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Printredaktionen wollen bei Sport-Berichten kooperieren

In den USA haben 49 Tageszeitungen, die meisten davon mit Auflagen von 100 000 Stück oder mehr, eine verlagsübergreifende Kooperation für die Sportberichterstattung geschlossen. Die „Content-sharing Alliance" soll bereits im September in Kraft treten und sieht vor, dass Artikel und Kolumnen in eine Art „Basar“ hochgeladen sowie von jeder teilnehmenden Redaktion verwendet und bearbeitet werden können.

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Unter den teilnehmenden Zeitungen seien unter anderem „The Plain Dealer“ aus Cleveland, der „Star Tribune aus Minneapolis“, „The Atlanta Journal-Constitution“ und der „Milwaukee Journal Sentinel“. „Die Allianz besteht aus einer Basis-Website, zu der Zeitungen ihre Budgets und Storys hochladen und anderen verfügbar machen“, sagt Roy Hewitt, Sport-Redakteur beim Plain Dealer. Anzunehmen sei, dass es mehr über Kolumnen und Feature-Berichte gehen werde als um Spielberichte und dass ein Großteil davon die Online-Auftritte der Zeitungen erweitern werde. Kleinere Tageszeitungen würden sich von diesem Projekt erhoffen, wieder über große Sportereignisse wie den „Super Bowl“ berichten zu können. Einzige Prämisse sei, dass weiter verwendete Geschichten Angaben zum Verfasser und dem Ursprungsmedium beinhalten müssten.

Verena Burk, Sportwissenschaftlerin von der Eberhard Karls Universität Tübingen, führt das Phänomen der Kooperationen unter anderem auf die aktuelle Zeitungskrise zurück: „In den Sport-Redaktionen von Tageszeitungen wird momentan eher Personal ab- als aufgebaut. Auf lange Sicht wirkt sich dies natürlich auf die journalistische Qualität der Beiträge aus.“ In den USA zeichne sich die Krise der Tageszeitungen derzeit noch dramatischer ab als in Deutschland und zwinge Verlage geradezu, Kooperationen einzugehen. Allerdings sei der Trend auch hierzulande erkennbar, wonach eigenrecherchierte Artikel zunehmend rar werden und stattdessen auf Material von Nachrichtenagenturen, Kooperationspartnern oder anderen Quellen zurückgegriffen werde. Verlagsübergreifende Kooperationen in der Sportberichterstattung würden jedenfalls auch in Deutschland und Österreich diskutiert beziehungsweise bereits umgesetzt. Beispielsweise beliefere das österreichische Sportportal „Sportnet.at“ die Online-Präsenzen der „Oberösterreichischen Nachrichten“ und „Salzburger Nachrichten“ mit Sport-Inhalten. Ein ähnliches Konzept böten Portale wie „Sport1.de“ oder „Transfermarkt.de“, die ebenfalls von der veränderten Mediennutzung der Konsumenten profitieren würden und stetige Zuwächse bei den Zugriffszahlen zu verzeichnen hätten. pte

www.uni-tuebingen.de

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