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Vom Pilotenstreik bei Ryanair ist nichts zu spüren – warum O`Leary trotzdem mit der Gewerkschaft zusammensetzen reden sollte

Es ist eigentlich ein einfaches Thema: Die Piloten von Ryanair arbeiten unter schwierigen Bedingungen, deswegen sollte es Warnstreiks geben, damit die Geschäftsführung von Ryanair mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit in Verhandlung geht. Doch irgendwie scheint nun alles anders zu sein: Am heutigen Freitag, 22.12., sollten für vier Stunden keine Flüge starten. Doch es läuft alles wie gewohnt. Warum?

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Zu dem Warnstreik der Piloten hatte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) aufgerufen, rund 200 in Deutschland fest angestellte Ryanair-Piloten sollten sich beteiligen um ganze Flüge ausfallen zu lassen. Doch am Ende sind es ein paar Verspätungen geworden.

Seit Jahren keine guten Bedingungen für Piloten und Mitarbeiter

Kern des Konflikts ist die bisher noch fehlende Anerkennung gewerkschaftlicher Vertreter bei Ryanair. Vor allem geht es darum, dass Piloten einfach zwangsversetzt werden können und oft nicht fest angestellt sind. Im Winter werden sie einen Monat komplett vom Dienst freigestellt. Solche Regelungen gibt es bei keiner anderen Fluggesellschaft. Zurzeit ist die Lage für Piloten aber günstig, den Arbeitgeber zu wechseln – es sind genug Alternativen vorhanden. Sie bewerben sich bei Easyjet oder Eurowings, die eine Festanstellung, bessere Bezahlung, klaren Urlaubsregelungen und soziale Absicherung bieten. Somit könnte es passieren, dass Ryanair nächstes Jahr massiv Piloten fehlen und viele Flugzeuge deswegen nicht abheben können.

Verhandlungen begannen erst gar nicht

Bereits am Mittwoch waren nach Darstellung der VC erste Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen über einen Tarifvertrag nicht zustande gekommen, weil Ryanair zwei der fünf in Dublin anwesenden VC-Tarifkommissionsmitglieder als Verhandlungspartner abgelehnt habe.

Flüge gehen wie gewohnt. Warum?

Der Plan war, dass bei Ryanair fest angestellte Piloten am Freitagmorgen in der Zeit von 5.01 bis 8.59 Uhr an den deutschen Flughäfen streiken. Doch Ryanair selbst übte wohl Druck auf die Piloten aus: Zunächst seien alle Maschinen gestartet, es gebe aber deutliche Verspätungen, sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Ryanair habe über Nacht nicht-festangestellte und ausländische Piloten geholt und eingesetzt. „Die Piloten fehlen jetzt woanders.“

In der Hauptstadt lief der Betrieb größtenteils ohne Einschränkungen an. Auch in Frankfurt am Main war von dem Warnstreik nichts zu spüren. „Frankfurt ist ein sehr neuer Standort. Viele Kollegen sind noch in der Probezeit und fürchten, dass die nicht verlängert wird“, erklärte Wahl . „Ryanair übt leider Druck auf die Piloten aus.“

Trotzdem: Am Ende scheint die Streikbeteiligung für VC-Sprecher Wahl absolut zufriedenstellend gewesen zu sein.  Der Druck bei der irischen Airline sei groß. Weitere Streikaufrufe werde es bis einschließlich zum zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) nicht geben. Wie es dann weitergehe, hänge davon ab, ob Ryanair bereit sei, mit der Gewerkschaft endlich zu verhandeln.

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