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#opISIS: Wie das Hacker-Kollektiv Anonymous gegen den IS kämpft

Das Hacker-Kollektiv geht gegen die Terroristen im Netz vor © Screenshot Twitter & Youtube

Der selbst ernannte Islamische Staat führt seinen Kreuzzug gegen die „Ungläubigen“ und den Rest der Welt auch im Netz. Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat den Terroristen den Krieg erklärt. Erste Erfolge können die Hacker bereits vorweisen, aber der IS zeigt sich auch im Netz widerstandsfähig

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Während sich große Teile der Welt noch in Schockstarre befanden und Regierungschefs über das weitere Vorgehen gegen den sogenannten Islamischen Staat diskutierten, hatte das Hacker-Kollektiv bereits die Sprache wiedergefunden, und die war eindeutig: „Ihr müsst wissen, dass wir Euch finden werden und Ihr nicht davon kommt.“ Ausgesprochen wurde diese Ankündigung in einem Video, das das Kollektiv bereits am Samstag auf Youtube hochlud. Es solle massive Cyber-Attacken geben, droht das Kollektiv dem IS.

Die Kriegserklärung im Netz

Twitter-Accounts, Messanger Apps, Server – all diese Netzrepräsentanzen des IS und ihre Hilfsmittel will Anonymous unter Beschuss nehmen. Und tatsächlich: Bereits wenig Tage nach der digitalen Kriegserklärung kann das Kollektiv erste Erfolge vermelden. Doch die bleiben vorerst nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und offenbaren zudem die dunkle Seite des Kurznachrichtendienstes Twitter.

Anonymous, dieses Kollektiv aus Einzelpersonen und Gruppen aus aller Welt, setzt nicht immer nur multinationalen Konzernen wie Visa, Mastercard oder Sony zu. Auch politische Gruppierungen stehen immer wieder im Visier des Kollektivs. Ob Sekten, Fundamentalisten oder Rechtsextreme – sie alle mussten sich schon gegen Netzattacken zur Wehr setzen. Nun also der sogenannte Islamische Staat. Und der ist äußerst aktiv im Netz. Laut einer Schätzung der US-Denkfabrik Brookings aus März 2015 sollen mindestens 46.000 Profile auf Twitter bestehen, die den IS unterstützen. Die meisten davon mit Aufenthaltsort in Saudi-Arabien und Syrien, so die Untersuchung. Diese sind das Ziel der Anonymous-Attacke.

Viele Accounts sind immer noch aktiv

Am Dienstag hatten die Hacker dreißig Twitter-Accounts veröffentlicht, die offenbar von IS-Mitgliedern oder Unterstützern betrieben werden. Dabei greift das Kollektiv: Wer die Profile aufruft, kann Inhalte und Account melden. Rund 5.500 hat Anonymous so nach eigenen Aussagen bereits lahmgelegt. Bei den dreißig veröffentlichten Profilen kommen die Sperrungen allerdings nur schleppend voran: Von den Accounts sind am Donnerstagmorgen immer noch viele aktiv.

Zugleich wird deutlich: Auch im Netz wird der Kampf gegen den IS ein langwieriger. Denn wer auf die von Anonymous ausgewählten Profile geht, entdeckt viele weitere Accounts, die zumindest eindeutig als Sympathisanten zu erkennen sind: Aufnahmen von Männern in IS-Kampfmontur oder eine Zeichnung vom zerstörten Paris sind noch die harmlosen Varianten der Bilderflut, die da auf dem Kurznachrichtendienst von IS und seinen Unterstützern veranstaltet wird. Fotografien von Enthauptungen finden sich genauso wie Folterbilder. Was auf Facebook das Einfärben des Profilbildes in der Trikolore ist, haben auch IS-Anhänger entdeckt: Sie versehen die französischen Nationalfarben mit einem Schuhabdruck.

Die dunkle Seite von Twitter

All das zeigt die dunkle Seite des Kurznachrichtendienstes: Denn neben Aktionsaufrufen und witzigen Hashtags existiert eine Ebene, auf der die Verbreitung von menschenverachtenden Botschaften, grausamen Fotografien und Zeichnungen anscheinend keinerlei Grenzen gesetzt sind. Wo doch so gerne alle auf Facebook und seine Moderationspolitik schimpfen, sollte Twitter dabei nicht ausgenommen werden. Wo ist der Filter, der verhindert, dass Nutzer eine Massenerschießung digital verbreiten dürfen?

Der Online-Feldzug von Anonymous scheint zumindest für Sensibilität bei App-Betreibern gesorgt zu haben. Die Messaging App Telegram hat 78 Accounts gesperrt, die mit IS-Propaganda und Informationsaustausch zusammenhingen, berichtet „Business Insider“. Unter dem Hashtag #opISIS beteiligen sich zudem viele Nutzer an der Anonymous-Aktion, in dem sie die entsprechenden Profile melden oder darauf aufmerksam machen. Das hat Twitter eben auch, die gute Seite.

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