Suche

Anzeige

E-Mail-Werbung: „Kein Urteil, das die Aufregung wert ist und die Werbewelt erschüttern wird“

Werbung in der E-Mail

Firmen dürfen im Mail-Verkehr mit ihren Kunden nicht ungefragt Werbung versenden. So der Tenor eines Urteils des Bundesgerichtshofs, das einem Mann aus dem schwäbischen Göppingen Recht gibt. Nikolaus von Graeve, Geschäftsführer rabbit eMarketing, über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und Automatisierungsfallen

Anzeige

Zum Fall: Verletzt unerwünschte E-Mail-Werbung das Persönlichkeitsrecht? Das prüfte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am 15.12.2015.

Ein Mann aus dem schwäbischen Göppingen hat die Sparkassen-Versicherung verklagt. Er wehrt sich gegen eine Werbung in automatisierten E-Mail-Antworten des Unternehmens (Az.: VI ZR 134/15). Der Kläger wollte in einer Mail an die Versicherung wissen, ob seine Kündigung eingegangen war. Er bekam darauf lediglich den Eingang der Mail bestätigt. An der automatischen Antwort hing dafür eine Werbung für einen Unwetter-Warn-Service „per SMS kostenlos auf Ihr Handy“. Der Mann schickte noch zwei Mails an die Versicherung, in denen er außerdem darauf hinwies, dass er die Werbung für den „exklusiven Service“ nicht wolle, und erhielt erneut dieselbe automatische Antwort mit Werbung.

Das Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt hatte im April 2014 der Unterlassungsklage des Göppingers stattgegeben. Auf die Berufung der Versicherung hin hatte das Landgericht Stuttgart im Februar dieses Jahres das Urteil abgeändert und die Klage abgewiesen, berichtete die FAZ.

Nikolaus_von Graeve_300dpi-klein (1)Nikolaus von Graeve, Geschäftsführer rabbit eMarketing GmbH, meint zum Urteil: „Dass der Kläger Recht bekommt, stand für mein Dafürhalten zu keiner Zeit in Frage. Die Werbung in der E-Mail, die er als Bestätigung seiner Kündigung erhielt, fällt klar unter das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) Paragraph 7 Absatz 2: Werbung gilt als unzumutbare Belästigung, wenn ein Verbraucher von einem Unternehmen angesprochen wird, obwohl er keine Einwilligung dafür gegeben hat. Das war schon immer so und ist auch bei der Bestätigungsmail zur Kündigung der Fall. Die automatisiert verschickten Nachrichten des Unternehmens gehören leider in die Kategorie ‚Automatisierungsfalle‘, die man häufig antrifft.

Alles in allem kein Urteil, das die Aufregung wert ist und die Werbewelt erschüttern wird. Nichtsdestotrotz sollten Unternehmen darauf achten, dass sie den Empfänger der Werbung – Einwilligung vorausgesetzt – mit der richtigen Botschaft zur richtigen Zeit ansprechen. Der Hinweis auf den Unwetter-Warn-Service war prinzipiell keine schlechte Idee. Aber einen Empfänger ohne Permission anzuschreiben, ist dennoch unzulässig.“

 

 

Digital

Mit Tim Höttges, Dorothee Bär & Jan Böhmermann: So sieht das Programm der Digitalmesse Dmexco aus

Endlich ist es da: Die Dmexco-Veranstalter haben das Programm für die Digitalmesse veröffentlicht. Neben zahlreichen Branchengrößen von Google über Facebook bis Telekom sind auch prominente Gesichter vor Ort. So wird Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg ebenso auf der Bühne zu sehen sein wie Dorothee Bär. Die Staatsministerin für Digitalisierung spricht über das digitale Denken in Deutschland. mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Die Masse macht’s: Deutsche zahlen für mehrere Streaminganbieter-Abos gleichzeitig

Die deutschen Fernsehsender arbeiten an einer gemeinsamen „Supermediathek“ und die internationalen Streaminganbieter haben…

Angst vor Markteinstieg: What would Google DOOH?

Google will in den deutschen Digital Out-of-Home-Markt eingreifen. Während die Branche schon zittert,…

Über 220 Millionen Inder haben diesen Clip gesehen: Hyundai bricht mit Automobilkampagne Rekorde

Ein besonderer Kampagnenfilm berührt die Herzen von Millionen Indern. Seit seiner Veröffentlichung auf…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige