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TV als Strafe: Kinder wollen Tablets statt Fernsehen

Tablets sind cool, Fernsehen nervt: Wenn Kinder die Wahl zwischen Tablets, Smartphones oder Fernsehen haben, entscheiden sie sich oftmals für die digitalen Spielzeuge. Das hat eine Studie des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Miner & Co. Studio herausgefunden.

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Während sich viele Erwachsene heutzutage noch mit der Handhabung von mobilen Endgeräten schwertun und die Flut an Information und technischen Möglichkeiten in Form von Apps fast schon eine Art analogen Trotz hervorruft, fühlen sich die Kinder dieser Zeit im Digitalen zuhause. Nicht selten swipen sie mit zwei Jahren auf Tablets herum, als hätte es Bücher mit echten Seiten nie gegeben.

Mittlerweile muss aber nicht nur die Print-Industrie ob dieses Wandels zittern. Auch das Fernsehen entwickelt sich für den Nachwuchs zunehmend zu einem Relikt aus der Zeit der Erwachsenen, wie eine Studie des amerikanischen Beratungs- und Marktforschungshaus Miner & Co. herausfand.

Das Unternehmen befragte rund 800 Eltern zu der Bedeutung von mobilen Endgeräten bei den eigenen Kindern. Das Ergebnis: Fernsehen ist längst nicht mehr die Nummer Eins.

Keks oder iPad?

Nicht nur, dass mehr als die Hälfte (57 Prozent) angab, der Nachwuchs würde sich eher für das Spielen auf dem Tablet entscheiden als für das Fernsehschauen. 41 Prozent berichteten zudem, dass selbst Süßigkeiten mittlerweile den Kampf gegen das digitale Spielzeug verlieren.

Miner & Co. veranschaulicht die Entwicklung in einem Video. Darin sind Familien zu sehen, in dessen Haushalt das Tablet eine große Rolle einnimmt. Ein kleiner Junge beschreibt dabei die Vorzüge eines Tablets gegenüber dem Fernseher: „Beim Tablet habe ich mehr Freiheit, ich muss nur den Finger bewegen. Beim Fernseher muss ich aufstehen.“ Neben der einfachen Handhabung und den gleichzeitig vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, sieht Miner-CEO Robert Miner einen der wichtigsten Gründe für die Vorliebe für Tablets in der Nutzungsautonomie der Kinder: Fernsehen, so Miner, könne das nicht liefern.

Die Besessenheit der Kleinen mit dem neuen Hobby, sie reicht sogar soweit, dass heißbeliebte Süßigkeiten ihren Reiz verlieren. Vor die Wahl gestellt, einen Keks oder das iPad haben zu wollen, fasst ein blondes Mädchen ihre Entscheidung so zusammen: „Ich weiß, es ist wie: ‚Boah, warum nimmst du das ipad?‘ Aber, ich meine, es ist nur ein Keks, oder? Ich kann wahrscheinlich immer noch einen anderen bekommen.“

Fernseher sind das neue Computerverbot

Eine völlig neue Dimension nimmt die Situation an, als ein Vater erzählt, TV als Strafmaßnahme einzusetzen: Wenn die Kinder sich nicht benehmen, müssen sie Fernsehschauen. Was früher das Comupter- oder Handyverbot war, ist nun der TV-Zwang. Ein Kind formuliert es gar so: „Fernsehen nervt.“

Welche Auswirkungen diese Entwicklung auf das traditionelle TV-Geschäft hat, lässt sich ansatzweise an den aktuellen Nielsenzahlen ablesen: So mussten unlängst alle amerikanischen privaten Kindersender, darunter Cartoon Networks oder Nickelodeon, Quoteneinbußen hinnehmen. In Deutschland schlagen sich die Kinderangebote noch einigermaßen, auch wenn Disney seit dem Eintritt in den frei empfangbaren Markt verstärkten Konkurrenzdruck hervorruft.

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