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Produkteinführung gescheitert – Windows plant Update für Windows 8

Die Kritik an Windows 8 wollte nicht abreißen. Das Betriebssystem sollte die Allzweckwaffe für unterschiedlichste Arbeitsgeräte werden. Das Problem: Das Programm macht nur auf dem Touchscreen Spaß und verärgert auf anderen Oberflächen. Jetzt hat Microsoft sich die Proteste von allen Seiten angenommen und will noch 2013 eine neue Version auf den Markt bringen. Die Produkteinführung ist damit für gescheitert erklärt – das haben aber auch schon andere große Konzerne erleben müssen.

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Die jetzige Version von Windows 8 sei nicht perfekt und müsse überarbeitet werden. So zieht Microsoft-Managerin Tami Reller Bilanz und kündigt gleichzeitig an bis zum Ende des Jahres ein Update mit dem Namen Windows Blue auf den Markt zu bringen. Microsoft überarbeitet das Produkt also deutlich früher als geplant. Die anhaltende Kritik von Computerherstellern, Kunden und Analysten ist der Grund für diesen Schritt.

Dabei sollte Windows 8 einen Meilenstein setzen. Das System wurde im Herbst eingeführt. Es sollte sowohl auf klassischen PCs, als auch auf Tablet-Computern und Hybridgeräten gleichermaßen laufen. Das Grundprinzip: Der klassische Desktop rückt in den Hintergrund. Damit mussten auch Details wie der für Microsoft typische Startknopf, an die sich der Nutzer jahrelang gewöhnt hatte, verschwinden. Die Anwender kamen schnell zu dem Urteil: Windows 8 macht nur mit Touchscreen richtig Spaß, bei der Nutzung auf dem klassischen PC waren die Nutzer verwirrt bis enttäuscht.

Dass an dem Produkt etwas getan werden muss, hat jetzt auch Windows eingesehen. Wie genau das Update aussehen soll, verrät Tami Reller nicht. Es sollen allerdings „Schlüsselaspekte“ der Software verändert werden, sagte Reller gegenüber der Financial Times. Für Analysten ist das frühzeitige Update des neuen Systems ein klares Zeichen, dass die Produkteinführung nun auch von Windowsseite als gescheitert erklärt wurde.

Reller betont, dass seit Einführung 100 Millionen Lizenzen des Betriebssystems verkauft werden konnten. Tatsächlich stimmen die Zahlen bei Windows, verschwiegen wird allerdings, dass der Abverkauf des Systems kurz nach der Einführung zwar stark war, danach aber schnell abgenommen hat. Der Absatz der Notebooks und Desktops war im ersten Quartal 2013 um fast 14 Prozent gefallen.

Gescheiterte Produkte

Analyst Richard Doherty vergleicht die Produkteinführung von Windows 8 in der “Financial Times“ als das größte Desaster seit der Einführung der sogenannten „New Coke“. 1985 führte Coca-Cola eine neue Rezeptur für ihre Coca Cola vor. Doch „New Coke“ traf auf eine bis dahin ungekannte Protestwelle der Kunden und nur drei Monate später stellte der Getränkekonzern die Cola wieder in der alten Rezeptur her und nannte diese „Coke Classic“.

Coca-Cola-Konkurrent Pepsi wollte Anfang der 1990er-Jahre eine durchsichtige Cola auf den Markt bringen. Sie sollte als koffeinfreie Alternative für Nicht-Cola-Trinker dienen. Zwar waren einige Kunden zunächst neugierig, aber die Nachfrage ging schnell gegen Null und Pepsi nahm das Produkt vom Markt.

Ebenfalls schlechte Erfahrung bei der Einführung eines Neuproduktes machte Apple mit Apple Maps. Mit der Einführung des iPhone 5 im Herbst 2012 brachte der US-Technologiekonzern eine eigene Kartenanwendung auf die Geräte. Die Darstellungsfehler waren enorm. Die Folge: Ein Shitstorm der Kunden ergoss sich im Internet über Apple. Vorstandschef Tim Cook sah sich genötigt, sich offiziell in einem offenen Brief bei den Kunden zu entschuldigen.

Innerhalb der Autobranche hat Mercedes üble Erfahrungen mit einem groß angekündigtem Neuprodukt gemacht. Die A-Klasse sollte die Mercedes-Autowelt verändern, ihre Einführung 1997 entwickelte sich schnell zum Desaster. Beim Elchtest, einem Ausweichmanöver, fiel ein Vorführmodell des Wagens auf die Seite. Das Bild ging um die Welt und Mercedes reagierte mit einer teuren Überarbeitung des Wagens.

Microsoft selbst hat auch vor Windows 8 schon Probleme bei der Einführung von Produkten gehabt. Die größte Blamage erlebte das Unternehmen mit dem digitalen Musikspieler Zune. Das Gerät wurde im Herbst 2006 auf den Markt gebracht, um in Konkurrenz zum iPod von Apple zu treten. Es fanden sich kaum Käufer, nach fünf Jahren wurde das Produkt komplett vom Markt genommen.

Immerhin: Das Beispiel der A-Klasse von Mercedes zeigt, dass ein Produkt, das bei der Einführung völlig versagt, zu einem späteren Zeitpunkt ein Erfolg werden kann. Der Erfolg von Windows 8 steht und fällt mit dem angekündigten Update und der Entwicklung der Absatzzahlen bis dahin. Nach der Ankündigung des Updates dürften die vorerst nicht steigen.

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