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Kofler: ARD und ZDF hebeln Markt aus

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist das größte Hemmnis für das Wachstum der Privaten. Kurz vor seinem Ausscheiden beim Abo-Sender rechnet Premiere-Chef Georg Kofler mit den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF ab.

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In einem Interview mit der WirtschaftsWoche kritisiert Kofler, dass beide Sender mit ihren „Zwangsgebühren“ den Markt aushebeln. „Jeder ambitionierte Vertreter des Privatfernsehens in Deutschland muss frustriert sein, wenn er die ungebremste Expansion der Öffentlich-Rechtlichen sieht. Das ist und bleibt eine ordnungspolitische Schieflage, der sich die Vertreter der marktwirtschaftlichen Medien nicht entschlossen genug entgegenstellen. ARD und ZDF hebeln mit ihren Milliarden aus Zwangsgebühren regelmäßig die Marktgesetze aus und überbieten die privaten bei wichtigen Programmen.“

Danach breche zwar „ein gewisser Katzenjammer aus, ordnungspolitische Konsequenzen werden aber nicht realisiert.“ Kofler wirft den öffentlich-rechtlichen Sendern eine „Überdimensionierung“ vor, die „das größte Hemmnis für die Wachstumschancen der privaten Medien“ sei. Dabei hat Kofler wenig Hoffnung, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird. „Die Verfilzung zwischen Politik und öffentlich-rechtlichem System ist in der Tat schwer aufzubrechen. Diese Strukturen sind medienpolitisch bedenklich, weil sie keine wirksame Kontrolle der Expansion von ARD und ZDF gewährleisten.“

Zurückgewiesen hat Kofler den Vorwurf, er verlasse Premiere, bevor die Zukunft des Senders gesichert sei. „Die Zukunft von Premiere ist heute viel besser einzuschätzen als noch im Februar. Jetzt ist mit der Bundesliga alles klar, und gleichzeitig wissen wir schon, wie es weitergeht. In den nächsten sechs bis neun Monaten kommen wichtige Rechtepakete für Premiere auf den Markt: die Bundesliga, die Champions League, die Formel 1, das eine oder andere Hollywood-Studio. Hinzu kommen Verhandlungen mit den Kabelbetreibern über die langfristige Einspeisung von Premiere. Hätte ich jetzt weitergemacht, hätte ich konsequenterweise noch fünf Jahre dranhängen müssen. Dazu war ich nicht mehr bereit.“

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.wiwo.de

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