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Gewinnt die Suchmaschinenwerbung gegenüber der Webanzeige?

Nach Ansicht von US-Analysten wird man mit Suchmaschinenwerbeanzeigen 2008 mehr als zehn Milliarden Dollar verdienen. Bei den klassischen Display Ads, bei denen Logos, Fotos oder Schriftzüge geschaltet werden, gehen die Medienbeobachter von nicht einmal halb so viel aus.

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Die Auseinandersetzung zwischen Search und Display Ads schlägt sich auch im US-Präsidentenwahlkampf nieder. Denn dort setzt Demokrat Barack Obama auf einen massiven Einsatz der Display Ads. Mehr als 240 000 Zugriffe konnte seine Kampagnen-Homepage alleine im Juni verbuchen. Seit Anfang des Jahres waren es durchschnittlich gut 90 000. „Obamas Werbung ist überwiegend mit positiven Aussagen belegt, die darauf ausgelegt sind, seine Kampagne bekannter zu machen“, erläutert Andrew Lipsman, Senioranalyst bei ComScore.

Sein Konkurrent McCain setzt hingegen auf die Suchmaschinenwerbung. Wie Nielsen herausfand, hatte der Republikaner im Juli mehr als 15 Millionen Search Ad Impressions. Obama kam auf nur gut eine Million. Die Reaktionen auf die Zahlen ließ aus beiden Lagern nicht lange auf sich warten. So warf Obamas Wahlkampfteam Nielsen vor, sie würden die Suchkriterien zu eng auslegen. Wenn man danach ginge, wie viele Textwerbungen angezeigt werden, hätte Obama 20 Mal mehr Zugriffe.

McCain ließ verkünden, dass er sich mit seiner Strategie auf dem richtigen Weg sehe. So erwartbar die Schönrechnerei der Zahlen war, so klar scheint auch die Begründung für die unterschiedlichen Strategien. „McCain wirbt in seiner Kampagne viel stärker mit verschiedenen Inhalten und nicht so stark für die Kampagne an sich. Dies lässt sich mit Textwerbung besser machen“, meint ein Wahlkampfexperte.

Dennoch scheint zumindest im Internet der Kampf um das Weiße Haus entschieden zu sein. Wie das US-Technologie-Magazin Technology Review berichtet, hat Obama es durch seine innovative Internetkampagne geschafft, vor allem viele junge Wähler an sich zu binden. „Der Wahlkampf über neue Medien wie das Internet hat enormes Potenzial“, erklärt Mirela Isic vom Centrum für angewandte Politikforschung der Universität München. Und dies habe Obama frühzeitig erkannt.

„Obama hat sich im aktuellen US-Präsidentschaftswahlkampf als Medien-Star profilieren können“, erklärt auch Hans-Georg Wehling, Professor für Politikwissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Dass der demokratische Kandidat ein wahres PR-Talent sei, habe sich auch in Deutschland bereits deutlich gezeigt. -pte

www.nielsenmedia.com
www.cap.uni-muenchen.de
www.uni-tuebingen.de

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