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Erfolg im Kampf gegen Werbemuffel: OVK misst erstmals Rückgang der Adblocker-Rate

Gruner + Jahr Manager Oliver von Wersch ist Sprecher des Online-Vermarkterkreises

Diese Nachricht dürfte Medienmacher und Werbeprofis freuen: Der Onlinevermarkter Kreis des Bundesverbandes der digitalen Wirtschaft (OVK) hat erstmals einen leichten Rückgang der Adblocker-Rate in Deutschland gemessen. Als Grund wird der radikaler werdende Umgang von Verlagen mit Adblock-Nutzern angeführt: Sie werden zunehmend ausgesperrt.

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von Alexander Becker

Im ersten Quartal des Jahres wurde auf 20,09 Prozent aller Page Impressions die Auslieferung von Online-Werbung verhindert. Im vierten Quartal des Jahres 2015 lag dieser Wert noch bei 21,52 Prozent. Der Verband glaubt, dass der Grund für den leichten Rückgang darin liegen könnte, dass die Aufklärungsarbeit vieler Verlage und Vermarkter und deren anderen Abwehr-Aktivitäten, Früchte tragen.

So lassen die meisten Digital-Manager kaum eine Gelegenheit aus zu erklären, dass kostenlose Inhalte im Web nur dann möglich sind, wenn sie sich via Werbung auch finanzieren lassen. Neben der Aufklärung setzten einige Verlage aber längst auch auf harte Konsequenzen. Frei nach dem Motto, wer nicht hören will, muss fühlen, verweigert etwa Bild.de allen Nutzern einen Blick auf die Inhalte der Boulevardseite, die sie mit einem aktivierten Werbe-Blocker ansurfen. Ähnlich handeln auch einige Web-Portale von Gruner + Jahr, wie beispielsweise Geo.

Selbst der Spiegel denkt längst über einen restriktiveren Umgang mit den Werbemuffeln nach. So sagte ein Verlagssprecher gegenüber New Business, dass man den Markt sehr aufmerksam beobachten und prüfen würde. „Aktuell setzen wir beispielsweise Anti-Adblock-Technologien auf Teilen unserer Vermarktungsangebote ein. Es ist allerdings noch zu früh, eine belastbare Bewertung unserer Erfahrungen vorzunehmen.“

Die neuesten Zahlen dürften also auch die Spiegel-Leute freuen. Der stellvertretender Vorsitzender des OVK, Oliver von Wersch von Gruner + Jahr hält schon einmal fest, dass ihn der „leichte Rückgang“ der Adblocker-Rate „vorsichtig optimistisch“ stimmen würde.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf meedia.de

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Kommentare

  1. Natürlich bleibt es dabei, dass viele Werbeformate im Web (besonders ärgerlich auf Tablets) an Körperverletzung grenzen. Insofern ist es schon zu begrüßen, dass viele derer, die nicht auf das Aussperren von Adblockern setzen, wohl durchaus in der Lage sind, auf weniger dreiste Werbemittel auszuweichen. Das gibt Anlass zur Hoffnung. Interessant wäre doch mal zu sehen, wie viele echte Umsätze aufdringlich blinkende Skyscraper und monitor-kapernde Overlays generieren. Wenn ich mal rekapituliere, wie oft ich auf einem iPad versehentlich Werbung öffne, die mit perfiden Methoden arbeitet, kann ich nur hoffen, dass die Auftraggeber nicht Klicks bezahlen müssen. Aber vielleicht geht es ja nach dem Motto „viel hilft viel“. Das scheint ja bei der Nigeria-Connection auch zu funktionieren…

  2. Oft lese ich Kommentare in denen behauptet wird, dass die Werbung an sich so schlecht ist, dass man sie nicht mehr sehen möchte. Von dem neuen Video-Werbeformat auf stern.de einmal abgesehen, sind mir all die Banner und Popups eigentlich egal. Ich finde es wesentlich bedenklicher, dass mit jedem Aufruf einer werbefinanzierten Webseite unsere persönlichen Daten ungefragt an Unternehmen weitergegeben werden, die uns durch das gesamte Netz verfolgen, uns ausspionieren und unsere intimsten Daten an Werbetreibende weiterveräußern. Man muss sich vor allem die Ausmaße einmal genauer anschauen. Allein durch den Aufruf von (z. B.) forbes.com werden persönliche Daten an über 70 Anbieter weitergeleitet. Diese Daten werden Geräte- und Webseiten übergreifend (und mit Geräte meine ich alles, was wir denken mit dem Internet verbinden zu müssen) wieder zu einem einzigen Profil zusammengefasst und anschließend vermarktet. Das sollte meiner Meinung nach der Hauptgrund für die Verwendung von Adblockern sein. Nicht die Werbung an sich.

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