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Kein Ablass für Uli Hoeneß: Warum die große Beichte keine Wirkung zeigt

Auch knapp drei Wochen nach Bekanntwerden steht Uli Hoeneß weiter im Fokus der Öffentlichkeit. In der ZEIT brach der Bayern-Präsident nun sein Schweigen. Verzeihen will ihm die Öffentlichkeit aber nicht, denn die Causa Hoeneß ist längst zum Sinnbild der Steuerhinterziehung auserkoren worden.

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Von Johannes Steger

Ob Titelseite, Talkshow oder Schwerpunkt, auch knapp drei Wochen nach bekannt werden der Steuerhinterziehung des Uli Hoeneß kommt die mediale Dauerdebatte nicht zur Ruhe. Auch im aktuellen Buzz-Monitor legt der Bayern-Präsident erneut zu. Die Erfolge seines Vereins und auch seine persönlichen Verdienste scheinen dahinter zu verblassen. Wie lange er noch an seinem Posten als Bayern-Präsident festhalten kann, bleibt fraglich. Auch sein Ansehen, erworben als sozialer Wohltäter und Selfmademan ist in arge Bedrängnis geraten. Der Fall hat der Marke Hoeneß schweren Schaden zugefügt und noch ist nicht abzusehen, ob er den Makel des Steuersünders jemals wieder loswerden wird.

Ein Blick in die Geschichte der Markenpersönlichkeiten und Testimonials zeigt: Der große Fall einer leuchtenden Ikone ist keine Seltenheit. Als 2005 Kate Moss beim Kokainkonsum gefilmt wurde, kündigten Chanel und Burberry die Werbeverträge mit dem britischen Supermodel. Bekannt geworden in den Neunziger Jahren für den sogenannten „heroin chic“, waren dann doch alle schockiert, als Moss auch tatsächlich Drogen konsumierte. Moss entschuldigte sich für ihr Fehlverhalten und die öffentliche Empörung zog weiter. Laut ihrer Agentin verdient sie seit dem Skandal sogar das Doppelte. 2011 wurde ihr Hochzeitsfoto das Cover der prestigeträchtigen Septemberausgabe der US-Vogue.

Dass das Beichten hilft, zeigte auch der Fall Tiger Woods. Nach seinem Sexskandal im Jahre 2009 kam die große Reue und eine noch größere Beichtinszenierung. Mittlerweile steht Woods wieder auf dem Rasen und trägt die Uhren seines Sponsors Rolex.

Das Vertrauen der Deutschen ist weg

Auch Uli Hoeneß brach sein Schweigen und beichtete. Die Zeit druckte sein mehrseitiges Schuldbekenntnis. „Ja ich bereue das unendlich“ und „Ich habe Riesenmist gebaut“ war da zu lesen. So schnell wollen ihn die Medien aber nicht davon kommen lassen und kommentierten die große Beichte teils mit harscher Kritik. Auch von der Öffentlichkeit darf er keine Milde erwarten. Laut einer Studie der Innofact AG beurteilen 61 Prozent der Deutschen sein Verhalten als „kriminell“ und plädieren für eine harte Bestrafung.

Ob er sich unter dem immensen öffentlichen Druck zudem noch lange in seinen Funktionen beim FC Bayern München halten kann, ist mehr als fraglich. Laut Handelsblatt Informationen soll Hoeneß der zeitweilige Rücktritt nahe gelegt werden, zumindest bis die Vorwürfe geklärt sind.

Anders als bei vielen anderen Markenpersönlichkeiten zeigt die große Beichte des Uli Hoeneß keine Wirkung. Denn ob nun Kavallerie in die Schweiz reiten sollte oder Landesregierungen CDs aufkauften, Steuerhinterziehung ist ein medialer und gesellschaftlicher Dauerbrenner. Und mit Uli Hoeneß bekommt das nun ein Gesicht.

Dabei hätte Deutschland auch noch mehr Steuerhinterzieher zu bieten. Den früheren Post-Chef Zumwinkel zum Beispiel oder Boris Becker. Die Prominenten, die lieber gleich nach Österreich oder die Schweiz zogen, um dort legal Steuern zu sparen, scheinen niemanden zu empören. Es ist sein eigenes Image als Tacheles-Sprecher und Macher, über das Hoeneß jetzt stürzt. Der gefallene Sympathieträger eignet sich besser für die mediale Empörung, als ein blasser Konzernchef. Als Steuerhinterzieher wird Hoeneß schon bald zur Rechenschaft gezogen werden, ob ihm die Öffentlichkeit verzeihen wird, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Über wen sonst noch gesprochen wurde:

Zuwachs Anzahl Nennungen in Medien/Social Web Zuwachs in Prozent in der vergangenen Woche
1. Mario Götze 9384 1249,5
2. Uli Hoeneß 7290 80
3. Jürgen Klopp 1456 76,7
4. Franz Beckenbauer 589 95,2
5. Thomas Müller 421 32,3
6. Günter Grass 396 327,3
7. Marco Reus 102 10
8. Mats Hummels 58 8,2
9. Anica Dobra 42 221,1
10. Jeanette Biedermann 31 110,7

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