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Hoffnung für die Autoindustrie verharrt auf niedrigem Niveau

2010 werden in West-Europa 700 000 Fahrzeuge weniger verkauft als im Krisenjahr 2009. Das ist das zentrale Ergebnis einer Gemeinschafts-Analyse der Automobilkonjunktur vom CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen und von der Unternehmensberatung Struktur Management Partner GmbH. Zudem seien nach Einschätzung der Banken 23 Prozent aller Zulieferer in Deutschland akut gefährdet, Insolvenz anmelden zu müssen.

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Unternehmen, die derzeit schwarze Zahlen ausweisen, hielten zwar an großen Restrukturierungsprogrammen fest, doch seien die Unternehmensgewinne nahezu ausschließlich aus Sparprogrammen und nicht aus Zusatzumsätzen generiert. Bei Sparprogrammen und Personalabbau würden nicht unbedingt mehr Firmenwagen gekauft, weshalb die Wunsch-Prognose auf tönernen Füßen stehe, dass der Firmenwagen-Markt den in Deutschland einbrechenden Privatkundenmarkt stützen kann. Durch den hohen Einsatz von Steuergeldern bei „Abwrackprämien“-Programmen in West-Europa und den USA würde vielmehr eine künstliche Blase erzeugt, die 2010 in Märkten wie Deutschland platzen werde. Somit könnten sich Zulassungszahlen hierzulande im kommenden Jahr voraussichtlich um eine Million auf 2,7 Millionen Personenkraftwagen (Pkw) reduzieren. In der Folge stünde zu befürchten, dass Deutschland den gesamten europäischen Automarkt um 632 000 Fahrzeuge oder 4 Prozent ins Minus ziehe. Einschließlich der EU-Erweiterungsstaaten und Ost-Europa mit Russland würden die Pkw-Verkäufe in Europa 2010 laut der Erhebung auf 15,27 Millionen sinken. Einzig Russland und England sowie Länder ohne Abwrackprämie würden in Europa ein Plus verzeichnen können.

Zusätzlich habe die Abwrackprämie in Europa ausgelöst, dass 2009 etwa 45 Prozent aller Pkw-Verkäufe auf Kleinwagen entfallen werden. Kleinwagen erzeugten jedoch deutlich niedrigere Umsätze und Wertschöpfungsumfänge bei Autoherstellern und Zulieferern. Da Mittelständler überwiegend auf europäischen Märkten tätig seien, drohe der Pkw-Nachfragerückgang 2010 stärker auf die mittelständische Zulieferindustrie durchzuschlagen. Die Gewinn- und Liquiditätssituation bleibe damit auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 und im Jahre 2010 für Mittelständler angespannt.

Aus einer Untersuchung, für die die Struktur Management Partner 22 Banken mit Automotive-Schwerpunkt befragten, gehe zudem hervor, dass derzeit 23 Prozent aller mittelständischen Autozulieferer als „akut Insolvenz gefährdet“ anzusehen seien. Bei rund 750 mittelständischen Automobilzuliefern treffe dies auf 170 Unternehmen in Deutschland zu. Demgegenüber seien 330 Unternehmen aller Zulieferer als „gefährdet, aber rettbar“ und 250 Unternehmen aller Zulieferer als „problemlos“ einzustufen. Zu Insolvenzursachen seien sowohl Absatzeinbrüche als auch interne Probleme der Unternehmen wie zum Beispiel Managementfehler, Überkapazitäten oder einer hohen Verschuldung zu zählen. Erforderliche Zuliefer-Maßnahmen bestünden aus Bankersicht darin, Kosten zu reduzieren, Kapazitäten anzupassen, Liquidität zu sichern und Neukunden zu generieren. Mit Blick auf den Umgang mit der Krise hätten die Automobilzulieferer aber gute Noten erhalten. Beispielsweise bescheinige mehr als die Hälfte der Banken den meisten ihrer Automotive-Kunden, dass sie schnell und flexibel auf die veränderten Bedingungen reagiert haben.

www.uni-due.de,
www.struktur-management-partner.com

Kommunikation

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