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Nate-Gründer Hubert Eiter: „Wir wollen Spenden so einfach machen, wie Tinder“

nate-Gründer Lukas Fellhauer und Hubert Eiter (v.l.)

Werbung nervt viele Nutzer. Was aber, wenn sie durch ihre Aufmerksamkeit Gutes tun könnten – Spenden zum Beispiel? Die Charity-App Nate blendet Werbung auf dem Sperrbildschirm des Smartphones ein. Jedes Mal, wenn der Nutzer sein Display entsperrt, spendet er automatisch Geld. Im Interview erklärt Geschäftsführer Hubert Eiter, wie nate dadurch das mobile Marketing vorantreiben will.

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Herr Eiter, nate verwandelt den Sperrbildschirm des Smartphones in einen Werbekanal. Wieso sollten das Nutzer wollen? 

Weil sie damit etwas gutes tun. Jedes Mal, wenn sie ihr Display entsperren, spenden sie ein bis zwei Cent an eine gemeinnützige Organisation. Im Schnitt sind das 1,5 Cent pro View und in etwa 40 Euro pro Jahr. Das ist mehr als Menschen durchschnittlich spenden.

Das Geld kann ich doch auch gleich an die Organisation überweisen. Das dauert kein ganzes Jahr.

Das mag stimmen. Unsere Zielgruppe sind aber nicht Nutzer, die sowieso spenden. Wir richten uns vor allem an Unter-35-Jährige: In dieser Altersklasse spenden relativ zur Bevölkerung eher wenig Menschen. Als Grund nennen die meisten das fehlende Geld. Oder sie sagen, es sei ihnen zu aufwändig. Wir wollen Spenden so einfach machen, wie Tinder benutzen und es damit Leuten ermöglichen, die das sonst nicht machen.

Wie seid ihr darauf gekommen?

In unserem Team mit Lukas Fellhauer und mir verbinden wir die Werbe- und die Spendenwelt. Dabei haben wir zwei Probleme gesehen: Zum einen wachsen die Investitionen in mobile Werbung zur zeit um 50 Prozent im Jahr, aber die Nutzer finden diese besonders nervig. Es wird also viel Geld rein gepulvert, kommt aber nicht gut an. Und auf der Spendenseite haben wir das Problem der jungen Generation, die kein Geld oder keine Zeit haben, sich sozial zu engagieren.

Wie genau funktioniert nate?

Der Nutzer kann über die Einstellungen bestimmen, wie oft er Werbung sehen will – jedes mal, wenn er den Bildschirm entsperrt oder jedes vierte Mal etwa –, welche Art von Werbung er sehen möchte – beispielsweise aus den Bereichen Sport oder Mode – und an wen er das Geld spenden möchte. Dazu arbeiten wir mit einigen großen Hilfsorganisationen wie WWF, SOS Kinderdorf oder der UNO Flüchtlingshilfe direkt zusammen.

Ihr arbeitet auch mit der Spendenplattform betterplace.org zusammen. Einer der Gründer, Till Behnke, gehört ebenfalls zu eurem Gründerkreis

Richtig. Über die Zusammenarbeit mit betterplace.org können Nutzer neben den großen aus rund 5000 weiteren, kleineren und lokalen Projekten auswählen. Zwei Drittel der in Deutschland ansässigen NGOs nehmen im Jahr weniger als 20000 Euro Spenden ein. Gerade bei den kleinen machen schon ein paar tausend Euro einen großen Unterschied. An meinem eigenen Beispiel sehe ich, dass ich schon sehr viele Organisationen unterstützt habe, für die ich wahrscheinlich nie einen Scheck ausgefüllt hätte.

Woher weiß ich, wie viel ich der ausgewählten NGO gespendet habe?

Das sieht man alles in der App. Man sieht auch, wie viel die Organisation insgesamt über nate eingenommen hat. Diese Transparenz ist uns sehr wichtig.

Die Spendengelder nehmt ihr über eure Werbekunden ein, irgendwie müsst ihr euch aber auch selbst finanzieren. Wie ist das Verhältnis?

Wir verkaufen auf TKP-Basis, verkaufen also Impressions, die Werbekunden in Paketen buchen können – wie bei anderen Werbeformen auch. Wenn keine Agentur dazwischen geschaltet ist, zahlen wir 80 Prozent der Einnahmen in den Spendentopf ein, 20 Prozent bleibt bei uns. Agenturen aber können uns auch als Inventarfläche für bestimmte Zielgruppen buchen. Dafür arbeiten wir mit Gruner+Jahr als Vermarktungspartner zusammen. In diesem Fall fließen mindestens 50 Prozent der Einnamen in den Spendentopf, der Rest wird zwischen Vermarkter und Nate aufgeteilt. Unsere absolute Grenze sind auch 50 Prozent – dieser Teil soll mindestens an die Hilfsorganisationen fließen.

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