in denen es in Unternehmen einen Alleinherrscher gab, sind längst vorbei“, unterstreiche der Chef.

Die neue Konzernstrategie sehe unter anderem vor, dass SAP auch durch Zukäufe wachsen darf. Nun werde öffentlich von einer Kriegskasse mit fünf Milliarden Euro gesprochen. Dem Bericht eines Managers zufolge sollen bereits Sondierungsgepräche für einen Zukauf für 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro laufen. „Es gibt eine enorme Angst, dass Microsoft oder IBM uns übernehmen könnte“, sagt ein SAP-Manager. Der Konzern solle ein noch größerer Brocken werden als derzeit mit 38 Milliarden Euro Börsenwert – und somit schwerer zu verdauen für einen möglichen Angreifer. Dieser Tanker brauche Schnellboote an seiner Seite, die leichter zu steuern seien und in kürzester Zeit zu neuen Technologien vorstoßen können. Eine Vermutung sei, dass Apotheker diese Boote beziehungsweise innovative Firmen kaufen wolle, damit SAP nicht Trends wie etwa die Verlagerung von Software ins Internet verpasst. „SAP lebt nicht auf einer Insel. Die Wirtschaftskrise macht auch uns zu schaffen“, lässt sich Apotheker zitieren, der eine Sparrunde angeschoben habe, die von 2010 an bis zu 350 Millionen Euro im Jahr bringen soll. Erstmals in der Firmengeschichte würden auch Stellen gestrichen, wobei weltweit 3000 Arbeitsplätze wegfallen sollen. In Deutschland hätten 647 Mitarbeiter das Abfindungsangebot angenommen. Nach dem Eindruck von Apotheker trägt die große Mehrheit die Änderungen aber mit.

www.welt.de

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